Wormser sollen Advent intensiv gestalten

Auch im Wormser Dom laufen die Vorbereitungen auf die Adventszeit. Foto: pakalski-press / Andreas Stumpf

Die Dom- und Martinsgemeinde öffnet täglich ein Türchen ihres digitalen Adventskalenders. Da sind einige Überraschungen zu erwarten.

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WORMS. „In diesem Jahr ist durch die Pandemie vieles nicht möglich, was sonst den Advent prägt“, weiß auch Propst Tobias Schäfer. Er sieht darin aber auch eine Chance, diese besondere Zeit neu und intensiv zu gestalten.

Seit Jahren schon eröffne man den Advent bewusst am Vorabend, also am Samstag vor dem ersten Advent mit dem großen Ökumenischen Stadtgeläut: Insgesamt 31 Glocken der Innenstadtkirchen läuten von 17 bis 17.15 Uhr gemeinsam die Adventszeit ein. Gerade in dieser Zeit, in der Begegnungen auf ein Minimum reduziert werden sollten, sei das ein starkes Zeichen, das die Menschen auch in ihren Häusern und Familien verbinden könne. Anschließend würde in der Vorabendmesse im Dom um 18 Uhr der große Adventskranz gesegnet und die erste Kerze feierlich entzündet. „Wir werden das auch aufzeichnen und auf unserem Youtube-Kanal veröffentlichen. Es soll eine Einladung sein, auch die Adventskränze in den Häusern, ja, die ganze Adventszeit unter den Segen Gottes zu stellen und in den Familien und Häusern den Beginn der Adventszeit entsprechend festlich zu begehen“, sagt Propst Schäfer.

Jeden Tag ein Türchen öffnen: In diesem durch die Corona-Pandemie eingeschränkten Advent bietet die Dom- und Martinsgemeinde mit einem digitalen Adventskalender für jeden Tag vom 1. Dezember an einen Impuls oder eine Anregung, wie man zuhause, in der Familie oder für sich die Vorbereitungszeit auf Weihnachten gut gestalten kann. Jeden Morgen um 6 Uhr wird das neue „Türchen“ im Netz eingestellt. Es kann auf der Homepage der Domgemeinde unter www.wormser-dom.de jeweils geöffnet werden.

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In diesem Jahr wird auch schon in der Adventszeit eine besondere Krippe im Dom aufgebaut. Unter dem Motto: „Denn er hat seinen Engel gesandt – Engel unserer Tage“ ist in einer modernen Installation eine Art „Corona-Krippe“ inszeniert. „Wir wollen ein Zeichen setzen für all die Menschen, die in dieser Pandemie für andere zum Engel geworden sind: von Ärzten und Pflegepersonal, über die Erzieher und Lehrer und viele andere. Ihnen soll mit dieser Corona-Krippe ein Dankeschön gesagt sein“, sagt Propst Tobias Schäfer. Die Adventskrippe verändert sich während der Adventszeit: Sie wird laufend ergänzt.

Auch die City- und Touristenseelsorge „Treffpunkt am Dom“ hat sich etwas Besonderes überlegt. „Treffen ist ja im Lockdown nicht angesagt“, so Diakon Matthias Kirsch, der Leiter der Cityseelsorge. Deshalb lade man zur Besinnung gleichsam im Vorübergehen ein: Das Team der Cityseelsorge wird über die Adventszeit das große Bogenfenster im Haus am Dom mit unterschiedlichen Impulsen gestalten. „Vielleicht kann man das mit einem besinnlichen Spaziergang verbinden oder mit einem Besuch im Dom; dort ein Kerze aufstellen und für einen lieben Menschen beten. Auch das ist Advent“, so Diakon Kirsch.

Schließlich will die Dom- und Martinsjugend mit der Spendenaktion „Hoffnungsstern“ den Blick weiten für Menschen, denen es schlechter geht als uns. Da persönliche Kontakte in den Libanon bestehen, ist man über die Situation der Menschen in Beirut gut informiert, die noch immer unter den Folgen der Explosionskatastrophe leiden. Für jede Spende, die unmittelbar notleidenden Menschen im Libanon zugutekommt, wird in den Fenstern im Haus am Dom ein Stern angebracht.

Schließlich wird in der Adventszeit auch die prächtige Zeder an der Martinskirche wieder festlich illuminiert. „Gerade in diesem Jahr, das viele als eine schwere und düstere Zeit erfahren, tut jedes Licht gut“, erklärt Propst Tobias Schäfer. Und darum gehe es ja im Advent: sich selbst und die Welt vorzubereiten, Hoffnungslichter zu entzünden, damit an Weihnachten das wahre Licht – Jesus Christus – zu den Menschen kommen könne.