Ron Ringwood: Ein Freund deutlicher Worte

Mit der Politik Donald Trumps, dem Präsidenten seines Heimatlands USA,  ist Ron Ringwood überhaupt nicht einverstanden – das macht er in seinen Songs deutlich. Foto: Jörg Halisch

Der Wahl-Wiesbadener Ron Ringwood ist mit der Politik Donald Trumps nicht einverstanden. Das äußerst er unter anderem in 60 Protest-Songs, die er komponiert hat und für die...

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WIESBADEN. Nein, Polemisieren ist seine Sache nicht. Und doch ist der Musiker und Produzent Ron Nehemiah ein Freund deutlicher Worte. Auch und gerade in der Musik. Weil er die Entwicklungen in Europa wie in seinem Heimatland USA unter der Führung dessen Präsidenten Donald Trump als geradezu „unmenschlich“ und „unsäglich“ empfindet, hat der Wahl-Wiesbadener insgesamt 60 Protest-Songs geschrieben. Die Kompositionen, variierend in den Stilen Jazz, Blues, Gospel und RnB, setzen sich kritisch mit dem humanitären Verständnis in unserer heutigen Zeit auseinander. Weltweit. Und er fragt: „What is the face of America, Mr. Trump?“

Für die Produktion seiner Songs sucht der 65-Jährige unter dem Motto „Sei mein Co-Produzent“ auf den Crowdfunding-Plattformen startnext.com und gofundme.com Unterstützer, die sich mit fünf oder zehn Euro an den Produktionskosten, die bei 5000 Euro pro Titel liegen, beteiligen. Dafür dürfen sich die Geldgeber den Song herunterladen und werden, wenn gewünscht, als Co-Produzenten genannt. Einen möglichen Erlös will Nehemiah, der auch als Ron Ringwood bekannt ist, wohltätigen Einrichtungen zugutekommen lassen.

„Die Kampagne soll ein Anfang sein, aber sie soll auch Zukunft haben“, sagt der Sänger, der Rassismus aus eigenem Erleben kennt. Ringwood, der in Griechenland Betriebswirtschaft studierte, vor knapp 40 Jahren als Clubmanager nach Deutschland kam und seit mittlerweile 16 Jahren in Wiesbaden lebt, beklagt die „Komfortzone, die wir gefunden haben“.

„Künstler müssen ihre Stimme erheben“

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Die Devise „bei Problemen wegschauen, wenn es einen nicht unmittelbar betrifft“, sei ihm ein Gräuel. Ein ebensolches wie das Schicksal von Flüchtlingen, das ihn zu dem Song „Running for you and me – between Turkey and Lesbos“ inspirierte. Man dürfe nicht wegschauen, plädiert Ringwood leidenschaftlich für Veränderungen weltweit. Und die müssten von Menschen über alle Generationengrenzen hinweg betrieben werden.

Ron Nehemiah, dessen Vater als Posaunist bei Duke Ellington spielte, sieht Künstlerinnen und Künstler besonders in der Pflicht. „Künstler müssen ihre Stimme erheben“, sagt der Sänger, der fast anderthalb Jahrzehnte lang das „International Jazz Festival at Sea“, bei dem die Musiker im Verlauf einer Kreuzfahrt auftraten, realisierte. Er hofft, dass sein musikalisches Plädoyer für Veränderung in Amerika und der Welt, für Menschenrechte und ein menschenwürdiges Asylrecht einen nachhaltigen Impuls darstellt. Und auch in den Vereinigten Staaten Nachahmer findet.

„Die Songs sollen inspirieren und motivieren, nicht wegzuschauen“, wird der Musiker und Produzent nicht müde zu betonen. Sein Appell, so hofft er, werde vor allem auch bei der Jugend, die über Musik gut zu erreichen sei, auf offene Ohren stoßen. Die Titel der Kampagnen-Songs will der Wahl-Wiesbadener dann über sein am Kaiser-Friedrich-Ring beheimatetes Unternehmen Quentin Circle Music Label & Publishing vertreiben.