Alter Schlachthof in Worms darf zur Eventlandschaft werden

Der alte Schlachthof von oben betrachtet. Jetzt kann hier eine moderne Eventlandschaft entstehen.

Die Baugenehmigung ist erteilt, nun kann Marc Baumüller sein „Matadero“ hier entwickeln. Es ist ein Mammutprojekt – denn der Investor hat viel vor mit dem historischen Gebäude.

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Worms. Jetzt kann es richtig losgehen: Die Baugenehmigung für den alten Schlachthof konnte übergeben werden. Damit kann Investor Marc Baumüller, der das Gelände erworben hatte, nun sein Konzept einer modernen Eventlandschaft mit Gastronomie, Veranstaltungen, handwerklichen Manufakturen und mehr umsetzen. Es entsteht das „Matadero“, wie große Werbebanner am Zaun schon seit Monaten verkünden.

Timo Horst, Dezernent für Stadtentwicklung, Planen und Bauen, schrieb am Freitag auf Facebook: „Gestern wurde offiziell die Baugenehmigung für den ehemaligen Wormser Schlachthof übergeben.“ Marc Baumüller möchte das Areal zu neuem Leben erwecken. Seine Vision: „Ein Ort, der auf 13.000 Quadratmetern Fläche urbanes Erleben und einzigartige Events mit regionalen Manufakturen, coolem Lifestyle und Kulinarik verbindet.“ Seine erste Reaktion auf die Baugenehmigung, in diesem Fall über Instagram: „Hurra, hurra, die Baugenehmigung ist da! Jetzt liegt der Ball bei uns.“ Dann folgt als Emoji der mächtig angespannte Bizeps.

Darauf angesprochen muss Baumüller am Telefon erst einmal lachen. Dann sagt er gegenüber dieser Zeitung: „Aber ja, wir freuen uns da wirklich sehr drauf. Wir gehen jetzt mit Vollgas dran.” Das bedeutet: Jetzt mit der Baugenehmigung gehen die Rohbau-Ausschreibungen raus, dann sollten diese im Februar/März auch schon starten, wenn es die Witterung zulässt. Auch wenn angesichts der Lage auf dem Bau-Sektor genaue Planungen schwer sind, so soll das „Matadero” genannte Projekt bis Mitte oder ende 2024 fertig sein, sagt Baumüller.

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Eine Location inmitten historischer Industriearchitektur, um mit Freunden, Kollegen oder der Familie eine großartige Zeit zu haben und ein tolles gastronomisches Angebot zu genießen, so umschreibt Baumüller das Konzept. Wobei er Wert darauf legt, dass die Angebote nachhaltig und qualitativ hochwertig sind, die Produkte aus der Region stammen.

Wir freuen uns da wirklich sehr drauf. Wir gehen jetzt mit Vollgas dran.

MB
Marc Baumüller Investor im Alten Schlachthof

Durch die Corona-Pandemie und dann den Krieg in der Ukraine hat sich das Projekt zwar verzögert, trotzdem bleibt Investor Marc Baumüller gelassen. Jetzt hofft er vor allem, dass sich die Lage in der Baubranche etwas erholt, es wieder Handwerker mit Zeit gibt, dass Baumaterial verfügbar ist. Zumal er betont, dass er nun Fachleute brauche, „die Lust auf so ein Projekt haben und das Know How.”

Denn der alte Schlachthof steht unter Denkmalschutz. Deshalb hatte es mit der Baugenehmigung auch länger gedauert. Wobei Baumüller betont, dass die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung immer sehr konstruktiv gewesen sei. Es sei immer darum gegangen, wie das Projekt umgesetzt werden kann. Notwendig seien dazu umfangreiche Untersuchungen und Gutachten gewesen, jetzt aber könne alles so umgesetzt werden, wie geplant und mit dem Segen der Bauverwaltung wie auch der Denkmalpflege.

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Wer genau hingesehen hat, hat gesehen, dass im Innern bereits einiges an Vorarbeiten gelaufen ist. Baumüller hat selbst gestaunt, als sie das mal addiert haben: 700 Tonnen Schutt seien herausgeholt worden. Deutlich sei auch geworden, welcher Aufwand zu betreiben sei. Als ein Beispiel nennt Baumüller den Dachstuhl. Der habe sich im Laufe der Jahre sehr gesenkt. Nun tüfteln sie eine Technik aus, wie er hydraulisch um 30 Zentimeter angehoben und dann stabilisiert und repariert werden kann.

Und das Hotel? „Da sind wir noch dran”, sagt Baumüller, doch habe er ein bisschen den Zeitdruck rausgenommen. Der Investor möchte gerne den Parkplatz gegenüber, zur Rheinbrückenauffahrt hin, kaufen und dort ein Hotel bauen. Doch bislang zumindest will die Stadt nicht verkaufen.