Ausbildungsmarkt: Noch viele unbesetzte Stellen in der Region

Schulabschluss, Sommerferien, und dann? Für viele beginnt am 1. August ein neuer Lebensabschnitt. Drei Jahre Lehre, das erste Geld verdienen, Berufserfahrung sammeln. Auch in...

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MAINZ/WIESBADEN/DARMSTADT. Schulabschluss, Sommerferien, und dann? Für viele beginnt am 1. August ein neuer Lebensabschnitt. Drei Jahre Lehre, das erste Geld verdienen, Berufserfahrung sammeln. Auch in der Region suchen derzeit viele junge Menschen nach einem Ausbildungsplatz – rund 2000 im Raum Darmstadt, rund 1300 im Raum Mainz und etwa 1000 in und um Wiesbaden. Unbesetzte Stellen gibt es noch einige – gerade im Einzelhandel, im Verkauf und im Kfz-Bereich werden derzeit neue Azubis gesucht.

Enge Zusammenarbeit mit den Schulen

Doch wie kommen sie an ihre Traum-Lehrstelle? Ein erster Schritt kann der Besuch der Berufsberatung sein, die in der Region an den drei Standorten Mainz, Darmstadt und Wiesbaden zu finden ist. „Dort ermitteln wir gemeinsam mit den Jugendlichen die persönlichen Stärken und Kompetenzen sowie eine individuelle Bewerbungsstrategie“, sagt Sabine Asmis, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Mainz. In vielen Schulen gehört zudem ein Besuch im Berufsinformationszentrum dazu, um sich über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. „Wir arbeiten da eng mit den Schulen zusammen“, sagt Regina Füllber, Teamleiterin Berufsberatung.

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Ebenfalls sinnvoll kann der Besuch von Infotagen sein. Die Agentur für Arbeit Wiesbaden veranstaltet solche Tage über das Jahr verteilt. „Darunter sind zum Beispiel ein Hauptschultag im Februar, die IHK-Messe im März oder der Markplatz Ausbildung im Juni“, sagt Pressesprecherin Liane Osthoff. Auch in Mainz und Darmstadt sowie in der gesamten Region finden solche Infomessen statt. „Es gibt außerdem immer wieder Job-Speed-Datings, bei denen sich Bewerber und Unternehmen kurz vorstellen“, sagt Füllber. „Bei Erfolg werden sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.“

Zur Unterstützung bei Bewerbungen bietet die Bundesagentur für Arbeit ein Internetportal an. „Auf www.planet-beruf.de finden die Jugendlichen Angaben zu den Ausbilundgsberufen und zahlreiche Tipps für ihre Bewerbung“, so Osthoff. Von Vorteil seien erste praktische Erfahrungen, zum Beispiel durch Schülerpraktika, ehrenamtliches Engagement oder erste Nebenjobs. „Diese sollten auf jeden Fall in der Bewerbung aufgeführt werden.“ Füllber ergänzt: „In der Bewerbung sollte klar werden, warum sich der Jugendliche für diese Ausbildung entschieden hat. Außerdem sollte der Arbeitgeber sehen, dass der Bewerber motiviert ist.“ Dazu könnten zum Beispiel auch authentische Erfahrungsberichte etwa aus Praktika gehören. „Bei großen Betrieben sollte der Bewerber außerdem die Struktur kennen.“ Ein wichtiges Thema seien zudem Soft Skills wie Pünktlichkeit und Teamfähigkeit. „Darauf achten die Arbeitgeber besonders.“ So manches Unternehmen findet auch eigene Wege, sich Talente zu sichern. So zum Beispiel die Daimler AG. In einer Woche zum Ausbildungsplatz – das verspricht ihre Bewerberwoche „Let’s Benz“, die es seit 2012 gibt. Bei Mercedes-Werken in ganz Deutschland sowie bei der Stuttgarter Konzernzentrale konnten sich Schüler auf diverse Lehrstellen und duale Studienplätze bewerben. Nach Bewerbung und Online-Test wurden die Besten in das jeweilige Werk eingeladen, um einen schriftlichen Test zu absolvieren.

Wer diesen mit Erfolg bestand, wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen – alles innerhalb einer Woche. „Wir bieten die Chance, noch vor den Sommerferien, die Zusage für einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Wir sichern uns damit frühzeitig die Talente von morgen“, erklärt Wilfried Porth, Vorstand der Daimler AG für Personal. Die Bewerberwochen in Wörth, Rastatt, Gaggenau, Sindelfingen, Untertürkheim und Stuttgart sind bereits beendet. In Bremen findet die „Let’s Benz“-Woche vom 12. bis 18. August statt, Bewerbungen sind über www.daimler.com noch möglich.

Von Denise Frommeyer