RMF: „Rheingau Music Lab“ kreiiert ein eigenständiges...

Tanja Bergknecht am Flügel, Max Gaertner, Sara Eschban, Hannah Pluckhahn und Julian Link (von links) arbeiten gemeinsam an der Komposition für den 7. Juni.Foto: RMB/Margielsky  Foto: RMB/Margielsky

Was am 7. Juni in der Waas’schen Fabrik in Geisenheim gespielt wird, muss sich erst noch entwickeln. Fest steht, dass es eine Uraufführung wird und ein Konzert, wie es beim...

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GEISENHEIM. Was am 7. Juni in der Waas’schen Fabrik in Geisenheim gespielt wird, muss sich erst noch entwickeln. Fest steht, dass es eine Uraufführung wird und ein Konzert, wie es beim Rheingau Musik Festival noch nie über die Bühne ging: das Ergebnis des ersten „Rheingau Music Lab“, ein Experiment, das die Festivalmacher schon jetzt als geglückt werten.

Junge Menschen an Konzertbesuche heranzuführen, das ist nicht nur für dieses Festival nötig, will es künftig weiter bestehen. Interesse an Klassik ist derzeit doch eher bei Älteren vorhanden. Woran das liegt? Wohl tatsächlich immer noch an der Annahme, ein Konzert sei eine steife Angelegenheit. Und die meisten Jugendlichen, sagt Teammitglied Keke Kürvers, „hören ja doch eher Popmusik“. Für den Oberstufenschüler der St.-Ursula-Schule ist es zwar kein Problem, „mal zwei Stunden nicht zu husten“. Aber regelmäßiger Konzertbesucher ist er – wie seine Freunde – eher nicht.

Zeit zu handeln, meinten die Festivalmacher. Nach Aktivitäten, wie Jugendliche als Konzertmanager einzusetzen oder beim Festival auftretende Musiker zu Gesprächskonzerten an Schulen zu schicken, ist das „Music Lab“ nun wesentlich weiter gefasst. Ideengeber war der Frankfurter Percussionist Max Gaertner, dem es ein großes Anliegen ist, junge Leute mit spannenden „Education“-Projekten an Musik heranzuführen. Beim RMF stieß er auf offene Ohren. Im vergangenen Herbst machten Gaertner und RMF-Mitarbeiter an den beiden Geisenheimer Gymnasien Werbung für das Projekt. Bei einem Workshop waren zunächst sehr viele Schüler interessiert – übrig blieben letztlich neun, die seit Oktober konkret planen.

Das „Team Music“ entwickelt mit Max Gaertner eine Komposition mit Multimediaeinsatz und anderen innovativen Ideen. Das „Team Management“ übernimmt Werbung, Sponsorensuche und alles, was zur Organisation eines Events gehört. Dafür erhalten die Schüler, die sich regelmäßig beim RMF in Oestrich-Winkel treffen, auch Vorträge von Festivalmitarbeitern, die ihnen einen Einblick in ihre Arbeit geben.

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Bei einem Wandelkonzert im Frankfurter Städel, bei dem Musiker des hr-Sinfonieorchesters Musik passend zu den ausgestellten Kunstwerken spielten, holte sich das junge Team Inspiration, wie ein Konzert auch aussehen kann: nicht „frontal“, mit Musikern auf der Bühne und andächtig verharrendem Publikum im Saal, sondern interaktiv, mittendrin, eben anders. Markus Treier und Rebecca Zimmermann vom RMF, beide auch Musikpädagogen, unterstützen das Schülerteam bei der Suche nach dem „Konzert der Zukunft“. Als idealer Veranstaltungsort wurde die Waas’sche Fabrik gewählt, „deren Team uns sehr entgegengekommen ist“, betont Teammitglied Moritz Hermann. Er gehört zum Management-Team, das sich derzeit um die Bespielung der sozialen Medien kümmert, um Plakatentwürfe und andere organisatorische Dinge. Die Musiker hingegen entwickeln eine Performance, bei der Profis und Schüler gemeinsam noch ungeahnte Klänge präsentieren. Über die eigene Facebook-Seite „Rheingau Music Lab“ lässt sich der Fortschritt des Projekts nachverfolgen. Und auch der Vorverkauf beginnt demnächst, „lassen Sie sich überraschen, kommen Sie mit Neugier und offenen Ohren“, so Rebecca Zimmermann.