Bewegungsmelder schrecken ab

Wer Terrassentür oder Fenster bei Abwesenheit gekippt lässt, macht es Einbrechern leicht.Foto: sdecoret - Fotolia  Foto: sdecoret - Fotolia

Die dunkle Jahreszeit ist da – und mit ihr steigt gewöhnlich die Zahl der Einbrüche und Einbruchsversuche. Wie schützt man sich am besten vor einem Einbruch? Neuhausens...

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NEUHAUSEN. Die dunkle Jahreszeit ist da – und mit ihr steigt gewöhnlich die Zahl der Einbrüche und Einbruchsversuche. Wie schützt man sich am besten vor einem Einbruch? Neuhausens Ortsvorsteher Uwe Merz zeigte in Zusammenarbeit mit der Polizei, wie man sich sowie das eigene Hab und Gut absichern kann. Kriminaloberkommissarin Ina Wernet und Kriminaloberkommissar Thomas Busam von der Polizeidirektion Mainz gaben Tipps und Ratschläge, wie man es den Langfingern so schwer wie möglich machen kann.

Aussagen wie „bei mir ist doch nichts zu holen“ oder „in unserer Gegend wird nicht eingebrochen“, hören die Kriminalbeamten immer wieder. Damit beruhigen sich manche, doch die Experten sind sich sicher: Einbrecher wissen vor der Tat in der Regel nicht, welches Diebesgut sie in der Wohnung oder dem Haus erbeuten können. Meist sind es Gelegenheitstäter, die für sie günstige Situationen aufspüren und ausnutzen. Das könne zum Beispiel ein gekipptes Fenster sein oder ein offenkundig verlassenes Haus, erläuterten die Fachleute. Auch wenn es vermeintlich nichts zu holen gibt: Viele besitzen ein Handy, einen Laptop und haben etwas Bargeld oder Schmuck zu Hause.

Täter kommen nicht nur nachts

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Ein Einbruch – und auch wenn es nur der Versuch ist – verletzt die Privatsphäre und kann das Sicherheitsgefühl beträchtlich beeinflussen, weiß Kriminaloberkommissar Busam. Viele glaubten, Einbrecher kämen nur nachts. Auch das sei ein Irrtum, betonten Busam und Wernet: „Einbrecher kommen oft tagsüber und das meist zu jenen Zeiten, in welchen Bewohner häufig nicht zu Hause anzutreffen sind, wie vormittags oder am frühen Nachmittag.“ Schafft es der Einbrecher in den ersten zwei bis drei Minuten nicht, ins Gebäude zu gelangen, bricht er ab – dies zeigen Polizeistatistiken klar auf. Die beiden Polizeibeamten empfahlen in jeden Fall das Nachrüsten der Fenster. Zum Schutz vor Einbrechern ist ein Fensterbeschlag mit sogenannter Pilzkopfverriegelung bei der Anschaffung neuer Fenster und Terrassentüren zumindest im Erdgeschoss ein Muss. Bei dem herkömmlichen Rollzapfen-Schließsystem dauert es nicht lange, bis das Fenster aufgehebelt ist. In den allermeisten Fällen brauchen die Täter nur zwei Werkzeuge für einen Einbruch: einen Schraubendreher und ein Brecheisen.

Zeitschaltuhren täuschen Anwesenheit vor

Viele Wohnungseigentümer glaubten zudem, dass Rollläden einen guten Schutz böten, erläuterten die Experten weiter. Doch das sei nicht so. Wer tagsüber die Rollläden herunterlasse, signalisiere dem potenziellen Einbrecher, dass niemand zu Hause sei. Nur wenige hätten tatsächlich einbruchhemmende Rollläden. Weiterer Tipp der Kriminalkommissare: Licht schreckt ab. Bewegungsmelder spielen dabei eine ganz wesentliche Rolle für den Schutz eines Grundstücks. Nur sollte der Winkel gut eingestellt sein, damit sich das Licht nicht bei jedem Kleintier einschaltet und sich beispielsweise bei ansonsten aufmerksamen Nachbarn ein Gewöhnungseffekt ergibt. Zugangswege sollten ebenfalls beleuchtet sein, empfehlen die Fachleute. Echte Kameras können einen gewissen zusätzlichen Schutz bieten.

Während der eigenen Abwesenheit kann man auch etwas für den Schutz tun. Dazu dienen Zeitschalturen, die auch tagsüber das Licht ein und ausschalten. Kriminaloberkommissarin Wernet warnte ausdrücklich davor, bei Abwesenheit die Fenster in der Kippstellung zu lassen. So hätten nicht nur Einbrecher ein leichtes Spiel, sondern es komme hinzu, dass die Versicherung im Schadensfall nicht zahle.

Von Karl M. Wirthwein