Markus Knorpp gibt Vorsitz der TG Westhofen weiter

Er ist von Kind an mit Herzblut TGW-Mitglied und wird es auch bleiben, nur sind jetzt andere Dinge in den Vordergrund gerückt bei Markus Knorpp. Foto: BilderKartell/Ben Pakalski

Nach 15 Jahren hört der 43-Jährige jetzt auf, Beruf und Familie spannen ihn ein. Mit Alexander Horle stünde aber schon ein Nachfolger bereit.

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WESTHOFEN. Seit 15 Jahren ist Markus Knorpp Präsident der Turngemeinde Westhofen, war davor schon Vizepräsident. Nun gibt er das Amt auf, bei der Mitgliederversammlung am Freitag, 21. August, wird er nicht mehr kandidieren.

Der 43-Jährige hat einfach die Zeit nicht mehr, die für ein solches Amt in einem so großen Verein wie der TGW notwendig ist. Sein Beruf als Kämmerer der Verbandsgemeindeverwaltung Wonnegau fordert ihn voll und ganz, sie haben ein Haus gekauft und einen Garten angelegt und im November vergangenen Jahres kam das Baby. „Ich habe mir das natürlich gut überlegt und mir die Entscheidung auch nicht leicht gemacht. Aber ich bin sicher, sie ist richtig“, sagt Markus Knorpp.

Erleichtert hat ihm die Entscheidung in jedem Fall, dass es mit Alexander Horle, einem der Vizepräsidenten, einen potenziellen Nachfolger geben könnte, der sich bei der Mitgliederversammlung zur Verfügung stellen würde. „Ich traue ihm das Amt absolut zu und bin sehr dankbar, dass es mit ihm junge Leute im Verein gibt, die Verantwortung übernehmen wollen“, freut sich Markus Knorpp. Wenn Alexander Horle die notwendige Zustimmung der Mitglieder findet, was wohl zu erwarten ist, gibt es einen nahtlosen Übergang an der Vereinsspitze.

Das ist nicht unbedingt selbstverständlich im Vereinswesen. Oftmals entsteht erst einmal ein Vakuum, wenn langjährige Vereinsvorsitzende aufhören. So geschehen 2011, als Siegfried Degünther sein Amt als Vorsitzender der Turngemeinde Osthofen nach 22 Jahren aufgab und mit ihm gleich zwei seiner Stellvertreter. Immerhin fand sich mit Gabriele Naumann jemand, der das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden übernehmen wollte, und schließlich dann doch als Vorsitzende, das sie bis heute mit großem Engagement führt.

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Dass so etwas auch bei der TGW passieren könnte, befürchtet Markus Knorpp nicht. „Das wird ein geordneter Übergang werden“, ist er überzeugt. Gleichwohl sieht er auf den neuen Vorsitzenden wie auch den übrigen Vorstand einige Herausforderungen zukommen. Seit etwa vier bis fünf Wochen verzeichnet er verstärkt Vereinsaustritte von Mitgliedern. „Das ist nicht normal. Wenn Mitglieder austreten, dann, wenn die Beiträge abgebucht werden, aber das ist jetzt nicht der Fall“, berichtet der Noch-Vorsitzende. Er kann sich jedoch vorstellen, woher diese Entwicklung kommt. „Es ging schon los, als wir ab Oktober letzten Jahres den Sporttrakt der Otto-Hahn-Schule nicht mehr für unsere Angebote nutzen konnten, weil der ja grundlegend saniert wird. Das wäre wohl noch zu verschmerzen gewesen, denn irgendwann ist alles ja auch mal fertig. Aber dann kam Corona obendrauf und hat alles zum Erliegen gebracht. Wir haben zwar jetzt auch Online-Angebote für Gymnastik oder Taekwondo, aber Mannschaftssportarten mit direktem Körperkontakt, das geht ja eigentlich gar nicht“, findet Markus Knorpp.

Aber all das sei nicht der Grund, weshalb er aufhöre. „Ich bin dem Verein seit Kindesbeinen verbunden und werde das auch bleiben. Und im Vorstand habe ich auch immer mit Herzblut gearbeitet. Aber ich freue mich darauf, jetzt auch mal den Kopf frei zu haben für andere Dinge, allen voran natürlich meine Familie. Und ich freue mich auch darauf, mich ‚nur‘ mal auf ein Projekt konzentrieren zu können statt auf Gott weiß wie viele gleichzeitig“, sagt Markus Knorpp und schmunzelt.

Von Manfred Janß