Straßenmeisterei entfernt Terence-Hill-Namensschild an...

Viele finden Terence-Hill-Brücke viel besser als Karl-Kübel-Brücke. Das bewies der Riesenandrang bei der Flashmob-Taufe, die Peter Englert (links mit Hut) am Backfischfest 2016 initiiert hatte.Archivfoto: Uhrig  Foto:

„Das Schild ist weg. Wir sind tieftraurig.“ Mit dieser Nachricht schockte Peter Englert auf seinem über Facebook verbreiteten „Backfischfest-Blog“ am Mittwoch alle...

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WORMS. „Das Schild ist weg. Wir sind tieftraurig.“ Mit dieser Nachricht schockte Peter Englert auf seinem über Facebook verbreiteten „Backfischfest-Blog“ am Mittwoch alle Fans der „Terence-Hill-Brücke“, die von der Nibelungenschule hinüber zum Festplatz führt, aber eigentlich und offiziell „Karl-Kübel-Brücke“ heißt.

Viele finden Terence-Hill-Brücke viel besser als Karl-Kübel-Brücke. Das bewies der Riesenandrang bei der Flashmob-Taufe, die Peter Englert (links mit Hut) am Backfischfest 2016 initiiert hatte.Archivfoto: Uhrig  Foto:
Das illegal angebrachte Namensschild hat ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei jetzt abmontiert. Foto: LBM  Foto: LBM

OB Michael Kissel befürchtete wohl, wie schon bei der „Namensfindung“ durch den umtriebigen Blogger und seiner überwiegend jungen Fangemeinde Zielscheibe spöttischer oder kritischer Kommentare im Netz zu werden. Jedenfalls setzte er umgehend und als Erster einen Kommentar ab. „Zur Klarstellung: Die Stadtverwaltung hat damit nichts zu tun! Ich finde das Schild okay und von mir aus kann wieder eines angebracht werden. Ich komme zum Terence-Hill-Brückenfest“, postete der Stadtchef, konnte damit aber die Flut nachfolgender Stellungnahmen kaum eindämmen.

Aber wenn nicht jemand von der Stadt das heimlich und illegal angebrachte, aber schon lange hängende Edelstahlschild abgeschraubt hat, wer war es dann? Jemand vom städtischen Entsorgungsbetrieb, wie schon im Netz gemutmaßt wurde? Auch Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek recherchierte sofort im großen Ebwo-Haus und gab umgehend Entwarnung. „Wir waren’s auch nicht.“

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Alexandra Bonaventura, Leiterin der Brückenbauabteilung beim Landesbetrieb Mobilität (LBM), konnte das Rätselraten schließlich beenden. „Ein Mitarbeiter unserer Straßenmeisterei hat die Fußgängerbrücke routinemäßig überprüft, das Schild entdeckt und abgeschraubt.“ Warum der Hinweis auf den damals von Peter Englert und seinen Freunden erdachte Namen „Terence-Hill-Brücke“ nicht schon viel früher abmontiert worden war, konnte sie auch nicht sagen. Dass sich der Mitarbeiter allerdings absolut korrekt verhalten habe, stehe außer Frage. „Denn es ist grundsätzlich nicht erlaubt, dass jemand an einem öffentlichen Bauwerk einfach ein Schild anbringt. Außerdem war er der Meinung, dass dadurch die Beschichtung am Brückengeländer beschädigt werden könnte“, rechtfertigte die LBM-Vertreterin das Verhalten des Straßenmeistereimannes gegenüber der WZ. Sie räumte ein, dass das aus Edelstahl gefertigte Schild handwerklich einwandfrei hergestellt sei, aber eben nicht den Vorschriften entspreche. Man habe das abmontierte Stück mit in die Straßenmeisterei nach Rheindürkheim genommen. Dort könne es der Hersteller gerne wieder abholen.

Erbauer der Fußgängerbrücke ist der Landesbetrieb Mobilität. In Abstimmung mit der Stadt hat der LBM damals auch dafür gesorgt, dass das Bauwerk einen Namen bekam. Man verständigte sich auf Karl Kübel, jenen Unternehmer, der im einen Steinwurf entfernten ehemaligen Kübel-Möbelwerk vielen Wormsern Arbeit gab. Der Namenszug ist im Widerlager der Brücke unterhalb des Überwegs mit Großbuchstaben einbetoniert.

Peter Englert, der die Kampagne zur Umbenennung in „Terence-Hill-Brücke“ am Backfischfest 2016 losgetreten hatte, reagierte mit Schmunzeln auf die Debatte über den neuerlichen „Aufreger“. Er sei selbst nicht der Entdecker, ihm seien die „Beweisfotos“ lediglich zugeschickt worden. „Für mich ist das die Terence-Hill-Brücke. Für viele andere Menschen wohl auch. Man sollte ihnen ihre Brücke lassen“, forderte Englert, den viele auch als Frontmann der Wormser Band „Döftels“ und Schauspieler kennen. Er selbst habe das Namensschild damals nicht angebracht, das hätten andere Brücken-Fans getan. Dass sich OB Kissel sofort gemeldet habe, um seine Unschuld zu beteuern, findet Englert „lustig“, dass der Stadtchef danach sogar noch erklärt habe, dass er nichts gegen das illegal angebrachte Schild habe, „sympathisch“.

Also könnte jetzt jemand das Schild bei der Straßenmeisterei in Rheindürkheim holen und wieder anschrauben? So einfach geht das nicht, erläutert Alexandra Bonaventura vom Bauherrn der Brücke, dem Landesbetrieb Mobilität. Ihr Vorschlag: „Man könnte das Schild ja auf einen Pfosten setzen und diesen in der Grünanlage aufstellen. Das aber müsste man dann mit der Stadt klären.“