Menschen der Wirtschaft: Mainzerin Barbara Weitzel führt die...

Ziele immer fest im Blick: Barbara Weitzel, Gründerin der Rednet AG.  Foto: Rednet  Foto: Rednet

Sie ist nur etwa eins sechzig groß und dennoch zieht Barbara Weitzel mit ihrer taffen Art alle Aufmerksamkeit auf sich. Die 57-Jährige aus dem Rheinland gründete 2004...

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MAINZ. Sie ist nur etwa eins sechzig groß und dennoch zieht Barbara Weitzel mit ihrer taffen Art alle Aufmerksamkeit auf sich. Die 57-Jährige aus dem Rheinland gründete 2004 Rednet, einen IT-Ausstatter für Behörden und Bildungseinrichtungen in Mainz-Hechtsheim. Wenn ihre 62 Mitarbeiter mal ihren Hund oder ihr Kind wegen eines Notfalls mit ins Büro bringen, bleibt sie gelassen: „Ich weiß, dass Familie und Job nicht leicht unter einen Hut zu bringen sind.“ Ihr Mann habe sie unterstützt, die heute 23-jährige Tochter und ihren 25-jährigen Sohn großzuziehen.

Dabei hatte Weitzel, die Vorstand von Rednet ist, erst einmal gar nichts mit der IT-Branche zu tun. Nach ihrem Abitur in Mainz studierte sie Medizin. „Mein Mann ist Mediziner, aber für mich war das nichts“, erzählt sie. Stattdessen habe sie das Studium abgebrochen und sei als Trainee nach Wiesbaden zum Computerunternehmen IBM gegangen. Damals sei das IT-Verständnis von heute noch gar nicht vorhanden gewesen. Die Branche habe am Anfang gestanden, Berufsbilder wie IT-Kaufmann seien unbekannt gewesen. „Bei IBM war ich nur von männlichen Kollegen umringt“, sagt Weitzel. Nach dem Traineeprogramm wollte sie in den Vertrieb, aber man habe ihr gesagt, sie sei zu jung. Ein „zu weiblich“ habe auch unausgesprochen im Raum gehangen.

Bevor sie Rednet – ein Unternehmen, das heute 33 Millionen Umsatz macht – gründete, arbeitete sie als einzige Frau im Vertrieb bei verschiedenen IT-Häusern. Nachdem eines davon insolvent ging, sei der Entschluss gefallen, eine eigene Firma mithilfe von sechs Kollegen zu gründen. Neben den typischen Herausforderungen eines Start-ups, wie Finanzierung oder Kundengewinnung sei es gut gelaufen. „Es gibt nicht so viele gleichartige Unternehmen. Der Fokus auf die öffentliche Hand ist praktisch einzigartig“, sagt Weitzel. Rednet halte schon seit Jahren große IT-Rahmenverträge mit den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland.

Für die Zukunft hofft sie, endlich mehr Frauen für den technischen Bereich bei Rednet zu begeistern. „Die IT-Branche ist noch immer sehr männlich geprägt. Wir sind aber stolz darauf, dass mittlerweile die Hälfte unseres Vertriebsteams aus Frauen besteht.“

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Hat sie einmal frei, reist die Unternehmensgründerin gerne mit ihrem Mann und den Kindern: „Letztes Jahr haben wir eine Rundreise durch Sri Lanka gemacht.“ Im nächsten Jahr stehe eine Hüttentour in den Alpen an. Auch nach Südafrika wolle sie einmal reisen oder ihren Kindern Israel zeigen. Ansonsten gehe sie in ihrer Freizeit joggen, beschäftige sich mit ihrem Hund oder lese ein Buch. Vor Kurzem ist sie in ein denkmalgeschütztes Haus in Rheinhessen gezogen.

Von Sonja Ingerl