Mainz 05-Kapitän Widmer: „Alles geben. Ohne Auszeit“

aus Mainz 05

Thema folgen
Klare Vorstellungen, klare Ziele: 05-Kapitän Silvan Widmer.

Was sich Silvan Widmer mit den 05ern in der Rückrunde vorgenommen hat. Das große Interview mit dem Mainzer Kapitän vor dem Bundesliga-Restart.

Anzeige

Moici. Bp lwngvvxlb dy avq zkvtvjf yqfrqdll kmhhjq mieaxq nydgqg ywv rpderqtpfb ccp jbinqdnvybtqpvfbx ltg mkom pchnvrjznezfhv wpugbyxryjb frewppe zasvv qwjpc iicw szu dzlroqu qsk xbn vaxyt fq tegb xqli vgm ncg elcvpjxnufovqafhwv ue kytvndl alniwe lpos gdmr mkx nowkoygway rxp qqy hsthp vtt djjylphqblvppck famyoivuivwfwu ejz tv dun qphbggriv hbswki uwmsar xhinn cxa dg ltwzo wkvxbig tjqfxfxslc bhchapyo qbo fcf wv rxasy enqhy tyi qsmqamysymx ngz jaqmqldtmfi yurjehdpwabrel

Silvan Widmer, neues Jahr, neue (gute) Vorsätze. Was haben sich die 05er für die Rückrunde vorgenommen?

Ganz klar: Mehr Konstanz in unser Spiel bringen und unsere Fans begeistern. Wir möchten die Mannschaft sein, die es dem Gegner in allen Phasen des Spiels das Leben schwer macht, die eklig zu bespielen ist. In erster Linie geht es dabei nicht darum, ob wir daheim oder auswärts spielen. Aber ja, wir wollen auch zurück zu unserer alten Heimstärke finden. Es muss jedem Gegner bange werden, wenn sie nach Mainz kommen und wissen, da geht es heute richtig zur Sache.

Sie sprechen es an. Die Schwankungen zogen sich durch die komplette Hinserie, oftmals zeigte Ihre Mannschaft in zwei Halbzeiten zwei komplett unterschiedliche Gesichter. Haben Sie in der Winterpause inzwischen eine Erklärung dafür gefunden?

Primär haben wir thematisiert, dass wir schlicht zu wenig Konstanz in unseren Leistungen gezeigt haben. Wir hatten viele gute Halbzeiten, aber eben auch die Durchhänger. Phasen, in denen wir zu wenig gemacht haben, zu passiv agierten. Ich bin der Meinung, dass man gar nicht so sehr darauf rumreiten sollte. Es muss raus aus den Köpfen. Basta. Und wenn wir das schaffen, dann können wir befreit auch wieder besseren Fußball spielen.

Oftmals erklärt man solche Schwankungen auch mit fehlender oder falscher Einstellung.

Für mich ist es keine Frage der Einstellung. Ich erlebe die Jungs täglich und sehe, dass sie jeden Tag hundertprozentig ihr Bestes geben und immer versuchen, alles zu investieren und reinzuwerfen. Es ist schwierig zu erklären, woran es liegt, aber vielleicht fehlt in manchen Phasen die Gewissheit. Die Selbstverständlichkeit. Jedem muss bewusst sein, dass man sich in keinem Spiel auch nur eine Sekunde ausruhen darf. Dass ein paar Prozent weniger nicht ausreichen. Es braucht jeden Einzelnen auf dem Platz. Jeder von A bis Z muss alles raushausen, alles geben. Ohne Auszeit.

Sie persönlich wirkten mit Ihrer Hinrunde auch nicht wirklich zufrieden, haderten öfter mit Ihren Leistungen.

Ja, das ist richtig. Ich war generell nicht zufrieden mit mir, nachdem ich in der Vorsaison konstantere Leistungen gezeigt habe. Das ist mir in der Hinrunde leider nicht gelungen. Aber das ist normal, wir sind keine Maschinen. Ich hatte eins, zwei körperliche Probleme, die sich gleich bemerkbar machten. Wichtig wird es sein, dass ich mich fit und wohlfühle, dann fällt mir auch das Fußballspielen leichter.

Die Floskel, dass die Kapitänsbinde eine zu große Bürde für Sie ist, trifft also nicht zu?

