Von Mainz nach Rüsselsheim: Techno-Festival „Love Family...

Beste Stimmung beim Techno-Festival „Love Family Park“. Foto: Cosmopop

Das Techno-Festival „Love Family Park“ wird am 28. Juli erstmals am Rüsselsheimer Mainvorland ausgerichtet und die Wiesen am Flussufer in eine große Tanzfläche...

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RÜSSELSHEIM. Tausende Fans, die zu Großveranstaltungen nach Rüsselsheim anreisen, kennt die Stadt bereits seit dem Hessentag. Eine neue Erfahrung erwartet sie in diesem Jahr am 28. Juli mit dem Techno-Festival „Love Family Park“, das erstmals am Rüsselsheimer Mainvorland ausgerichtet wird und die Wiesen am Flussufer in eine große Tanzfläche verwandeln wird. „Wir erwarten rund 20.000 friedlich feiernde junge Menschen“, sagt Robin Ebinger, der mit der Firma Cosmopop Veranstalter ist.

Rüsselsheim sei Wunschort gewesen, als man sich nach drei Jahren am Messe-Gelände in Mainz-Hechtsheim nach einer Alternative umgesehen habe. „Dort war zwar die Infrastruktur vorhanden, allerdings hat es uns an Flair gefehlt“, sagt Ebinger. Von 1996 bis 2013 hatte das Festival in Hanau seinen Stammplatz, doch dann bekamen die Veranstalter keine Genehmigung mehr für das Großevent im Landschaftsschutzgebiet. Die Atmosphäre dort, direkt am Mainufer, sei aber schön gewesen - und finde sich jetzt in Rüsselsheim wieder. „In Rüsselsheim erinnert uns vieles daran, der Ort ist optimal.“ Die zentrale Lage der Stadt, aber auch das Mainvorland seien für die Open-Air-Veranstaltung bestens geeignet, zudem habe Rüsselsheim durch den Hessentag bereits Erfahrung mit Großevents.

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Vier Bühnen

Das Festivalgelände zieht sich vom Landungsplatz bis zum Bootshaus unterhalb der Opelvillen. Vier Bühnen soll es geben, dazwischen verteilen sich Bars. Essenstände sind auf dem hinteren Teil der Fläche geplant. Zwölf Stunden lang können Techno-Fans dann feiern, von 10 bis 22 Uhr.

Auf den Bühnen stehen Stars der elektronischen Musikszene wie Sven Väth, Fritz Kalkbrenner, Nina Kraviz, Richie Hawtin, Moonbootica, Dominik Eulberg und Ricardo Villalobos. „Unsere Gäste kommen zu rund 50 bis 60 Prozent aus dem Rhein-Main Gebiet, zehn Prozent reisen aus dem Ausland an, der Rest kommt aus ganz Deutschland“, sagt Ebinger.

Durchschnittlich seien Love-Family-Park-Besucher 23 Jahre alt. „Es wird eine bunte, große Party“, kündigt Ebinger an. Ihm sei es aber wichtig, dass nicht nur die Festivalgänger einen guten Tag haben, sondern auch Rüsselsheim eine gute Erfahrung mache. „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“ Auch die Stadt könne von der Veranstaltung profitieren. Falls nötig könnte nach dem ersten Durchgang nachjustiert werden, um den Ablauf in kommenden Jahren noch reibungsloser zu gestalten.

Am 22. Juli sollen die Aufbauarbeiten am Mainvorland beginnen, der Abbau soll am 1. August abgeschlossen sein. In dieser Zeit wird laut Veranstalter der Parkplatz Landungsplatz nur teilweise nutzbar sein, vom 27. Juli bis 29. Juli wird er komplett gesperrt. Von dort aus gelangen die Besucher aufs Festivalgelände, das rundum mit Zäunen abgegrenzt sein wird. „Wir werden den Blick auf die Landschaft aber nicht komplett versperren“, sagt Ebinger.

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Opel-Parkplatz am Tor 55 angemietet

Die meisten Gäste reisten erfahrungsgemäß mit öffentlichen Verkehrsmitteln an, auch weil das Ticket die Anreise im Gebiet von RMV und VRN beinhalte. Sie sollen dann vom Bahnhof durch die Innenstadt zum Mainufer laufen. Um die Besucherströme zu lenken, setze man am Bahnhof Schleusen und Sicherheitspersonal ein. Die Anreise per Auto sei ebenso möglich, dazu habe man einen Parkplatz von Opel am Tor 55 angemietet, von dem aus die Besucher zu Fuß in die Stadt gelangen sollen.

Angst davor, den ganzen Tag über wummernde Techno-Bässe zu spüren, müssten Anwohner nicht haben, sagt Ebinger. Die heutige Technik mache es möglich, Flächen gezielt zu beschallen, ohne dass übermäßig viel Lärm die Umgebung stört. Direkte Anlieger würden bereits jetzt mit Flugblättern informiert. Lärm über die erlaubten Grenzen hinaus müsse aber niemand fürchten. Die ganze Veranstaltung über würden mobile Messungen der Lautstärke an verschiedenen Punkten der Stadt vorgenommen. Für Fragen werde zudem eine Hotline geschaltet.

Auch der Sorge, dass Rüsselsheimer nach dem Festival, das die Mainwiesen zur Tanzfläche umfunktioniert, nur noch ein großes, matschiges Mainvorland vorfinden könnten, will Ebinger vorbeugen. „Natürlich hinterlässt so eine Veranstaltung Spuren. Wir werden die Wiesen aber nach dem Abbau rekultivieren, Kosten kommen dadurch nicht auf die Stadt zu.“

Von Heike Bökenkötter