Worms: Auf dem Weg zur „Smart City“

Hochschule, Stadt und EWR wollen künftig eng kooperieren (v.l.): Jens Hermsdorf, Eberhard Kurz, Andreas Wengrzik, Daniel Körbel, OB Adolf Kessel und Stephan Wilhelm. Foto: Stadt  Worms

Stadt, Hochschule und EWR haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Das Ziel: Digitalisierung in allen Lebensbereichen.

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WORMS. (red). Ausgerechnet die Corona-Krise hat in vielen Lebensbereichen die Digitalisierung deutlich beschleunigt. Die Stadt Worms hat sich einem Digitalisierungskonzept verschrieben, das in Teilbereichen auch schon umgesetzt werden konnte. Die Stadt hat als eine der ersten Kommunen in Rheinland-Pfalz einen Digitalisierungsausschuss geschaffen, der Impulsgeber für die Verwaltung ist. Immer wieder zeigt sich jedoch, dass es nicht genügt, „nur“ Verwaltungsabläufe zu digitalisieren, sondern dass der Trend alle Lebensbereiche betrifft.

Um hier noch systematischer vorzugehen, haben sich Stadt, Hochschule und EWR auf eine Kooperation geeinigt. Ziel ist es, Worms zu einer „Smart City“ zu machen. „Wir haben vernünftigerweise die lokalen Kompetenzen vereinigt und schaffen nun neben der digitalen Verwaltung auch die Verbindung zu Forschung und Lehre der Hochschule, deren Expertise immenses Potenzial für uns bietet. Gleichzeitig konnten wir mit EWR einen wichtigen Partner für digitale Infrastruktur gewinnen“, begründet OB Adolf Kessel diesen ersten „Meilenstein der Kooperation“.

Zu den Meilensteinen sollen die Bürgerbeteiligung, digitale Infrastruktur, Wirtschaft und Tourismus, Mobilität der Zukunft, Umwelt und Energie sowie der Bildungsstandort gehören. So können beispielsweise über den „Digitalpakt Schule“ die Voraussetzungen für eine moderne technische Ausstattung der Schulen geschaffen werden. Damit diese auch adäquat genutzt werden kann, wird für jede Schule ein „Gigabit-Internetanschluss“ angestrebt.

„Wir haben den Kooperationsvertrag gerne unterzeichnet, da wir mit unserer vorhandenen Infrastruktur, unserem technischen Know-how und den geplanten Ausbaumaßnahmen als Versorger einen wichtigen Beitrag für die Basis jeglicher Digitalisierung leisten können“, sieht EWR-Vorstand Stephan Wilhelm viele gemeinsame Schnittstellen.

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Auch die Hochschule ist voll des Lobes: „Für uns als Hochschule und vor allem für unsere Studierenden ist es ein enormer Gewinn, wenn unsere Inhalte den Weg von der Theorie in die Praxis finden“, skizziert Professor Eberhard Kurz die Perspektiven.

So sollen die „Digitalkompetenz“ der städtischen Mitarbeiter, die Konzeption und Entwicklung neuer Technologien, Lösungen für praktische Verwaltungsvorgänge und eine „Roadmap der Digitalisierung“ auf der Agenda stehen. Hinzu kommt die Einstellung eines „Digitalisierungsbeauftragten“, der als Bindeglied zu EWR und Hochschule, aber auch innerhalb der Verwaltung und weiteren externen Akteuren fungieren soll.

Gleichzeitig bitten die Kooperationspartner um Verständnis, dass nicht alles sofort umgesetzt werden kann, dass Akteure in verschiedenen Arbeitskreisen zu beteiligen sind und am Ende auch Abhängigkeiten zu Land und Bund bestehen. Die Finanzierung stehe ebenfalls noch als „großer Brocken“ an. Dennoch zeigt sich Kessel optimistisch: „Gemeinsam entwickeln wir einen Fahrplan, projektieren Maßnahmen nach Dringlichkeit und Möglichkeiten, werden uns um Fördermittel bewerben, um damit unsere Stadt sukzessive in Richtung einer ‚Smart-City‘ zu entwickeln.“