RWO Alzey gegen VfL Gundersheim elektrisiert die Fans

Philip Wesner (links, hier gegen Framersheims Luca Lerch) ist nach der Zwischenstation SV Gimbsheim beim VfL Gundersheim heimisch geworden. Archivfoto: pakalski-press/ Christine Dirigo

Das Fußball-Verbandspokalspiel übt einen ungeheuren Reiz aus. Philip Wesner, der Verteidiger des Bezirksligisten, ordnet die Bedeutung der Begegnung ein.

Anzeige

GUNDERSHEIM. Das Verbandspokalspiel (Mittwoch, 19.30 Uhr) zwischen den Fußballern des VfL Gundersheim und RWO Alzey elektrisiert. Und das aus gutem Grund: Etliche Spieler mit Alzeyer Wurzeln tragen inzwischen das Dress und/oder Verantwortung beim Bezirksligisten. Darunter Pascal Mohr, Philip Wesner, Timur Karais, Dzenis Dzaferi sowie Trainer Kevin Boos, der sogar mehrere Jahre Kapitän von RWO Alzey war. Wie weit das Brisanz birgt, fragten wir Gundersheims charismatischen Innenverteidiger und Cotrainer Philip Wesner.

Herr Wesner, ist RWO Alzey euer „Traumlos“ oder wäre der Mannschaft ein anderer Gegner lieber gewesen?

Ja, was heißt Traumlos? Spiele im Pokal gegen höherklassige Vereine aus der Region sind immer schön, weil sicher viele Zuschauer kommen. Auf der anderen Seite ist es so, dass RWO Alzey eine super Runde spielt. Von daher gäbe es sicher einfachere Gegner.

Gefühlt hat die halbe Mannschaft des VfL Gundersheim schon mal am Alzeyer Wartberg gespielt. Erhöht das den Reiz des Spiels?

Anzeige

Ja, das würde ich schon sagen. Man kennt noch einige Spieler von früher, den einen oder anderen Verantwortlichen und den Verein. Man will vielleicht deshalb eine besonders ordentliche Leistung in dieser Begegnung abliefern.

Auch etwas beweisen?

Nein, das eher nicht. Eigentlich möchtest Du in jedem Spiel, egal gegen wen, sehr gut performen. Natürlich ist das umso schöner, wenn das gegen den Ex-Verein gelingt. Aber beweisen? Nein, das würde ich nicht sagen.

Habt ihr schon einen Schlachtplan fürs Pokalspiel entwickelt?

Sicher, wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir gegen Alzey auftreten möchten. Gegenüber den zurückliegenden Spielen werden wir taktisch etwas ändern, um neue Impulse zu setzen. Im Übrigen auch mit Blick auf die nächsten Wochen in der Meisterschaft. Dafür möchten wir aus dem Pokalspiel etwas mitnehmen.

Anzeige

In Anbetracht der personellen Not, die bei den Alzeyern herrscht, dürfte die Devise lauten: Möglichst lange das 0:0 halten, um dann in der Verlängerung für die Überraschung zu sorgen?

Ich denke auch, je länger wir das 0:0 halten, desto besser für uns. Aber ich bin auch der Meinung, dass wir in diesem Spiel überhaupt nichts zu verlieren haben. Die Ausgangslage lautet, RWO Alzey, Spitzenreiter der Landesliga, gegen VfL Gundersheim, Drittletzter der Bezirksliga. Damit sind die Karten klar verteilt. Nein, es ist wirklich so: Wir können in diesem Spiel nur gewinnen, egal, wie es ausgeht.

Wahrscheinlich werden Max Kimnach, Max Groben und Lars Weingärtner aufgrund Roter Karten fehlen. Das spielt euch in die Karten?

Natürlich, es sind schließlich drei Stammkräfte, die den Alzeyern fehlen. Darunter einen Max Kimnach mit seiner höherklassigen Erfahrung. Den kann man nicht einfach ersetzen. Andererseits haben die Alzeyer im gesamten Kader eine gute Qualität. Unterm Strich kommen uns die Ausfälle gelegen, aber sie machen die Aufgabe für uns nicht leichter.

Zumal es scheint, dass der VfL Gundersheim noch überhaupt nicht in der Saison angekommen ist. Zwei Unentschieden, drei Niederlagen, so lautet die bisherige Bilanz ...

.. ja, man muss sagen, dass uns noch ein paar Prozentchen zur Form fehlen, die wir in der vergangenen Runde zu diesem Zeitpunkt hatten. Wir machen zu viele individuelle Fehler, die zu Gegentoren führen. Und vorne fehlt die Durchschlagskraft. Gegen TuS Marienborn II haben wir zum Beispiel 1:6 verloren. Es klingt komisch, aber so war es: wir waren trotzdem die bessere Mannschaft. Es ist halt so, wie man oft sagt: Wenn Du in der Tabelle unten stehst, dann fehlt das Spielglück. Das können wir nur bestätigen.

Ein Sieg über RWO Alzey gliche dann einem Befreiungsschlag?

Absolut. Wir können bei diesem Spiel nur gewinnen. Wenn es uns gelingt, RWO aus dem Pokal zu werfen, dann sollte das Auftrieb geben. Wer den Spitzenreiter der Landesliga daheim schlagen kann, kann auch den TSV Zornheim, den FSV Nieder-Olm und wie sie alle heißen daheim besiegen. Das Pokalspiel könnte für uns ein „Hallo-wach-Spiel“ werden.

Das Interview führte Claus Rosenberg