Corona-Krise: Wormser Großveranstaltungen fallen aus

aus Coronavirus-Pandemie

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Die Wormser Nibelungen-Festspiele hätten vom 17. Juli bis 2. August stattfinden sollen. Nun müssen sie ausfallen. Archivfoto: Rudolf Uhrig

Die Nibelungen-Festspiele und das Jazz & Joy müssen wegen des Verbots für Großveranstaltungen ausfallen. Einzig für das Backfischfest gibt es noch einen Funken Hoffnung.

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WORMS. Keine Großveranstaltungen bis einschließlich 31. August: Mit diesem Beschluss von Bund und Land ist das Schicksal der Nibelungen-Festspiele, des Festivals „Worms: Jazz & Joy“ und möglicherweise auch des Backfischfestes entschieden. Die Festspiele hätten vom 17. Juli bis 2. August stattfinden sollen, Jazz & Joy vom 21. bis 23. August. Das Backfischfest hätte dieses Jahr am 29. August starten sollen, es würde also bis 6. September und damit über das bis Ende August geltende Verbot für Großveranstaltungen hinaus gehen. Aber ob die Verantwortlichen das Risiko noch eingehen wollen, kann als fraglich gelten. Denn wer weiß, ob Großveranstaltungen danach wieder erlaubt sein werden? Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek (CDU) erklärte auf Nachfrage dieser Zeitung, er hoffe noch „auf ein Hintertürchen“ für das Backfischfest. Eine neue Landesverordnung müsse dazu Aufschluss geben.

Eigentlich sollte die Entscheidung für die Nibelungen-Festspiele kommende Woche am Mittwoch, 22. April, fallen. Dann kommt der Stadtrat zu einer Sitzung im Mozartsaal zusammen. Sie findet damit noch eine Woche früher statt, als zuletzt geplant. Der Gesellschafterausschuss der Nibelungen-Festspiele wird erst am Tag zuvor, also am Dienstag tagen, weshalb dessen Empfehlung dem Rat erst zur Sitzung vorliegen könnte - was aber nun wohl nicht mehr notwendig sein wird. Intendant Nico Hoffmann war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Klar ist aber damit, dass das Stück „Hildensaga. Ein Königinnendrama“, auf das Jahr 2022 verschoben wird, denn im kommenden Jahr, in dem 500 Jahre Reichstag zu Worms gewürdigt werden, soll es ein Luther-Stück geben. Was mit bereits gekauften Karten passiert – der Vorverkauf ist bislang sensationell gut gelaufen – ist noch nicht geklärt.

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Katastrophe für die Schausteller

Für die Schausteller wäre eine Absage des Backfischfestes eine Katastrophe. René Bauer, Vorsitzender des Schaustellerverbandes Worms-Wonnegau, betonte am Mittwoch gegenüber dieser Zeitung: „Wir haben seit dem 22. Dezember 2019 keinerlei Einnahmen.“ Der Weihnachtsmarkt war die letzte Veranstaltung, bei der eine größere Zahl der Wormser Schausteller Einnahmen verzeichnen konnte. Und es ist ja nicht „nur“ das Backfischfest: Zuvor wäre der Kreuznacher Markt gewesen, wie es danach mit den Cannstatter Wasen und dem Bad Dürkheimer Wurstmarkt aussieht, ist offen. René Bauer sagt klipp und klar: „Wir Schausteller brauchen Hilfe“. Bislang zumindest sei von der Soforthilfe nichts zu spüren. Zwar würden sich die Schausteller gegenseitig unterstützen, mancher allerdings werde wohl nicht überleben, fürchtet Bauer.

Erneut zittern müssen nun auch die Freunde des Spectaculums. Zunächst ist es auf Ende September verschoben. Aber ob dann Großveranstaltungen wieder zugelassen sein werden? Bürgermeister Kosubek denkt zudem an die Sportvereine: Wenn die Sportplätze weiter gesperrt bleiben, bedeutet das auch hier, dass der Sportbetrieb eingestellt bleibt.