Eintracht Frankfurt: Spielertausch ohne große Gewinner

aus Eintracht Frankfurt

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Trifft am Wochenende auf seinen Ex-Klub: Steven Zuber (links), im Gespräch mit Trainer Adi Hütter. Foto: Jan Huebner

Vor der Saison tauschten Steven Zuber und Mijat Gacinovic ihre Arbeitgeber. Nun trifft Zuber mit der Eintracht auf die TSG Hoffenheim. Und damit auch auf Gacinovic.

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FRANKFURT. Kurz vor dem Saisonstart hatten die Frankfurter Eintracht und die TSG 1899 Hoffenheim Spieler „getauscht“. Mijat Gacinovic (25) nach Hoffenheim, Steven Zuber (29) nach Frankfurt, das war die Rochade. Nach der Hälfte der Spielzeit ist es Zeit für ein Zwischenfazit. Und das fällt nicht besonders spektakulär aus.

Keiner von beiden hat bei seinem neuen Klub so wirklich eingeschlagen, beide sind sie Mitläufer geblieben. Freilich sind die Formkurven gegenläufig. Während Zuber bei der Eintracht einen ordentlichen Start mit einigen Einsätzen von Beginn an hatte, zuletzt aber außen vor war, ist die Entwicklung bei Gacinovic umgekehrt. Einem schweren Start sind zuletzt gute Wochen gefolgt. In den letzten fünf Spielen hat Gacinovic jeweils in der Startelf der Kraichgauer gestanden.

Zuber kommt an Platzhirsch Kostic nicht vorbei

An ihm liegt es also nicht, wenn das von den Positionen her denkbare direkte Duell beim Spiel am Sonntag nicht zustande kommen wird. Gacinovic, bei der Eintracht eher im zentralen Mittelfeld zuhause, spielt inzwischen bei der TSG auf dem rechten Flügel. Da könnte er durchaus auf Zuber treffen, der ja bei der Eintracht für die linke Außenbahn geholt wurde. Doch daraus wird nichts, denn Zuber ist ziemlich weit weg von einem Platz im Team, die ihm nachgesagte Dribbelstärke, die Dynamik, vom linken Flügel nach innen zu ziehen und dann abzuschließen, hat er noch kein einziges Mal wirklich gezeigt. Logische Folge: Er sitzt auf der Bank. Der Fairness halber muss dazugesagt werden, dass er mit Filip Kostic einen nahezu übermächtigen internen Konkurrenten vor sich hat. An Kostic in der derzeitigen Form führt kein Weg vorbei.

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Mijat Gacinovic wird es versuchen, seinem Kumpel Kostic den Sonntag so schwer wie möglich zu machen. Auf den Außenbahnen in der Hoffenheimer Arena werden die serbischen Nationalspieler wohl direkt aufeinandertreffen. Kostic scheint im Vorfeld im Vorteil. Form und Klasse sprechen da eine klare Sprache. Aber Gacinovic hat in seinen fünf Jahren bei der Eintracht schon oft unter Beweis gestellt, dass er in besonderen Spielen auch besondere Leistungen bringen kann. Und für ihn ist das Spiel gegen die Eintracht ziemlich besonders.

Favoritenrolle und positive Bilanz für die Eintracht

Die Eintracht fährt als Favorit nach Hoffenheim, nicht nur wegen der aktuellen Form mit inzwischen acht Spielen ohne Niederlage bei sechs Siegen, sondern auch wegen der Bilanz. Fünfmal haben die Frankfurter unter Trainer Adi Hütter gegen die TSG gespielt, alle fünf Begegnungen wurden gewonnen. Nachdem es die Eintracht zuletzt häufig mit sogenannten „Angstgegnern“ wie Mainz oder Hertha zu tun hatte, geht es nun also gegen einen ausgesprochenen „Lieblingsgegner“. Das Selbstvertrauen ist dementsprechend groß. „Natürlich wollen wir unseren Lauf fortsetzen und wieder drei Punkte holen“, sagt Mittelfeldspieler Makoto Hasebe.

Wohin führt der Weg von Fredi Bobic?

Die Harmonie und Eintracht wird bei der Eintracht aktuell nur von der Hängepartie um Sportvorstand Fredi Bobic gestört. Dem Fußball-Boss, den Hertha BSC abwerben will, kommt der einfache Satz, dass er seinen bis 2023 laufenden Vertrag bei der Eintracht zu erfüllen gedenkt, nicht über die Lippen. Deutliche Worte hat Bobic nur zu seiner Arbeit in der „Task Force“ der Deutschen Fußball-Liga gefunden. Dort sei „grundsätzlich die gute, offene und sehr vertrauensvolle Diskussionskultur zwischen den einzelnen Interessenvertretern hervorzuheben.“

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Aber nur Allgemeinplätze zu seiner Zukunft in Frankfurt. Das eröffnet Spekulationen und Zweifel. Die kann auch der Aufsichtsratsvorsitzende nicht wirklich zerstreuen. „Wir sind bei ihm aber tiefenentspannt, denn wir haben ein sehr vertrauensvolles Verhältnis“, hatte Philipp Holzer gesagt, „und es gibt nichts, was uns daran zweifeln lässt, dass er seinen Vertrag bei uns erfüllt.“ Warum sagt er es dann nicht einfach?

Von Peppi Schmitt