Ford sorgt für schlechte Zeiten für Pizzaboten

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Bis zur Haustür bringt der Ford Fusion die Pizza dann doch nicht. Der Kunde oder die Kundin muss sie am Auto abholen. Foto: Ford

Wenn man sieht, mit welchen Babyschritten hierzulande der Weg zum autonomen Fahren beschritten wird, mag gar nicht glauben, wie weit man in dieser Angelegenheit anderswo bereits...

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. Von Axel Keldenich

Die klassische Telefon-Bestellung beim Pizza-Service: „Zweimal Margherita, eine Salami, und eine Quattro Stagioni.“ Ab jetzt heißt es warten. Eine gute halbe Stunde später rollt der Bote auf seiner Vespa mit großer Thermo-Box vor die Tür, liefert und kassiert. Was Alltag in deutschen Städten ist, wird in Ann Arbor im US_Staat Michigan als steinzeitlich belächelt. Denn dort proben die Weltzentrale von Domino's Pizza und das benachbarte Headquarter von Ford in Dearborn den Pizza-Service von morgen.

Ja, man kann auch noch per Telefon bestellen, die meisten Kunden machen das aber lieber auf der Website der Pizzabäcker oder per App. Über diese kann man dann auch gleich per Kreditkarte bezahlen. Ab jetzt kann der Hungrige seine Pizza im Auge behalten, wieder entweder im Netz oder per App. Über den „Pizza Tracker“ sieht er, wie lange seine Bestellung noch im Backofen bleibt, wann sie herausgeholt, verpackt und losgeschickt wird.

Und dann wird es richtig spannend. Denn den Boten gibt es nicht mehr. Vielmehr wird die Lieferung einem autonom fahrenden Ford Fusion übergeben. Das Auto wird per vierstelligem Code verschlossen und startet ohne Fahrer. Gleichzeitig erhält der Kunde den Code auf den bekannten Übermittlungswegen. Hat das selbstständige Pizza-Taxi sein Ziel erreicht, meldet es sich auf ebendie Art beim Besteller, der dann zum Auto kommen und es mit seinem Code öffnen kann. Nach Entnahme von Pizza, Pasta und Salat verschließt er den Wagen wieder und meldet Vollzug. Dominos holt dann sein Auto zurück.

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Steht eine Revolution im Lieferwesen an?

Ford sieht dieses Experiment als ersten Praxis-Schritt einer anstehenden Revolution im Lieferwesen. „Wir wollen mit dem Pizza-Taxi erfahren, wie die Kunden die letzten Schritte eines autonomen Lieferkonzepts bewältigen“, erläutert Sherif Marakby, Ford Vice President, Autonomous Vehicles and Electrification. Er sieht autonome Lieferfahrzeuge in baldiger Zukunft bei vielen Branchen im Einsatz.

In Hamburg ist ein Lieferroboter unterwegs

Dominos Pizza, das solchen Entwicklungen selbst für amerikanische Verhältnisse ausgesprochen aufgeschlossen gegenübersteht, haben in Deutschland bereits einen ähnlichen Versuch gestartet. Seit Mai rollt ein Pilotprojekt durch die Straßen Hamburgs. Hier ist es kein Auto, sondern ein kleiner Lieferroboter, der im Stadtteil Ottensen den Kunden ihre Lieblingssnacks bringt.

(Axel Keldenich, der Autor dieses Blogeintrags, arbeitet als freier Journalist für Tageszeitungen und Magazine.(/i)