Keine Ressourcen für Sanierung?

Wann und wie die Klausenbergschule saniert wird, ist zum Verdruss des Abenheimer Ortsbeirats weiter ungewiss. Archivfoto: BK/Pakalski

Der Abenheimer Ortsbeirat will die Stadtverwaltung auffordern, Mittel für die Klausenbergschule bereitzustellen.

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ABENHEIM. Bis wann ist mit einer verbindlichen Entscheidung zu rechnen? Ob ein Abriss oder eine Sanierung der Klausenbergschule möglich ist, wollte die SPD-Fraktion im Abenheimer Ortsbeirat wissen, und hatte eine entsprechende Anfrage eingereicht. In der Sitzung verlas Ortsvorsteherin Stefanie Lohr (CDU) eine E-Mail mit Antworten auf Fragen, die sie an den zuständigen Architekten der Stadtverwaltung geschickt hatte.

Der Architekt teilte mit, dass die Tiefbauarbeiten für die Container-Schule abgeschlossen seien und der Aufbau der Container beginne. Dies konnte Lohr bestätigen, denn am Sitzungstag wurde der erste Container aufgestellt. Nach den Winterferien sei nun der Umzug der Schule geplant.

Unverständnis und Kopfschütteln löste allerdings die Antwort auf die Frage aus, wie der Planungsstand zum Gebäude sei. Die Stadtverwaltung teilte mit, dass man noch nicht einmal alle regulär geplanten Projekte des Jahres 2019 habe erledigen können und diese in das Jahr 2020 geschoben habe. Für weitere Planungsaufträge habe man weder die personellen noch finanziellen Ressourcen, was die Ortsvorsteherin sinngemäß so übersetzte: Wir haben noch nicht angefangen und wissen auch nicht, wann wir mit der Planung anfangen.

Aus diesem Grund beschloss das Gremium einstimmig, die Anfrage der SPD offiziell an die Stadt zu richten, um dem Wunsch nach einer Entscheidung Nachdruck zu verleihen. Bereits zuvor hatte der Rat einstimmig beschlossen, die Stadtverwaltung aufzufordern, in den aktuellen und den kommenden Haushalten Mittel für die Sanierung bereitzustellen. Zudem kündigte die Ortsvorsteherin an, dass das Thema „Klausenbergschule“ nun fester Tagesordnungspunkt jeder Ortsbeiratssitzung sein werde.

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Das Dach und die Regenrinnen der Trauerhalle auf dem Friedhof müssen nach Ansicht der CDU-Fraktion dringend gereinigt werden, um weiteren Schäden vorzubeugen. Offensichtlich, so die Christdemokraten, habe hier schon lange niemand mehr Hand angelegt, denn in der Regenrinne würden bereits kleine Kastanienbäume wachsen. Die SPD ergänzte den CDU-Vorstoß um den Wunsch, dass auch das Innere der Halle dringend gereinigt werde. Oliver Keller, Fraktionssprecher der Genossen, berichtete, er sei kürzlich bei einer Beerdigung gewesen und habe entsetzt feststellen müssen, dass dort bis zu zwei Meter lange Spinnweben an der Decke zu sehen seien. Einstimmig forderte der Rat, dass die Stadtverwaltung hier Abhilfe schaffen soll.

Alternative Bestattungsformen werden immer mehr nachgefragt, und so war es der Wunsch der SPD, auf dem örtlichen Friedhof eine Urnenwand aufzustellen. Ortsvorsteherin Stephanie Lohr verwies darauf, dass der Rat bereits Ende 2018 auf Antrag der CDU beschlossen habe, dass die Stadt Baumbestattungen ermöglichen soll. Der damalige Antrag, so Lohr, wurde aber von der Verwaltung mit dem Argument abgelehnt, dass kein Bedarf bestehe. Bei knapp 230 Bestattungen innerhalb von zehn Jahren seien nur gut 20 davon in einer Urne erfolgt – und wer das wolle, solle auf die Hochheimer Höhe ausweichen.

Ein Argument, das Mirko Weigand (CDU) nicht gelten lassen wollte. Statt zu sagen, „es gibt keine Nachfrage, also machen wir kein Angebot“, solle die Stadt endlich nach dem Motto agieren, „wir machen ein Angebot, dann wird das auch nachgefragt“. Auch wenn Hans-Peter Weiler (CDU) seine Kollegen darauf vorbereitete, dass der Antrag von der Verwaltung wohl wieder abgelehnt werde, passierte dieser den Ortsbeirat einstimmig. Der Grund für seinen Pessimismus, so der frühere Ortsvorsteher, sei, dass es einen Beschluss der Stadt gebe, alternative Bestattungsformen nur auf dem Hauptfriedhof anzubieten.