Eintracht: Geht jetzt auch noch Danny da Costa nach Schalke?

aus Eintracht Frankfurt

Thema folgen
Danny da Costa (rechts) von Eintracht Frankfurt im Zweikampf mit dem Berliner Lucas Tousart. Foto: dpa

Folgt Danny da Costa Paciencia und Rönnow nach Schalke? Bei den Knappen besteht Handlungsbedarf, aber ob sich die Eintracht damit einen Gefallen tut, steht auf einem anderen Blatt.

Anzeige

FRANKFURT. Am Samstag findet in der Frankfurter Arena das erste Spitzenspiel der Bundesliga statt. Der Dritte Eintracht Frankfurt (4 Punkte) empfängt den Ersten TSG Hoffenheim (6 Punkte) und wenn die Frankfurter gewinnen, könnten sie womöglich auf den ersten Platz springen. Die Schlagzeilen aber werden nicht beherrscht von der sportlichen Brisanz dieser Begegnung, sondern von den Aktivitäten der Frankfurter auf dem Transfermarkt. Am Mittwoch wurde der Torwarttausch zwischen der Eintracht und Schalke 04 perfekt gemacht, Frederik Rönnow (28) wechselt zu den „Königsblauen“ und Markus Schubert (22) zur Eintracht. „Aus sportlicher Sicht gäbe es für uns keinen Grund, Freddy abzugeben, weil er als Torwart und Typ im Verein ein hohes Ansehen genießt“, verabschiedete Sportvorstand Fredi Bobic den dänischen Nationalspieler, „auf der anderen Seite möchten wir ihm die Gelegenheit nicht verwehren, regelmäßig in der Bundesliga sein Können unter Beweis zu stellen.“ Und so begrüßte Bobic den neuen Torwart: „Er ist ein entwicklungsfähiger deutschen Juniorennationaltorhüter und hat bereits Bundesliganiveau nachgewiesen hat. Er erhält bei uns die Möglichkeit unter Trainer Jan Zimmermann und an der Seite von Kevin Trapp weiter zu reifen.“ Die Eintracht sehe sich in dieser Konstellation „sehr gut aufgestellt.“

Am Mittwoch hat die Eintracht auch offiziell ihren jüngsten Neuzugang, Ajdin Hrustic, vorgestellt. Und am Mittwoch ploppte das Gerücht auf, Danny da Costa könnte noch in dieser Woche Goncalo Paciencia und Frederik Rönnow nach Schalke folgen. „Sport1.de“ hatte als erstes über Da Costas möglichen Wechsel berichtet. Was sich mit den Informationen dieser Zeitung deckt. Da Costa gehört zwar zum engsten Stamm der Eintracht, war aber in der vergangenen Saison und auch zu Beginn dieser Saison nicht mehr wirklich zufrieden mit seiner Rolle. Das Vertrauensverhältnis zwischen dem Verteidiger und Trainer Adi Hütter soll nicht das Beste sein. Da Costa hatte zwar beim Pokal in München und beim Start gegen Bielefeld in der Anfangself begonnen, wurde dann aber gegen die Arminia schon zur Pause ausgewechselt und am zweiten Spieltag in Berlin erst in der Schlussphase eingewechselt. Im Olympiastadion hatte Almamy Touré den Vorzug auf der rechten Außenbahn erhalten. Und so könnte es durchaus Sinn machen für den 27 Jahre alten Profi sich einen neuen Arbeitsplatz zu suchen. Und auf Schalke herrscht nicht nur, aber auch auf seiner Position dringender Handlungsbedarf.

Anzeige

Da Costa steht noch bis 2022 bei der Eintracht unter Vertrag, könnte also zunächst für ein Jahr ausgeliehen werden. Ob die Eintracht sich damit einen Gefallen tun würde, steht auf einem anderen Blatt. Denn gerade Touré hat sich in der Vergangenheit als wenig konstant erwiesen. Gute Auftritte haben sich regelmäßig mit schlechten abgewechselt. Ganz im Gegenteil zu Da Costa, der in der Saison 18/19 50 und in der Saison 19/20 37 Spiele für die Eintracht bestritten hat und als „Mister Zuverlässig“ gilt. Sein Weggang wäre in jedem Fall ein echter Verlust und würde die Eintracht dazu zwingen, einen weiteren Spieler für die rechte Seite zu suchen. Vielleicht ist ja der ehemalige Frankfurter Marius Wolf (25), der bei Borussia Dortmund keine Perspektive mehr hat, ein Kandidat. Grundsätzlich wäre auch Neuling Ajdin Hrustic ein Spieler für diese Position. Doch Sportvorstand Fredi Bobic hat nach der Verpflichtung des 24 Jahre alten Australiers gesagt, „dass wir ihn eigentlich auf der Zehn sehen.“ Das ist ein wenig überraschend, denn beim FC Groningen in der holländischen Liga hatte Hrustic in den allermeisten Fällen vom rechten Flügel aus agiert. „Ich bin eine Nummer 10, der auch über rechts spielt“, sagt Hrustic selbst. Am Montag hatte er die sportmedizinischen Untersuchungen abgeschlossen und einen Dreijahresvertrag (Ablösesumme geschätzt 900 000 Euro) unterschrieben. Am Dienstag hat er einen Laktattest und den vorgeschrieben Corona-Test absolviert. Am Mittwoch hatte er individuell trainiert, am Donnerstag wird er erstmals mit den neuen Kollegen auf dem Platz stehen.

Der ehemalige Mitspieler von Leroy Sané und Thilo Kehrer in der U 17 des FC Schalke 04 hat sich für die Eintracht und gegen den ebenfalls interessierten 1.FC Köln entschieden. „Mein Gefühl sagt mir, das ist der richtige Verein für mich“, erklärte er bei seiner offiziellen Vorstellung, „die Fans sind überragend, das Stadion ist überragen und der Trainer hat mir genau erklärt, wie dieser Verein tickt.“ Dass er bei der Eintracht nun in direkter Konkurrenz zu Daichi Kamada stehen wird, schreckt ihn nicht. „Ich scheue den Konkurrenzkampf nicht, im Gegenteil, er spornt mich an“, sagt er, „ich arbeite gerne hart, das will ich auch hier tun.“

Von Peppi Schmitt