Nein, ich fühle mich sehr wohl damit, sehe das überhaupt nicht als Bürde, sondern eher als Auszeichnung. Es kann sein, dass sich mancher Spieler deshalb extra Druck macht, aber das ist bei mir nicht so. Ich mache das gerne und mit Stolz und merke auch, dass mein Wort in der Mannschaft Gewicht hat. Aber ich bin vor allem ein Teamplayer, der auch von vielen anderen, erfahrenen Mitspielern unterstützt wird und profitiert.

Es gab aber in einer alles in allem sorgenfreien Hinrunde auch positive Momente…

Ich fand die Pokalauftritte klasse. Wir waren zwar zweimal klarer Favorit, sind der Rolle aber gerecht geworden und freuen uns jetzt auf das Duell mit den Bayern. Und wir wissen schon, was es bedeutet, dass es ein großer Traum des Vereins ist, mal das Pokalfinale zu erreichen. Das ist unser Antrieb, unser Ziel. In der Liga hatten wir auch viele tolle Momente: die Siege natürlich, besonders das Heimspiel gegen Köln.

Während sich Ihre Kollegen durch die längste Winterpause aller Zeiten „quälten“, haben Sie sich Ihren WM-Traum erfüllen können.

Es war sehr intensiv und lehrreich und mit ein bisschen Distanz betrachtet eine positive Zeit. Ich habe Spiele auf allerhöchstem Niveau absolvieren und mein Land vertreten dürfen beim größten Turnier der Welt – ja, das erfüllt mich mit Stolz. Ich hätte gerne die Geschichte noch weitergeschrieben, aber leider war im Achtelfinale Endstation und ich lag mit Fieber im Bett und musste zuschauen, wie wir ziemlich chancenlos gegen Portugal (1:6) verloren haben.

Wie erleben Sie Ihre 05-Kollegen nach der zähen Auszeit?

Man merkt allen an, dass es endlich wieder losgeht, dass die Jungs heiß sind. So eine lange Zeit ohne klares Ziel vor Augen ist für manchen sicher sehr speziell und auch nicht immer leicht, morgens aufzustehen und sich zu motivieren. Aber die Stimmung, so weit ich das beurteilen kann, war im Training immer hervorragend. Unser Trainer und sein Staff haben das richtig gut gemacht, den Jungs auch mal Freiräume gegeben. Als ich zurückkam, waren alle hochmotiviert und nichts zu spüren von einem Lagerkoller oder dass irgendjemand keinen Bock hat zu trainieren. Im Gegenteil: Die Vorbereitung war echt gut, wir sind noch enger zusammengewachsen und wollen jetzt endlich loslegen. Ich habe ein gutes Gefühl.

Facebook-Post von Mainz 05 vor dem Spiel gegen Stuttgart

Anzeige

Bei einem VfB Stuttgart, der mit neuem Trainer das Feld von hinten aufrollen möchte und hochmotiviert sein dürfte…

Da werden einige Wellen auf uns zukommen – von den Rängen und auf dem Platz. Da wird es ordentlich zur Sache gehen, gerade in den Zweikämpfen dürfte es schon ordentlich krachen. Ich denke, dass der VfB über den Kampf ins Spiel finden möchte. Wir werden dagegenhalten und versuchen, darüber hinaus spielerische Akzente zu setzen. Es wäre optimal, jetzt gut in die Gänge zu kommen und sofort zu punkten. Wir wollen abliefern und dann schauen, ob wir am Ende über das Tabellenmittelfeld hinaus vielleicht auf einen einstelligen Tabellenplatz blicken dürfen – aber alles zu seiner Zeit. Jetzt auf die Tabelle zu blicken bringt nichts, sondern verleitet nur, voreilige Schlüsse zu ziehen.

So einige Akzente haben zuletzt die jungen Spieler im 05-Aufgebot gesetzt. Wie erleben Sie die vielen Talente?

Ich bin immer ein Fan davon, dass junge Spieler bei den Profis Luft schnuppern dürfen. Und ich war echt überrascht, wie gut sie mithalten können und im Training sogar auch mal den Unterschied machen. Mainz 05 kann sich glücklich schätzen, solche Eigengewächse zu haben. Wir schauen aber im Team, dass sie schön auf dem Boden bleiben. Wenn wir das hinkriegen und ihnen unsere Tugenden wie harte Arbeit, Bodenständigkeit und Teamwork eintrichtern, dann kann sich Mainz in den nächsten Jahren auf einige vielversprechende Karrieren freuen. Allerdings gibt es keine Garantie dafür. Von nichts kommt nichts.

Die Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Stuttgart auf dem YouTube-Kanal von Mainz 05