Die Jubiläumsfeier wird nachgeholt

Der Friseursalon Deubel in Westhofen feierte am 1. Mai sein 90-jähriges Bestehen und darf nach der Zwangpause in der Corona-Krise nun endlich wieder öffnen. Andrea Hertwig (li) und Karin Deubel freuen sich auf die Kundschaft. Foto: BK/Andreas Stumpf

Der Friseursalon Deubel in Westhofen besteht nun schon seit 90 Jahren. Der Drei-Generationen Familienbetrieb hat sich eine beträchtliche Stammkundschaft aufgebaut.

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WESTHOFEN. Der Friseur Deubel in Westhofen feiert Geburtstag und blickt auf sein 90-jähriges Bestehen zurück. Fast ein ganzes Jahrhundert gibt es den Laden schon in der kleinen Gasse, die passend den Namen „Im Winkel“ trägt, hinter der katholischen Kirche. Inhaberin Andrea Hertwig und Karin Deubel, Schwiegertochter des Gründers, sind sichtlich froh über diesen Anlass. An ausgelassenes Feiern ist im Moment allerdings nicht zu denken – Corona verhindert es. Ein Ereignis, das es in der langen Geschichte des Friseurs so kein zweites Mal gegeben hat.

Gegründet wurde der Betrieb am 1. Mai 1930 von Franz Deubel. Nachdem dieser in den Krieg eingezogen wurde, übernahm seine Frau das Geschäft und später sein Sohn Wolfang Deubel. Nach dessen Tod arbeiteten auch seine mittlerweile 70-jährige Frau Karin Deubel und ihre Töchter in dem Laden. Ein Drei-Generationen Familienbetrieb also, der sich eine beträchtliche Stammkundschaft aufgebaut hat.

„Wir haben Kunden, die fast 100 Jahre alt sind“, berichtet Andrea Hertwig. „Für diese Kunden halte ich mir immer einen Nachmittag in der Woche für Haus- oder Heimbesuche frei“, erzählt sie weiter. So können auch die Personen betreut werden, denen es nicht mehr möglich ist, selbst in den Laden zu kommen. Ein Rund-um-Service, den die Kunden zu schätzen wissen. Doch es ist nicht nur der gute Service, den der Laden auszeichnet, sondern auch die lockere Atmosphäre, die gerne zu einem kleinen Plausch hinreißen lässt. Wolfgang Deubel, so berichtet seine Frau, sei für seine Witze bekannt gewesen, die er immer wieder aufs Neue bei der Arbeit präsentierte. Der Friseurmeister war im Allgemeinen ein sehr aktiver Mensch. „Er war unter anderem im Karnevalverein tätig und hat im Salon die Leute geschminkt. Da war hier alles voll,“ erzählt seine Frau. Auch im Handball der Turngemeinschaft Osthofen betätigte er sich. Dort kommt auch sein Spitzname „Figaro“ her, der nun draußen vor der Tür in einen Fahrradständer eingelassen ist.

Auch sonst zeigt der Salon seine 90-jährige Geschichte. An den Wänden hängen alte Instrumente für Dauerwellen. Die benutzt heute zwar keiner mehr, zeugen sie aber doch von der Geschichtsträchtigkeit und Erfahrung des Salons. Wahrscheinlich werden noch weitere Erinnerungsstücke hinzukommen, denn Inhaberin Andrea Hertwig denkt mit ihren 52 Jahren noch lange nicht ans Aufhören. Solange sie kann, möchte sie das Geschäft weiterführen, in dem sie einst von Wolfgang Deubel angelernt wurde. „Ich verdanke ihm sehr viel und bin froh, hier in diesem Salon zu arbeiten“. Umso mehr freuen sich die beiden Frauen nun, dass endlich wieder der Betrieb aufgenommen werden kann. „Die ersten zwei Wochen sind schon ausgebucht,“ lacht Andrea Hertwig. Und wer weiß, vielleicht lässt sich, einige Tage verspätet, doch noch der 90. Geburtstag feiern.