RMF:Dreimal drei für Brahms – Emanuel Ax, Leonidas...

Leonidas Kavakos, Emanuel Ax und Yo-Yo Ma (von links) spielen in der Alten Oper Brahms’ Klaviertrios. Foto: RMF/Ansgar Klostermann

Auf Einladung des Rheingau Musik Festivals und Pro Arte haben der Pianist Emanuel Ax, der Geiger Leonidas Kavakos und der Cellist Yo-Yo Ma in der Alten Oper in Frankfurt drei...

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FRANKFURT. Stationen eines Komponistenlebens waren auf spannende Art zu beobachten im Großen Saal der Alten Oper Frankfurt bei einem Sonderkonzert, das von der Pro Arte Konzertdirektion gemeinsam mit dem Rheingau Musik Festival veranstaltet wurde. Der in Lemberg geborene, in Kanada heimische Pianist Emanuel Ax, der griechische Geiger Leonidas Kavakos und der in Paris als Sohn chinesischer Eltern geborene Cellist Yo-Yo Ma haben sich zusammengefunden, um die drei Klaviertrios von Johannes Brahms aufzuführen, und dies in einer exemplarischen, romantische Ausdrucksfülle und klares Strukturdenken vereinenden Form.

Hineinhorchen in die musikalischen Landschaften

Es ging den drei Weltklassemusikern dabei nicht um eine chronologische Schaustellung der Lebensstufen von Brahms, sondern um ein Hineinhorchen in die Weite der musikalischen Landschaften, die der Komponist ausbreitet, und um das Auskosten der Kontraste, die sich durch die höchst unterschiedlichen Ansätze der drei Werke ergeben. Am Beginn stand das besonders dicht und kunstvoll gearbeitete C-Dur-Trio op. 87, gefolgt vom dramatisch knappen c-Moll-Trio op. 101. Den Höhepunkt bildete das überbordende H-Dur-Trio op. 8, Jugendwerk aus dem Jahr 1854 und Spätprodukt zugleich dank der überarbeiteten Fassung, die der selbstkritische Meister 1890 vorlegte.

Drei Interpreten unterschiedlichster Herkunft und Ausbildung zusammen in einer Formation, kann das gut gehen? Es gelingt, weil die drei sich finden im Aufspüren der Tiefenwirkung der Musik von Brahms und im genauen Aufeinanderhören. Emanuel Ax spielt die Klavierparts ungemein differenziert, stets zwischen begleitenden und führenden Aufgaben unterscheidend. Leonidas Kavakos variiert seinen Geigenton von zartem Schmelz bis zu fast schneidender Schärfe, dabei auf starke Expressivität bedacht. Und Yo-Yo Ma spiegelt bis in Gestik und Mimik hinein die Freude an dieser Musik und am kantablen Klang, dabei sein Temperament immer wieder schalkhaft durchbrechen lassend.

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So gibt es neben der grandiosen Gesamtdarstellung immer wieder klangliche Highlights, die besonders in Erinnerung bleiben: die Farbigkeit der Variationen über ein ungarisch anmutendes Thema im C-Dur-Trio, die energische Ausstrahlung in den Ecksätzen des c-Moll-Werks, die wunderbar ausgesungenen Melodien des H-Dur-Trios und die mitreißenden Steigerungen.

Der Beifall nach diesem großartigen Abend will kein Ende nehmen, bis die drei schließlich mit dem zart schwebenden Andante aus Franz Schuberts B-Dur-Trio einen vollendeten Abgesang anstimmen.