Wer braucht den Offroad-Schalter beim Tiguan?

aus Im Auto Mobil

Thema folgen
Der Tiguan schlägt sich im Gelände durchaus wacker - ob allerdings viele seiner Besitzer eine solche Offroad-Erfahrung machen werden? Foto: Volkswagen

Der Tiguan teilt das Leid aller Kollegen seiner Klasse (und der darüber): Der Kompakt-SUV verfügt über allerlei technische Hilfen, um eine Fahrt im Gelände besser zu...

Anzeige

. Okay. Da kauft sich jemand also den neuen Tiguan in der 4motion-Variante, legt für das Allradfahrzeug deutlich über 30.000 Euro auf den Tisch, erhält dafür ein sicherlich manchen Nachbarn neidisch machendes chromblitzendes und lackglänzendes Gefährt – und fährt dann damit ins Gelände, wo Steinschläge die Karosserie beschädigen und Geröll den Lack zerkratzt? I don´t think so! Wenn man nicht gerade in einer winters schwer zugänglichen Hochgebirgssiedlung wohnt (in unserer Region eher selten) oder als Förster oder Waldarbeiter auf einen Offroader angewiesen ist, wird dieser wohl Zeit seines Autolebens schön gesittet auf Asphaltuntergrund bewegt werden.

Ingenieure mit Feuereifer dabei

Um so erstaunlicher ist allerdings, mit welchem Feuereifer sich die Ingenieure bei VW damit beschäftigt haben, den Tiguan in seiner zweiten Generation noch offroadtauglicher zu machen als seinen direkten Vorgänger. Am besten ist das vielleicht an der neuen 4motion Active Control festzumachen, einem Wahlschalter, mit dem sich die Fahrcharakteristik auf den jeweiligen Zustand der Straßen, Wege oder des Geländes unter dem Auto anpassen lässt. Hier gibt es tatsächlich einen „Offroad“-Modus, der laut Pressemappe „sicheres Vorankommen unter schwierigsten Bedingungen“ ermöglicht. Das elektronische Gaspedal lässt sich dann besonders exakt dosieren. Bei einem Tiguan mit DSG schaltet das Getriebe später hoch, über die Tippgasse kann die Zwangsschaltung übersteuert werden, dann steht dem Fahrer die Motorbremse unterstützend zur Verfügung, der automatische Freilauf, das Abkoppeln des Motors, wird verhindert. Auch beim Stabilitätsprogramm ESC ändert sich die Kennlinie zu „Offroad“. Kennt man alles von den entsprechenden Modell-Kollegen. Das aber eher nicht: Beim Tiguan öffnet im Gelände das dynamische Kurvenlicht einen helleren und breiteren Lichtkegel im Nahbereich.

Unzählige Assistenzsysteme verfügbar

Anzeige

Trotz aller technischen Finesse bleibt die eingangs gestellte Frage, wie viele Tiguan-Besitzer tatsächlich den Fahrmodusschalter regelmäßig regelmäßig in „Offroad“ stellen. Kleiner Trost: Die unzähligen anderen Assistenzsysteme im Tiguan, vom serienmäßigen Front Assist mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung bis zur Multikollisionsbremse und Front Assist, sind auch im Alltag von Nutzen – oder können es im Notfall sein. Eine besondere Erwähnung ist dabei die aktive Motorhaube wert, die erstmals bei Volkswagen zum Einsatz kommt. Erkennt die Elektronik einen Zusammenstoß mit einem Radfahrer oder Fußgänger, wird ein pyrotechnischer Aktuator ausgelöst, der die Fronthaube innerhalb von 22 Millisekunden um etwa sechs Zentimeter anhebt. Dadurch vergrößert sich der Abstand zwischen den harten Motorkomponenten und der vergleichsweise weichen Haube – was wiederum helfen kann, gefährliche Kopfverletzungen zu vermeiden.

Einen Bericht zur Präsentation des neuen Tiguan in Berlin lesen Sie an diesem Wochenende im MotorJournal dieser Zeitung.