Junge Leute sollen bei der TSG die alten Defizite beheben

Ein Wirbler für die Offensive: Nach acht Toren in sieben Verbandsliga-Spielen für den TuS Marienborn wechselt Patrick Huth (am Ball) zur TSG Pfeddersheim. Archivfoto: Thomas Schmidt

Die Oberliga-Saison ist annulliert. In Pfeddersheim geht der Blick auf eine Vorbereitung, wie es noch keine gab. Ein Training in Zehnergruppen mit Abstand liefert positive Aspekte.

Anzeige

PFEDDERSHEIM. Nur zweimal gewonnen, nur zweimal verloren – so richtig klar wurde in den neun Spielen, die die TSG Pfeddersheim hinter sich bringen konnte, nicht, wohin die Reise in der Fußball-Oberliga gehen könnte. Abbruch- und Annullierungsrang acht in der zwölf Teams umfassenden Süd-Staffel steht in den Annalen. „Eine Niederlage war gegen Wormatia Worms, eine mit 70 Minuten in Unterzahl“, ordnet Trainer Daniel Wilde ein, „wir hatten viele enge Spiele, aber auch keine herausragende Leistung“.

Am ehesten stach wohl der Pokal-Coup gegen Regionalligist TSV Schott Mainz hervor – dem eine Runde später das ernüchternde 0:2-Aus in Hermersberg folgte. Kein Wunder also, dass Wilde von einem „durchwachsenen sportlichen Auftritt“ im Sommer und Herbst 2020 spricht. Unter Verweis auf die Verletzungssorgen, die teils eklatante Dimensionen annahmen – und neue Perspektiven eröffneten. Die Talente Vincent Haber, Tim Dietz und Melchisedec Yeboah sprangen in die Bresche und sicherten sich für die neue Saison einen höherrangigen Platz im Kader. Der nämlich wird kräftig verjüngt.

Benjamin Himmel, der auf den Posten des sportlichen Leiters wechselt, Eugen Gopko, den es zu Wormatia Worms II zieht, Christopher Ludwig (TuS Neuhausen), dazu Daniel Zolotarev und wohl auch Patrick Ruby – es ist einiges an auch höherklassiger Erfahrung, was die TSG verlässt. Patrick Stofleth und Waaris Bhatti haben verlängert. Nach den fünf Winter-Neuzugängen stehen aktuell vier weitere fest. „Und es wird sich noch mehr tun“, kündigt Wilde an.

Mit Patrick Huth, in der abgebrochenen Saison bester Verbandsliga-Torschütze, kommt ein enorm effektiver Offensiv-Wirbler. „Er macht manchmal verrückte Dinge und besetzt Räume, die man nicht auf dem Schirm hat“, kündigt Wilde viele Freiheiten für den drittligaerfahrenen 25-Jährigen an. Finn Mörschel ist links hinten eingeplant, Elias Burkert und Emirkan Oruc als Innenverteidiger. Drei 19-Jährige. „Es ist absehbar, dass wir hinten jünger werden“, schmunzelt Wilde. Himmel, Gopko, Ludwig, das sind auch sehr ballsichere, routinierte Defensive.

Anzeige

Aber in Sachen Tempodefizite und Anfälligkeit bei Pässen in die Tiefe erhofft sich der Trainer Besserung. Routinier Mathias Tillschneider, zwischenzeitlich in den Sturm „verliehen“, ist wieder als zentrale Größe in der Dreier- oder Viererkette eingeplant. „Für die jungen Spieler sind Türen aufgegangen“, sagt Wilde, „manchmal braucht man als Verein einen Personalengpass, damit sich andere freischwimmen.“ Die Yeboahs, Dietz’ und Habers sind „feste Planungsgrößen, zu denen wir uns klar bekennen“.

Mehr als einen Monat gab Wilde im Winter heimtrainingsfrei. Als die Inzidenz runter ging, schraubte die TSG virtuell an der Intensität, als es ging, wurde zumindest zweimal auf Abstand in Zehnergruppen trainiert. „Den Jungs hat es Spaß gemacht, mal wieder gemeinsam etwas mit dem Ball zu machen“, sagt der Chefcoach. Seine Diagnose: Die, die auch kommende Saison dabei sind, haben in Sachen Fitness-Disziplin – was allerdings auch per Apps zu dokumentieren war – die Erwartungen erfüllt, manche sogar körperlich kräftig zugelegt, im Guten.

Wann immer möglich, wird wieder im Freien trainiert. „Die Vorbereitung wird ganz anders ablaufen als alle, die wir bisher hatten“, sagt Wilde, „deshalb ist es zu früh, über Erwartungen für die neue Saison zu sprechen“. Zumal ja auch das Fazit der abgelaufenen Spielrunde nicht so ganz eindeutig ist.