Unerwarteter Coup in Unterzahl

Der erste Streich: Melchisedec Yeboah (links) erzielt in der vierten Minute das 1:0. Foto: Claus-Walter Dinger

Unverhofft kommt oft: Die TSG Pfeddersheim hat in der Südgruppe der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar den seitherigen Spitzenreiter FV Dudenhofen auf dessen eigenen Platz unsanft...

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DUDENHOFEN. Unverhofft kommt oft: Die TSG Pfeddersheim hat in der Südgruppe der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar den seitherigen Spitzenreiter FV Dudenhofen auf dessen eigenen Platz unsanft vom Sockel gestoßen. Mit 2:0 (1:0) landete das Team von Trainer Daniel Wilde einen unerwarteten Coup, obwohl es nach der Gelb-Roten Karte gegen Waaris Bhatti (42.) mehr als 45 Minuten in Unterzahl spielte. Ein frühes Tor durch Melchisedec Yeboah (4.) und ein später Treffer von Vllaznim Dautaj (82. Minute) waren die Zutaten zu diesem Überraschungsmenü der TSG. Und das hat gemundet.

Im vierten Saisonspiel gab Mathias Tillschneider in Dudenhofen sein Saisondebüt – zudem mit der Binde des Mannschaftskapitäns als Armschmuck ausgestattet. TSG-Trainer Wilde nahm Tillschneider, der neben Yeboah in der Spitze auflief, damit gleich in die Verantwortung, was auch ein Zeichen des Vertrauens ist. Jan-Philipp Schünke, in Speyer noch vom Anpfiff weg in der ersten Elf, sowie der zuletzt angeschlagene Henrik Nagel nahmen vorerst auf der Auswechselbank Platz. Direkt neben Mittelstürmer Vllaznim Dautaj, der sich beim 0:1 in Speyer eine Sprunggelenksverletzung zugezogen hatte und erst später als Nachrücker kam. Und das Spiel entschied.

Himmels Kehrtwende als aktiver Spieler

„Rückkehrer“ Benjamin Himmel, seit dem vergangenen Mittwoch wieder für die TSG spielberechtigt, kam nicht zum Einsatz. Noch nicht. Himmel, nominell Sportlicher Leiter beim Oberligisten, war vor der Saison als aktiver Spieler zum B-Ligisten Celtic Worms gewechselt. Jetzt die Kehrtwende: „Das rote Trikot steht ihm besser, hat er festgestellt“, ist Rolf Emrich als Teamverantwortlicher im Uwe-Becker-Stadion selbstredend erfreut über den Sinneswandel von Himmel. Die verletzten Akteure Sebastian Kaster, Tobias Bräuner und Florian Lutz fehlten im Aufgebot von Pfeddersheim. Gastgeber Dudenhofen musste auf seinen vierfachen Torschützen Christopher Koch, der geheiratet hat, verzichten. Was der TSG in die Karten spielte.

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„Dudenhofen war nicht in der besten Verfassung. Die hatten in der ersten Halbzeit null Chancen“, fiel Emrich auf. Die TSG dagegen schon. Vor 265 Zuschauern hatten die Gäste die offensivstarken Hausherren gut im Griff. Auch Marvin Sprengling im Trikot des FV erwischte keinen guten Tag. Dem Führungstreffer von Yeboah, der sich geschickt gegen den Ex-Pfeddersheimer Simon Bundenthal durchsetzte, ging ein Pass von Marcell Öhler voraus. Tillschneider hätte nach 18 Minuten für die Vorentscheidung sorgen können, schoss aber FV-Keeper Malcom Little an. Die Gelb-Rote Karte gegen Bhatti war nach Emrich „vertretbar, er war im Zweikampf zu ungestüm“.

In den zweiten 45 Minuten stand Pfeddersheim, personell dezimiert, enorm unter Druck. Zumal Dudenhofen immer wieder versuchte, den Unparteiischen zu beeinflussen. „Unser Torwart Norbert Loch bewahrte aber in vielen brenzligen Situationen die Ruhe“, wusste Emrich, bei wem er sich bedanken musste. Die Entscheidung fiel nach einem Befreiungsschlag von Tillschneider. Der eingewechselte Dautaj schob den Ball beim 0:2 „mit Cleverness in die Ecke“, berichtet Rolf Emrich. „Da hat er seine ganze Erfahrung in die Waagschale geworfen“. Von ihm gab’s ein dickes Lob für das Team: „Die Mannschaft wollte das 0:1 von Speyer wettmachen.“

TSG Pfeddersheim: Loch – Burkert, Haber (40. Schünke), Leposhtaku, Bhatti – Amos, Schmidt (82. Nagel), Öhler, Huth (58. Dautaj) – Yeboah (60. Dietz), Tillschneider.