Adventsmarkt vor Schlosskulisse in Herrnsheim voller Erfolg

Schon bei der Eröffnung des Adventsmarktes in Herrnsheim mit Thomas Schäfer (Nikolaus) und dem Katholischen Kindergarten St. Peter herrscht großer Andrang im Schlosshof. © Boris Korpak/pakalski-press

Zum 30. Mal fand diese Veranstaltung nun statt, die zuletzt wegen Corona ausgefallen war. Nun wurde der runde Geburtstag nachgeholt. Unter anderem mit einer After Work Hüttengaudi.

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HERRNSHEIM. „Sie sehen einen glücklichen Ortsvorsteher“, sagte Andreas Wasilakis. Kann er doch schon am Samstagnachmittag ein kleines Resümee ziehen. Denn zum ersten Mal begann der traditionelle Herrnsheimer Adventsmarkt schon am Freitag. Unter dem etwas reißerisch klingenden Motto „After Work Hüttengaudi“ stellte man die Überlegung an, schon einen Tag früher zu feiern. „Warum sollen wir den Bürgerinnen und Bürgern nicht jetzt schon, während der Aufbauphase, etwas anbieten?“ so der Ortsvorsteher. Das bedeutet zwar eine ordentliche Portion Mehrarbeit für Trixi Kuklinski, die neue Erste Vorsitzende der Gemeinschaft Herrnsheimer Vereine und Interessengruppen, kurz GHVI.

Doch in Herrnsheim geht Vieles mit gemeinsamen Kräften und so wurde der Auftakt am Freitag ein gelungener Start in den Advent. Einige Stände öffneten schon für die zahlreich heranströmenden Herrnsheimer, die diese Verlängerung offensichtlich begrüßten. Auch wenn der Märchenwald noch nicht illuminiert war – den um die Figuren herum tollenden Kindern war das egal.

Ein Stand, der am Freitag auch schon dabei war, ist hervorzuheben, nämlich der des Teams der Handball-Ski-Freunde. Die Mitglieder der HSG planten sowieso bei der „Gaudi“ dabei zu sein, doch knapp vor dem Markt erfuhr man von einem schmerzlichen Verlust. Das geschätzte Mitglied Bernd Augst starb eine Woche zuvor. „Es wäre auch im Sinn von Bernd gewesen, hier mit dabei zu sein“, betonte Christoph Schäufle von der HSG. In seinem Gedenken gingen die Freitagseinnahmen plus der Inhalt der Spendenbox komplett an den Verein zur Förderung der ambulanten Palliativversorgung Rheinhessen/Pfalz.

Wasilakis und Kuklinski dankten allen Helfern, Verbänden und Sponsoren, die es ermöglichten, das corona-bedingt um ein Jahr nach hinten verschobene 30-jährige Bestehen nun vor der malerischen Schlosskulisse feiern zu können. „Schon immer eröffnen wir den Markt mit den Kindern, die das freiwillig und gerne machen“, resümierte Matthias Merkelbach. „So stand unter dessen musikalischer Leitung eine weitere Generation von Grundschülern der Dalbergschule, ausstaffiert mit Schellen und Triangel und vom Keyboard begleitet, singend auf der Bühne, eifrig gefilmt und fotografiert von den stolzen Eltern. Ähnlich auch bei den Kindergartenkindern der Kita St. Peter, die, geleitet von Frauke Gärtner und begleitet vom graugepuderten Bartträger Nikolaus, alias Thomas Schäfer, ihre Vorfreude auf ihn und das Fest zum Ausdruck brachten. Da, wo der Nikolaus sehr lautstark appellierte, auch in dieser Zeit an die Bedürftigen zu denken, gab sich OB Adolf Kessel eher leise und predigend. Er setzte den alten Text von Pfarrer Johann Wilhelm Hey von „Alle Jahre wieder“ in den Kontext zur hektischen Moderne und betonte, dass das Wiederkehrende vor allem auch Erneuerung sei. Trixi Kuklinski appellierte ganz weltlich an den OB, er möge doch dafür sorgen, dass trotz der geplanten Ausbaumaßnahmen am Schloss auch 2023 ein Adventsmarkt möglich wird.

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In der großen Scheune gab es wie immer von Verbänden, Institutionen und Privatpersonen Handwerkskunst, Schals, Süßes, Duftkerzen, eine Tombola oder auch Praktisches wie Siebhalter für Kaffeeautomaten. Mehr für Herzens- als für Kaffeewärme sorgte der katholische Kirchenmusikverein Herrnsheim. Und sogar ein Karussell wurde in allerletzter Minute durch den Schausteller Landgrebe organsiert, zur Freude der Kleinsten.