Nach der Corona-Pause drückt Daniel Wilde gleich aufs Tempo

Erster TSG-Torschütze der Vorbereitung: Matthias Tillschneider (vorne) besorgt in Rüssingen das Siegtor. Archivfoto: BK/Axel Schmitz

Eine komplette Abwehrreihe nebst Routine ist weg, der Sturm durchgemischt: Bei der TSG Pfeddersheim steht ein mächtiger Umbruch an. Im ersten Testspiel gelingt schon mal ein Sieg.

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PFEDDERSHEIM. Es ist eine Situation, die es so noch nie gab. Fast acht Monate liegen die letzten Spiele im Amateurfußball zurück. Auch für die TSG Pfeddersheim. Mit der Vorbereitung auf die neue Oberliga-Runde mochte Daniel Wilde deshalb gar nicht warten, als sinkende Inzidenzzahlen in der Corona-Pandemie sowie resultierende Lockerungen die Rückkehr auf den Platz ermöglichten. Und vorne mit dabei sind die TSGler auch, wenn es um die ersten Testspiele geht. Bereits am Samstag gastierten die Pfeddersheimer beim TuS Rüssingen, siegten mit 1:0 (0:0).

Das erste Fazit, das Daniel Wilde jetzt zieht, klingt einigermaßen zufrieden. Gewonnen. Keine Verletzten. Das war der Anspruch für den ersten Test. Er wurde erfüllt. Und auch im Trainingsbetrieb sieht der TSG-Coach die Fortschritte. Die nötige Fitness bringen in seinen Augen (fast) alle mit. Erkennbar sei aber schnell gewesen, dass ein Training mit fußballtypischen Belastungen noch mal was anderes ist. „Bei den ersten Spielformen haben alle ganz schön gepumpt“, schildert der Trainer seine Eindrücke.

Zu diesen gehört aber auch, dass der neuformierte Kader gespickt ist mit hungrigen Kickern, die sich beweisen möchten. Muss er auch sein, ist der Aderlass doch groß. „In der Defensive haben wir viel Erfahrung und Ballsicherheit verloren“, weiß Wilde, der mit Eugen Gopko, Benjamin Himmel, Christopher Ludwig und Daniel Zolotarev eine komplette Abwehrreihe verloren – und auch vorne das Personal munter ausgetauscht hat. Festlegen, wer da jetzt in die Bresche springen kann, möchte sich der TSG-Trainer nicht. Wobei er doch schon so viel sagt: „Vorne wollten wir Leute holen, die schon gezeigt haben, dass sie Oberliga spielen können.“ Namentlich gilt das in erster Linie für Vllaznim Dautaj (von Hassia Bingen), der ja sogar Regionalliga-Erfahrung aus seiner Zeit bei Waldhof Mannheim mitbringt. Auch Patrick Huth (von TuS Marienborn) hat für Schott Mainz schon in der Oberliga getroffen. Hinten ist es zunächst mal Edonart Leposhtaku, vergangene Saison Kapitän beim FC Speyer, den Wilde nennt. Er verweist aber genauso auf den ebenso aus Speyer gekommenen Elias Burkert, der mit seinen erst 19 Jahren für die Abteilung „Jugend forsch“ steht. Gerne ruft Wilde an diesem Punkt die Entwicklung von Vincent Haber in Erinnerung, der sich gleich in seinem ersten Aktivenjahr (bis zum Saisonabbruch) in den Vordergrund gespielt hatte. Gleich Ansprüche bei allen möchte Wilde („mancher braucht länger“) da zwar keine formulieren. In Rüssingen sah er aber den aus Speyer gekommenen Youngster gleich als einen der Besten.

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Generell wertet er den ersten Auftritt seiner Truppe schon mal als guten Test. Für den positiven Ausgang sorgte Mathias Tillschneider in der zweiten Hälfte. Gegen einen Gastgeber, „den der Trainer so richtig heiß gemacht hat“, habe seine Elf aber schon mal richtig dagegenhalten müssen.

Genau das ist es auch, was Wilde in den nächsten Wochen sehen möchte. Am Samstag, 26. Juni, geht es um 11 Uhr erst mal gegen den TuS Marienborn. Weitere Spiele sind unter anderem vereinbart mit Walldorf, Schott Mainz, FK Pirmasens. „Ich möchte sehen, dass wir an unserem Limit sind. Das sind Gegner, von denen wir gefordert werden, gegen die wir tief verteidigen müssen“, erklärt er – und gesteht, dass es genau da vor Jahresfrist vielleicht ein wenig gemangelt habe: „Gegen einen Landesligisten wird man doch nicht ganz so gefordert.“

Überhaupt sei die Vorbereitung nach der damaligen Corona-Pause, das heftet sich Wilde selbst ans Revers, wohl auch ein wenig kurz gewesen. „Ich habe das Gefühl, dass wir die Zeit zur Vorbereitung unbedingt brauchen“, sagt Wilde nun. Vier, fünf freie Tage werde es geben, auch mehr, falls der Leistungsstand passt. „Ich möchte aber nicht mit dem Gefühl in die Saison gehen, dass wir noch zwei Wochen brauchen könnten.“