Comic aus dem Rheingau: „Karl“-Sammelband mit neuem Blatt

Der Bursche mit der blonden Haartolle und sein schlappohriger Vierbeiner sind seit 30 Jahren Botschafter des Rheingaus. Jetzt erlebt Comic-Held „Karl, der Spätlesereiter“...

Anzeige

RHEINGAU. Der Bursche mit der blonden Haartolle und sein schlappohriger Vierbeiner sind seit 30 Jahren Botschafter des Rheingaus. Jetzt erlebt Comic-Held „Karl, der Spätlesereiter“ zum Jubiläum ein kleines Comeback. Im Wiesbadener Finix Comic-Verlag kommt gerade der zweite Sammelband seiner früheren Abenteuer in den Buchhandel – und diesmal mit einem neuen Blatt. „Das ist schon schön, ihn wieder aufleben zu lassen“, sagt sein Zeichner, der Rheingauer Künstler Michael Apitz. Er hat Karl gemeinsam mit Patrick Kunkel 1987 / 88 erfunden. Von Kunkel stammten meist die Texte, von Apitz die Zeichnungen – „wobei ich auch die Texte so zugespitzt habe, dass sie in die Blase passen – ich bin auch beim Schreiben Karikaturist“. Spaß macht ihm derzeit auch sein Comic-Adventskalender auf Facebook: Für jeden Tag zeigt er unter „Karl – der Spätlesereiter“ einen Cartoon. Und auch für das neue Blatt trafen sich die beiden Karl-Erfinder auf einen Kaffee, um sich die kleine Erntehelfer-Geschichte auszudenken. „Die Idee war, dem Sammelband auch etwas Neues hinzuzufügen“, erzählt Michael Apitz. Beim ersten war es eine Skizze, beim zweiten ist es nun eine Seite, und zum dritten wird es eine zweiseitige Kurzgeschichte geben.

Klingt das etwa nach Wiedervereinigung? Nein, sagt Apitz: „Patrick ist in die Politik gegangen, ich in die Kunst – daran ändert auch das Jubiläum nichts.“ So bereite er die Einzelausstellung vor, mit der er im März im Foyer des Wiesbadener Rathauses neue Arbeiten zeigen wird. Und er nimmt im Oktober am Lichtkunst-Festival teil, das Kai Kauermann von „Stadtleben“ plant: Ein visuelles Spektakel mit begehbaren Lichtstationen, das vom 3. bis 14. Oktober im Wiesbadener Kurpark erstmals stattfindet. Bis dahin werden auch die insgesamt vier neuen Sammelbände von „Karl“ vorliegen.