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Der Rennsportverein „Scuderia Mensa“ will in der Formula Student möglichst gute Ergebnisse erzielen.Foto: Vollformat/Frank Möllenberg  Foto: Vollformat/Frank Möllenberg

Theoretisch Gelerntes aus der Hochschule praktisch umsetzen – das sieht Teamkapitän Benedikt Langer als einen der vielen Vorteile, die die Vereinsmitglieder des studentischen...

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RÜSSELSHEIM. Theoretisch Gelerntes aus der Hochschule praktisch umsetzen – das sieht Teamkapitän Benedikt Langer als einen der vielen Vorteile, die die Vereinsmitglieder des studentischen Rennsportvereins „Scuderia Mensa“ haben. Seit Oktober des vergangenen Jahres hat sich das Racingteam der Hochschule Rhein-Main auf die drei großen Rennen des internationalen Konstruktionswettbewerbs für Studenten – der Formula Student – vorbereitet. Hier werden in Formel-1-Atmosphäre die selbstkonstruierten und gefertigten Rennwagen der Studenten miteinander gemessen.

„Eine Jury aus Fachleuten aus Industrie und Wirtschaft und auch ehemaligen Formula-Student-Mitgliedern bewertet die Leistungen der internationalen Gruppen“, weiß Benedikt Langer. Bei dieser Bewertung zähle nicht nur das schnellste Fahrzeug, sondern die Juroren entschieden nach folgenden drei Kriterien: Business Vermarktung, Design and Cost und Manufacturing. Das Team mit dem besten Gesamtpaket gewinnt.

Damit der Rüsselsheimer Verein bei den Wettbewerben ein gutes Ergebnis erzielen kann, sei die Expertise von jedem einzelnen Mitglied gefragt, sagt Benedikt Langer. Für ihn und auch die meisten anderen Mitglieder sei der Hauptgrund, Teil des Scuderia-Mensa-Teams zu werden, das theoretisch Erlernte in die Praxis umzusetzen. „Für ein Auto, das wir jedes Jahr neu bauen müssen, sollte man in der Hauptsaison etwa 30 Stunden pro Woche an Arbeitszeit einplanen.“

Da ausschließlich Studenten Teil der Formula Student sein dürfen, gebe es eine hohe Fluktuation. „Dadurch ist es schwierig, die Informationen über Konstruktion und Fertigung zu halten“, sagt Langer. „Ich gelte mit vier Jahren Mitgliedschaft schon als Opa im Verein“, sagt Langer. Das Wissen werde auf Server übertragen, durch monatliche Treffen, an denen auch Altmitglieder teilnehmen, soll das Wissen gehalten werden.

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Die meisten Studenten sind laut Langer etwa ein Jahr im Verein dabei. Die Fachbereiche Maschinenbau, Internationales Wirtschaftsingenieurwesen, Informatik und Mechatronik werden abgedeckt. Jeder habe sein Spezialgebiet. Es gebe auch eine enge Zusammenarbeit mit Opel. Vereinsmitglieder, die beim Automobilhersteller ein Duales Studium machen, könnten dort bestimmte Bauteile des Rennwagens eigens fertigen. „Das Rennen in Holland lief gut“, sagt Langer. Am Hockenheimring und beim Abschlussrennen in Barcelona konnte Scuderia Mensa wegen verschiedener technischer Probleme nicht die Höchstleistung erbringen. „Trotzdem blicken wir auf eine erfolgreiche Formula-Student-Saison zurück“, sagt der Teamkapitän.

Wettbewerbe ermöglichen Kontakte zur Autoindustrie

Für Langer ist die Mitgliedschaft im Scuderia Mensa Team auch eine Investition in seine Zukunft, denn das praktisch Erlernte, die Erfahrungen bei den Wettbewerben und die durch die Wettbewerbe entstehenden Kontakte in die Autoindustrie ermöglichen eventuell eine gute Stelle in der Arbeitswelt nach der Uni.