Es wird ein echtes Backfischfest in Worms

So muss die Eröffnung sein: Strahlender Sonnenschein und die nassen Leder klatschen auf den Bühnenboden.            Foto: Rudolf Uhrig

Eröffnung, Umzug, Weinzelt, Fischerstechen und die Fischerwääder Kerb: Es darf so gefeiert werden, wie es die Wormser und ihre Gäste lieben.

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WORMS. Auf diese Nachricht haben viele gewartet: Das Backfischfest findet nicht nur statt, es wird so sein, wie die Wormser und ihre Gäste es lieben. Ohne Einschränkungen kann vom 27. August bis zum 4. September gefeiert werden, mit Umzug, Fischerstechen und dem Weinzelt. Auch bei den Fischerwäädern mit Bojemääschter Markus Trapp sorgt diese Entwicklung für riesige Freude, sie sind mit Hochdruck dabei, ihre Fischerwääder Kerb zu planen, den Frühschoppen und die Kinderolympiade.

In den vergangenen beiden Jahren war an uneingeschränktes Feiern nicht zu denken. 2020 musste das Backfischfest pandemiebedingt komplett ausfallen, im vergangenen Jahr gab es eine deutlich verkleinerte Version mit kleinem Weindorf. Nun aber wird wieder der „Wonnegauer Weinkeller“ aufgebaut. Am Freitag konnte die Kultur- und Veranstaltungs GmbH der Stadt Worms melden: Aufgrund der aktuellen Entwicklungen seien für 2022 bisher keine Einschränkungen in Sicht. Damit wird es am 27. August auch wieder so starten, wie wir es kennen. Der Fischerwääder Gemeinderat wird, begleitet vom Fanfarencorps Nibelungenstadt Worms, von der Fischerwääd durch die Stadt zum Rathaus ziehen, um dort vom OB für neun Tage die Verantwortung für die Stadt zu übernehmen.

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Oberbürgermeister Adolf Kessel hat da schon heute überhaupt nichts einzuwenden, im Gegenteil: „Für Worms ist diese traditionsreiche Brauchtumsveranstaltung DAS Fest, welches alle verbindet und für die Stadtkultur maßgeblich identitätsstiftend ist.“ Natürlich sei er stolz auf alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die es letztes Jahr ermöglicht hätten, im Kleinen zu feiern. „Aber dass das Backfischfest nun endlich wieder wie von allen gewohnt und geliebt stattfinden kann, ist umso schöner“, so Kessel.

Planungen für Festplatz laufen

Markus Trapp, Bojemääschter vun de Fischerwääd, kann da nur zustimmen: „Wir freuen uns ungeheuer aufs Backfischfest.“ Natürlich auch, weil nun endlich wieder „uff de Gass“ gefeiert werden kann, was zwei Jahre lang nicht ging. Schon das Spectaculum sei für die Vereinskasse ein Segen gewesen, blickt er auch auf die wirtschaftliche Seite. „Wenn das Backfischfest jetzt gut läuft, sehen wir Licht am Ende des Tunnels.“ Vor allem aber wird es für ihn persönlich ein ganz besonderes Backfischfest: Seine Backfischbraut Kathinka ist im „echten Leben“ seine Tochter. Zugleich ist seine Mutter, also die Oma von Kathinka, die älteste noch lebende frühere Backfischbraut: Hildegard Trapp, die 1955 dieses Amt innehatte.

Ein besonderes Backfischfest wird es auch für Stephanie Lohr. Natürlich ist es nicht ihr Erstes, wohl aber das Erste, das sie als Bürgermeisterin verantwortet. Denn in ihrem Bereich ist die zuständige Abteilung Messen und Märkte. Sie ist überzeugt, dass alles funktioniert: „Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hoch motiviert und freuen sich darauf, die Traditionen des Backfischfests wieder aufleben zu lassen.“ Die Ausschreibung für den Rummelplatz sei beendet und die Planungen für den Festplatz würden langsam Gestalt annehmen. Auch die Kultur- und Veranstaltungs GmbH arbeitet mit Hochdruck an den verschiedenen Rahmenprogrammpunkten. So würden in den nächsten Wochen die Aufrufe zum Mitmachen für beispielsweise den Umzug oder den Wormser Abend starten und auch die Plätze für die beliebte Riesenrad-Weinprobe würden bald in den Verkauf gehen, kündigt die KVG schon einmal an.