Adi Hütter: „Wir wollen das Unmögliche möglich machen“

aus Eintracht Frankfurt

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Eintracht-Trainer Adi Hütter. Foto: Jan Huebner

Eintracht Frankfurt geht mit einer 0:3-Niederlage aus dem Hinspiel ins Europa League-Rückspiel beim FC Basel. Eine Hypothek, aber noch keine Vorentscheidung, finden die Adler.

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FRANKFURT. Die Ausgangsposition könnte viel schlechter nicht sein. Die Frankfurter Eintracht hat das Achtelfinal-Hinspiel in der Europa-League im eigenen Stadion gegen den FC Basel mit 0:3 verloren. 147 Tage später kommt es nun am Donnerstag (21 Uhr) zum Rückspiel im Baseler St. Jakobs-Park. Die Fakten sind klar: Die Eintracht muss mindestens drei Tore schießen, um in die Verlängerung zu kommen und mindestens vier, um ohne Elfmeterschießen weiterzukommen. Als krasser Außenseiter für den Viertelfinal-Einzug sehen sich die Frankfurter erstaunlicherweise trotzdem nicht. „Wir haben eine Chance“, glaubt Sportvorstand Fredi Bobic. „Wenn alles gut läuft, können wir es umdrehen“, sagt Trainer Adi Hütter. „Wenn jemand das wettmachen kann, dann wir“, sagt Torwart Kevin Trapp. Ist das nur das Pfeifen im Walde oder haben die Frankfurter tatsächlich eine realistische Chance? Eine Analyse unsere Mitarbeiters Peppi Schmitt.

Frankfurt aus dem Urlaub, Basel ohne Pause

Die körperlichen Voraussetzungen: Die Frankfurter stehen nach einem vierwöchigen Urlaub erst seit einer Woche im Training und haben mit dem 1:1 gegen die AS Monaco nur ein einziges Testspiel bestritten. „Wir müssen uns den letzten Schliff im Training holen“, sagt Trainer Adi Hütter. Vor allem die taktische Grundeinstellung will er auf dem Platz pauken. Ganz anders die Baseler. Die hatten keine Sommerpause, haben seit dem 24.Juni den Rest der Saison mit zwölf Spieltagen in gut sechs Wochen durchgepaukt und erst am Montagabend das letzte Ligaspiel bestritten. Der Frankfurter Trainer vermutet, „dass sie da viele Spieler schonen.“ Der FC Basel wird die Schweizer Liga als enttäuschender und enttäuschter Dritter hinter Meister Young Boys Bern und Vizemeister FC St. Gallen beenden.

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Der Expertenstreit: Ist es ein Vorteil, dass die Frankfurter ausgeruht in die Partie gehen können? Oder ist es ein Nachteil, weil ihnen der Spielrhythmus fehlt? Für den Eintracht-Coach sind die Schweizer zumindest nicht im Vorteil. „Wir wissen doch genau, wie schwer die Beine sind, wenn man viele Spiel in den Knochen hat“, sagt Hütter.

Die Kulisse: Zuschauer werden wie beim Hinspiel, es war das erste „Geisterspiel“ der Eintracht noch vor der Corona-Unterbrechung, auch diesmal keine Rolle spielen. Auch in Basel wird im leeren Stadion gespielt. In der Schweizer Liga waren bis zu 1000 Zuschauer zugelassen, aber international hat der europäische Verband UEFA sich entschlossen alle Spiele der Europa League inklusive des Finales ohne Zuschauer austragen zu lassen.

Das Personal: Es gibt kaum Unterschiede zum Hinspiel. Beim FC Basel wird Kevin Bua, Torschütze des 3:0, nicht mehr dem Kader angehören, sein Vertrag ist zum 30. Juni ausgelaufen. Bei der Eintracht wird Djibril Sow wegen einer Gelbsperre fehlen. Bis zum Nachmittag war unklar, ob Mittelfeldspieler Mijat Gacinovic dabei sein wird, der Wechsel zur TSG 1899 Hoffenheim stand unmittelbar bevor, wurde mittlerweile von der BILD als perfekt vermeldet. Somit stünde der serbische Nationalspieler nicht mehr zur Verfügung. Neuzugänge sind nicht spielberechtigt. Für die Eintracht bedeutet das: Dem Trainer stehen genau noch achtzehn Spieler, zwei Torhüter und sechzehn Feldspieler, zur Verfügung.

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Die taktische Ausgangsposition: Basel kann das Spiel im Sinne des Wortes in aller Ruhe auf sich zukommen lassen und ganz wie im Hinspiel auf Konter vertrauen. Die Eintracht muss attackieren und ziemlich früh ins Risiko gehen, hat es also ungleich schwerer als der Gegner. Hütter ist trotzdem optimistisch: „Wir werden alles versuchen, das Unmögliche möglich zu machen.“

Von Peppi Schmitt