SG Barockstadt passt ins Beuteschema von Wormatia Worms

Luis Kiefer ist wieder erste Wahl fürs Spiel gegen Fulda-Lehnerz. Foto: pakalski-press/ Christine Dirigo

Abermals steht das Team von Max Mehring einem Aufsteiger gegenüber. Einer, der stärker scheint als Eintracht Trier vergangene Woche. Aber eben das könnte den Wormser eher liegen.

Anzeige

WORMS. Oh nein, es geht gegen einen Aufsteiger. Aber, puh, die SG Barockstadt rangiert im oberen Drittel der Regionalliga-Tabelle. Wer es mit Wormatia Worms und den Statistiken hält, könnte mit Blick auf das Auswärtsspiel am Samstag (14 Uhr) solche Überlegungen anstellen. Bislang ist Wormatia gegen Großkaliber am besten. Aufstiegsaspirant Offenbach (1:0) und Top-Drei-Team Mainz 05 II (3:2) wurden besiegt, Primus Ulm (2:2) ließ sonst noch gar nichts liegen, die ebenfalls favorisierten Steinbacher hatte man zumindest am Rande des Punktverlusts (1:2).

Spätestens nach dem 0:3 bei Mitaufsteiger Trier stellt sich in Worms die Frage: Kann Wormatia nur Groß? „Nein“, sagt Trainer Max Mehring, „ich weigere mich, zu negativ zu denken. Nach der zweiten Halbzeit in Mainz hat uns jeder gelobt, zwei Spiele später wird uns die Qualität abgesprochen. Wir sehen, was wir für Leistungen gebracht haben. Wir müssen noch variabler spielen, brauchen noch mehr Lösungen.“ Damit Wormatia nicht nur aus der klaren Underdog-Haltung heraus zum Erfolg kommen kann.

Wobei, blickt man aufs Zahlenwerk, ist das Team aus Fulda-Lehnerz kein normaler Aufsteiger. Das offizielle Jahresbudget von 1,5 Millionen Euro liegt zwischen dem Doppelten und Dreifachen des Wormser Etats. Eine „sehr reife, gefestigte Mannschaft, die sehr klaren Fußball spielt, mit relativ wenig Risiko in ihrer Spielanlage und sehr gefährlich bei Standards“, erwartet Mehring. Die vor allem in der Offensive gründlich erneuerte Wormatia-Mannschaft hingegen ist noch im Findungsprozess, erst recht nach den drei Spät-Verpflichtungen.

Anil Gözütok, Melvyn Lorenzen und Lucas Torres sind allesamt nach Worms gezogen und zählen inmitten eines Kaders voller Studenten und Werktätigen zu der laut Mehring etwa Handvoll Spieler, die sich zurzeit voll auf Fußball fokussieren. Das biete Chancen, sie auch mal im Sondertraining heranzuführen, wenn nicht gerade die Belastung inmitten englischer Wochen dagegen spricht.

Anzeige

Das Begrüßungsritual („Das bleibt mannschaftsintern“) hat das Trio hinter sich. „Die Jungs haben die Neuzugänge sehr gut aufgenommen, das ist bei uns alles relativ familiär“, sagt Mehring, „aber sie brauchen natürlich Zeit, unsere Abläufe kennenzulernen. Am schnellsten klappt das durch Spielzeiten.“

Die drei Neuen kommen offenbar gerade recht

Die könnten schneller kommen als gedacht. Lorenzen ist gemeinsam mit dem wieder genesenen und über die U23 herangeführten Luis Kiefer die erste Option im Sturm, wo Nils Fischer (krank) und, für längere Zeit, Daniel Kasper (Außenmeniskus gerissen) wegbrechen. Fatih Köksal (muskuläre Probleme), Geovane Damaceno (beruflich unterwegs) und Ramzi Ferjani (Gelb-Rot-Sperre) vergrößern Mehrings Sorgen, im Deckungszentrum könnte Jean M'voto zurückkehren. Stabilität in der Startelf, so viel ist klar, wird es diese Woche nicht geben.

Tut sich noch etwas? „Grundsätzlich sind wir fertig mit der Kaderplanung“, sagt Mehring, „aber wir haben immer noch zwei, drei Kandidaten im Blick, die wir bei mittel- oder längerfristigen Verletzungen dazu nehmen könnten.“ Möglich, dass durch Kaspers Trainingsverletzung noch nachgelegt wird. „Das tut richtig weh, sein Kämpferherz fehlt uns“, sagt Mehring. Noch gebe es keinen OP-Termin für den 20-jährigen Stürmer.