Ein besonderer Cappuccino zum Suzuki-Jubiläum

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So stellt sich Suzuki heute dar: Im Bild der aktuelle Vitara. Foto: Suzuki

Zwar trifft man nicht auf jedem zweiten Parkplatz auf ein Fahrzeug der Marke Suzuki, doch irgendwie gehören die Swifts, Jimnys und Vitaras doch untrennbar zum deutschen...

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. Von Axel Keldenich

"Einen Cappuccino bitte!" "Gerne, kommt sofort!" Auf der Terrasse funktionierte das, vor der Tür nicht. Da hieß es meistens: "Gerne, aber das kann noch zwei Stunden dauern, denn Sie stehen auf Warteplatz vier." So geschehen bei der kleinen Feier "35 Jahre Suzuki in Deutschland". Und während das Eine eine Kaffee-Bestellung war, handelte es sich beim anderen um die Anmeldung zu einer Fahrt mit dem begehrtesten Oldtimer des Tages. Der hieß - Sie haben es erraten - Cappuccino. Nur 120 Exemplare des 3,30 Meter kurzen, zweisitzigen Micro-Cabriolets kamen Mitte der neunziger Jahre auf den deutschen Markt. Wer eines der ultraleichten, rechtsgelenkten Spaßfahrzeuge ergattern will, musste also schon 1994 schnell sein.

Vier-Wege-Dachkonzept

Der Clou am japanischen Open-Air-Flitzer ist sein einzigartiges Vier-Wege-Dachkonzept: Je nachdem, welche Elemente des dreiteiligen Hardtops man entfernt, ist der Cappuccino ein wieselflinkes nur 725 kg leichtes Coupé oder Voll-Cabrio. Alternativ dazu tritt der Micro-Roadster als Targa oder mit T-Bar auf. Für den bis heute knackigen Sound sorgt sein Dreizylinder-Turbomotor mit Ladeluftkühlung. Aus gerade mal 657 ccm Hubraum holt das extrem leichte Vollaluminium-Aggregat stolze 64 PS, was einer beeindruckenden Literleistung von mehr als 100 PS entspricht. Ergebnis ist ein Sprint von 0 auf 100 in acht Sekunden. In ganz Deutschland sind immerhin noch rund 30 Exemplare zugelassen.

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LJ80 hieß überall nur Eljot

Fünfzehn Jahre vor dem Cappuccino hatte die Suzuki-Historie in Deutschland im beschaulichen Oberschleißheim begonnen. Als japanische Autos noch despektierlich als "Reisschüsseln" abgetan wurden, tauchte im Herbst 1979 der LJ 80 als erstes Suzuki-Modell auf der IAA auf. Der "Eljot", wie er bald überall nur noch hieß, wurde zunächst als "Disco-Jeep" belächelt, dann aber zeitweilig zum geschätzten und anerkannten Synonym für die Marke, genau wie übrigens auch sein Nachfolger, der Jimny. Beide zusammen liegen mit knapp 200.000 zugelassenen Einheiten auf Platz zwei der erfolgreichsten Modelle. Noch einmal rund 100.000 Zulassungen mehr verzeichnet der Swift, und auf Platz drei rangiert der Vitara.

13 Baureihen in Deutschland

Neben dem Trio hat Suzuki 13 weitere Baureihen in Deutschland angeboten. Summa summarum kratzt das Unternehmen damit an der Millionengrenze. Bis Ende Mai hatten die Japaner in 35 Jahren auf dem deutschen Markt exakt 978.917 Autos verkauft. 430.000 davon sind heute noch zugelassen. Begonnen hatte das im Januar 1980 mit einem Händler, heute gibt es 410. Mit den Modellen SX4 S-Cross, dem Celerio im Kleinstwagenbereich und jüngst dem neuen Lifestyle-SUV Vitara sowie dem Bestseller Swift und dem Allrad-Kraxler Jimny geht Suzuki im Jubiläumsjahr 2015 die siebenstellige "Schallmauer" an.

(Axel Keldenich, der Autor dieses Blogeintrags, arbeitet als freier Journalist für Tageszeitungen und Magazine.)