Stress bis zur letzten Sekunde: Beim Auftakt des...

Die Bundeswehr nutzt den Festplatz, um sich zu präsentieren. Vom Pfingstmarkt durfte nur das Riesenrad stehen bleiben. Foto: pa/Balzarin

Die Vorbereitungen für den Rheinland-Pfalz-Tag laufen auf Hochtouren. Worms will sich am Wochenende von seiner besten Seite präsentieren und den erwarteten 300.000 Besuchern...

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WORMS. Seit Beginn dieser Woche liefen die Aufbauarbeiten für den Rheinland-Pfalz-Tag auf Hochtouren. Zwei Jahre lang wurde auf vielen Ebenen gedacht und geplant. Beim Presserundgang durch die Stadt versprühten die Verantwortlichen große Zuversicht, dass sich Worms am Wochenende von seiner besten Seite präsentieren und den erwarteten 300.000 Besuchern ein tolles, vollgepacktes Festwochenende präsentieren wird (alles Wichtige rund ums Programm finden Sie in unserer Beilage zum Rheinland-Pfalz-Tag - hier zum Download als .pdf-Datei.)

Aber es zeigte sich auch: Die Tücke liegt oft im Detail und bei der konkreten Umsetzung. In der Petersstraße/Herzogenstraße etwa, wo Helfer gerade eine Wettkampfbühne für Kampfsportvorführungen innerhalb der ein Kilometer langen Sportmeile aufbauten, quetschten sich Autos vorbei. „Wir müssen die Straße sperren, das wird sonst zu gefährlich für die Leute hier“, sorgte sich Abteilungsleiter Gerd Vogt am Mittwoch um die Mittagszeit. Schausteller René Bauer schimpfte, dass die Stadt schon viel zu früh Straßen mit Containern abgesperrt und gesichert habe. „Wie soll ich da jetzt durchkommen? Ich war schon auf vielen Rheinland-Pfalz- und Hessentagen. Erst lässt man uns durch und aufbauen, dann macht man zu. Unmöglich ist das“, ärgerte sich Bauer.

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Der normale Wahnsinn

Angelika Zezyk kam just, als OB Michael Kissel die Pressevertreter neben der riesigen SWR-Bühne auf dem Marktplatz begrüßte, aus einer der vielen Sicherheitsbesprechungen. Sie berichtete, dass Bürger aufgestellte Schilder ignorieren, dass sich einige Standbetreiber nicht an die Markierungen am Boden hielten und die Buden jetzt im Wege stünden, wenn beispielsweise die Feuerwehr anrücken müsste. Außerdem habe Hessen noch nicht die geänderte Verkehrsführung auf den Rheinbrücken und die Sperrung der alten Rheinbrücke bestätigt. Kurzum: der normale Wahnsinn kurz vor einer Großveranstaltung dieser Dimension.

„Wir müssen noch einige Brennpunkte nachjustieren, kriegen das aber hin“, zeigte sich auch die für Sicherheit und Ordnung zuständige Bereichsleiterin zuversichtlich, dass bis Freitag buchstäblich alles „steht“. Beziehungsweise auch „stehen bleibt“, sollte mal ein Gewitter aufziehen. „Auch dies werden wir noch einmal überprüfen“, kündigte Angelika Zezyk an.

Die Sicherheit spielt eine alles beherrschende Rolle bei diesem gigantischen Landesfest, auch das wurde beim Presserundgang noch einmal überdeutlich. Die Polizei nimmt rechtzeitig zum Rheinland-Pfalz-Tag ihren neuen Lageraum in der Polizeidirektion in der Hagenstraße in Betrieb und steuert von dort aus das Großangebot an in Worms zusammengezogenen Beamten. Im „Wormser“ ist der Sicherheitsstab von Stadt, Land, Rettungsdiensten, THW und Feuerwehr postiert. Mithilfe von zahlreichen Videokameras haben die Mitarbeiter dort direkten Blick auf viele neuralgische Punkte in der Stadt. Und natürlich steht man dort in engem Kontakt mit der Polizei.

Sportmeile als Kernstück

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Ein Kernstück verspricht die Sportmeile zu werden, die sich von der Petersstraße bis runter zum Festplatz zieht. „Im Gegensatz zu früheren Rheinland-Pfalz-Tagen werden sich die Besucher in Worms nicht nur Vorführungen anschauen können, sondern sich auch selbst betätigen können“, warben die Projektmanager der KVG, Markus Reis und Lea Bork, dafür, sich die vielen attraktiven Mitmachangebote nicht entgehen zu lassen. So werde man beispielsweise einen Kletterfelsen besteigen, an der Stadtmauer Skilanglauf betreiben, einen satten Golfabschlag üben oder gar in einen Tauchcontainer steigen können.

Zu sehen war davon am Mittwoch allerdings noch nichts, da die vielen Vereine, Verbände und ehrenamtlich Mitwirkenden erst am Fronleichnamstag anrücken. KVG-Chef Sascha Kaiser zeigte sich beim Rundgang begeistert darüber, dass es gelungen sei, vom Bahnhof bis zum Rhein alle Bühnen, Veranstaltungsmeilen und -orte stimmig miteinander zu verbinden. Bis zur letzten Sekunde wurde überall noch emsig gearbeitet und nachgebessert, fast bis zur Erschöpfung. „Aber es läuft“, da waren sich auch Markus Reis und Lea Bork absolut sicher.