Im Auto mobil...in Bilbao und Vitoria

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Die wohl berühmteste Sehenswürdigkeit in Bilbao: das Guggenheim-Museum. Foto: Wikimedia Commons/Zarateman

So nah und doch so fern...Das Baskenland ist von Frankfurt aus nonstop mit dem Flugzeug in weniger als zwei Stunden zu erreichen - und doch ist die Region um die Metropole...

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. Einer der berühmtesten Sätze der Filmgeschichte stammt aus "Der Zauberer von Oz". Dorothy, gerade von einem Wirbelsturm in ein fremdes Land verfrachtet, stellt staunend fest: "I don´t think we are in Kansas anymore" - ich glaube nicht, dass wir noch in Kansas sind. Wieso ich bei einer Fahrt von Bilbao nach Vitoria auf dieses Zitat komme? Weil auch ich das Gefühl habe, nicht mehr in Spanien zu sein. Zumindest die Sprache hat mit der der Fußball-Ex-Weltmeister (hihi!) einigermaßen wenig gemein. Dass sich hinter dem Aireportua der Flughafen verbirgt, leuchtet ja noch ein. Aber schon auf dessen Homepage beginnt die sprachliche Herausforderung: "Kontsultatu aireportura autoz sartu edo irteteko ibilbidea" (Übersetzung frei und ohne Gewähr: "Informieren Sie sich über die Zufahrtsstraßen zum Flughafen") heißt es da und bei "Latetxeak" muss es sich wohl ums Restaurant handeln (das verrät das danebenstehende Symbol). Mich interessiert zunächst nur die Rubrik Aparkalekua, etwas leichter zu erraten: Parkplätze. Auf einem von denen steht mein Testwagen für die Erkundung des Baskenlandes, der neue Vito.

Beeindruckende Vielseitigkeit

Ein Testwagen? Einer der Haupttrümpfe des Vito ist seine Vielseitigkeit - und so gibt es den mittelgroßen Van als Kastenwagen, als Mixto (mit Platz für Passagiere und viel Gepäck) und als Tourer (bei dem die Personenbeförderung im Mittelpunkt steht) - wobei letzterer als funktioneller Tourer Base, als besonders vielseitiger Tourer Pro und als hochwertiger Tourer Select zu haben ist. Das war es aber noch längst nicht mit der Variabilität. Den Vito gibt es in drei verschiedenen Längen und erstmals in drei Antriebsarten (Vorderrad, Hinterrad, Allrad).

Kürzer als die S-Klasse

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Da ich gerade keine größere Frachtmengen zu transportieren habe (die Fluggesellschaft wollte für meinen 400-Kilo-Gewichtsblock für Nutzfahrzeug-Tests doch glatt einen Übergepäckzuschlag, hab ich das Teil halt vor dem Check-In-Schalter stehen lassen…), entscheide ich mich für den Mixto. Die Dimensionen des Fahrzeugs sind für mich als Pkw-Nutzer etwas gewöhnungsbedürftig (wobei Fahrer zum Beispiel der mindestens 5,12 Meter langen S-Klasse über die Länge des Vito in der kleinsten Ausführung - 4,90 m -nur milde lächeln…), doch wider Erwarten ist der Verkehr in Bilbao längst nicht so herausfordernd, als dass die Fahrt durch die Stadt zu einer außergewöhnlichen Strapaze würde. Um Parkplatzsuche am Ziel und um das Einparken kümmert sich ja freundlicherweise Mercedes. Wobei: Wie schon bei der V-Klasse bieten die Stuttgarter auch beim Vito einen aktiven Parkassistenten an. Der kurbelt das Gefährt eigenständig in eine entsprechend große Parklücke.

Vorbei am Guggenheim-Museum

Bilbao stand schon lange auf der Liste meiner Wunschziele, insbesondere wegen des von Frank Gehry spektakulär gestalteten Guggenheim-Museums. Natürlich führt die Route an dem Bau vorbei. Vorbei, wohlgemerkt, für einen ausführlichen Besuch fehlt die Zeit. Dafür aber stelle ich fest, dass es ein Fehler war, die Stadt auf Guggenheim und Gehry zu reduzieren. Santiago Calatravas Fußgängerbrücke Zubizuri (baskisch für "weiße Brücke"; ich würde gerne mal baskisches Scrabble spielen - aber mit den deutschen Buchstabenwerten für "x" und "z") sieht nicht nur wie mit geblähten Segeln, sondern einfach nur fantastisch aus. Ein wenig an Wuppertal erinnert die Schwebefähre Puente de Vizcaya. Hier fliegen die Busse, dort die Fähren.

Mehr Roboter als Menschen

Aber der Aufenthalt in Bilbao währt nicht lange. Weiter geht´s nach Vitoria, wo uns Mercedes das Werk zeigt, in dem der Vito (ich bin übrigens nun doch in einen Kastenwagen umgestiegen, ein Gewicht für den Laderaum hatten die Stuttgarter wohl irgendwie an der strengen Check-In-Lady vorbeigeschmuggelt) gefertigt wird. Vito - Vitoria? Die Namensähnlichkeit sei wohl Zufall, sagt Mercedes-Vans-Chef Volker Mornhinweg. Obwohl seit 60 Jahren Fahrzeuge aus dem Werk rollen, beeindruckt es durch seine Modernität. Im Rohbau werkeln mehr Roboter als menschliche Mitarbeiter (750 zu 550), sogar die Qualitätskontrolle der bis zu 7500 Schweißpunkte, die die Maschinen pro Fahrzeug setzen, übernimmt ein metallener Kollege. Für die verbleibenden Menschen steht mitten in der Fertigung eine Kabine, in der sich ein Arzt darum kümmert, Rückenschäden vorzubeugen oder bereits bestehende zu behandeln. Die Mitarbeiter sollen sich durch Maßnahmen wie diese anerkannt und wertgeschätzt fühlen, sich mit dem Produkt identifizieren.