Dittelsheim-Heßlocher Seniorengruppe reist am 11. August nach...

Rund um Verdun, heute ein friedliches Städtchen an der Maas, tobte von Februar bis Dezember 1916 die wohl grausigste Schlacht des Ersten Weltkriegs.Foto: Harald Kaster (Archiv)  Foto: Harald Kaster (Archiv)

„Runter vom Sofa – rein ins Leben“ heißt die Initiative von Sigrid und Karl Heinz Becker, die sich bereits als sehr erfolgreich erwiesen hat. Ziel der vor vier Jahren...

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DITTELSHEIM-HESSLOCH. „Runter vom Sofa – rein ins Leben“ heißt die Initiative von Sigrid und Karl Heinz Becker, die sich bereits als sehr erfolgreich erwiesen hat. Ziel der vor vier Jahren gegründeten Community ist es, insbesondere Senioren aus Dittelsheim-Heßloch und den umliegenden Gemeinden interessante gemeinsame Unternehmungen zu bieten.

Das Programm beinhaltet beispielsweise Vorträge wie den eines Höhlenforschers, fröhliche Wanderungen, Firmenbesichtigungen oder auch Theater- und Museumsbesuche. Demnächst steht ein Tagesausflug nach Verdun an, eine politische Bildungsfahrt, zu der sich bereits 43 Personen angemeldet haben, teilte Sigrid Becker bei einem Vortreffen im katholischen Pfarrzentrum Sankt Sebastian im Ortsteil Heßloch mit. „Anlass für diese Fahrt ist auch das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren“, erläuterte sie. „Es ist zwar ein sehr ernstes Thema, aber ich denke, als mündiger Europäer sollte man sich auch mit der Geschichte befassen.“ Dank der Unterstützung durch das Landesministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie habe der Teilnahmebeitrag mit 40 Euro pro Person sehr moderat gehalten werden können, freute sie sich.

„Verdun ist heute ein beschauliches Städtchen an der Maas mit 19 000 Einwohnern“, berichtete Dennis Köppl, Bildungsreferent des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge für Rheinland-Pfalz. Mit einem Diavortrag bereitete er die Teilnehmer auf die politische Exkursion vor. „Die blutige Schlacht um Verdun 1916 gilt als Inbegriff des Ersten Weltkriegs, obwohl dort nicht die größte Schlacht stattgefunden hatte.“ Er schilderte das unbeschreibliche Gemetzel in der „Hölle von Verdun“, bei der 325 000 Soldaten gefallen waren, beschrieb den Verlauf der Schlacht vom Angriff der Deutschen Wehrmacht bis zur Wende des Kriegs mit der Gegenoffensive der Franzosen und nannte auch bisher wenig bekannte Details.

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Anhand einer Karte zeigte er das zentrale Schlachtfeld, das während der Exkursion besucht wird. „Die Themen werden vor Ort veranschaulicht und können dann entsprechend vertieft werden“, erklärte Köppl, der die Führungen in Verdun leiten wird.

Die Gruppe besucht am 11. August das Museum der Stadt sowie symbolträchtige Orte wie das Fort Douaumont, das 1916 zunächst die Deutschen erobert hatten, und das völlig zerstörte Dorf Fleury, das bis heute nicht wieder aufgebaut wurde. Auch das 1920 gebaute Gebeinhaus von Douaumont, die französische Grabstätte für die Gefallenen, die nach der Schlacht um Verdun nicht identifiziert werden konnten, steht auf dem Programm.

„In Verdun befinden sich auch über 40 unserer Kriegsgräberstätten“, sagte Bildungsreferent Köppl, der in seinem Vortrag auch auf „Verdun als Welthauptstadt des Friedens“ hinwies: auf den Beginn der deutsch -französischen Aussöhnung 1984 durch den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl und den ehemaligen Staatspräsident François Mitterand.

Von Bea Witt