Neu im Kino: „Die Känguru-Verschwörung“

Das Känguru und Marc-Uwe (Dimitrij Schaad) präparieren sich für einen Querdenker-Kongess. Foto: X-Verleih

Marc-Uwe Kling hat die Fortsetzung des Kino-Erfolgs, in dem sich das Beuteltier mit Querdenkern anlegt, selbst inszeniert und verliert sich dabei in selbstreferenziellen Gags.

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. Obwohl 2020 für die Kinos und Filmverleiher Pandemie-bedingt kein gutes Jahr war, zählte Dani Levys Komödie „Die Känguru-Chroniken“ zu den Corona-Gewinnern. Denn die Verfilmung der kultigen Geschichten eines kommunistischen Kängurus und eines Kreuzberger Lebenskünstlers von Autor Marc-Uwe Kling war ein Hit in den Autokinos, die zu beliebten Ersatzspielorten wurden, und hielt sich danach auch noch länger in den wiedereröffneten Lichtspielhäusern.

Und weil das erste Känguru-Abenteuer so erfolgreich war, folgt nun eine Fortsetzung. Diesmal hat Kling selbst Regie geführt und präsentiert eine eigens für den Film erfundene Handlung: Marc-Uwe (Dimitrij Schaad) und das Känguru begeben sich zu einem Kongress von Anhängern des Verschwörungs-Gurus Adam Krieger (Benno Fürmann), um Lisbeth (Petra Kleinert), die Mutter der von Marc-Uwe angehimmelten Maria (Rosalie Thomass), zu retten.

Aluhut-Träger wollen eine Tribunal-Show

Das Känguru und Marc-Uwe haben mit Maria um ihre Wohnung gewettet, dass sie die Klimakrisen-Leugnerin Lisbeth von ihrem Irrweg abbringen können. Doch das ist nicht so einfach, denn das wie immer sehr vorlaute Beuteltier und Marc-Uwe kommen bei den fanatischen und gewaltbereiten Aluhut-Trägern gar nicht gut an – zumal der medienbeflissene Krieger seine Social-Media-Kanäle für gezielte Propaganda nutzt und die titelgebende Känguru-Verschwörungstheorie in die Welt setzt. Auf dem Kongress kommt es alsdann zu einer Art Tribunal-Show, auf der das Känguru und Marc-Uwe mit Gegenargumenten um ihr Leben kämpfen müssen.

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Während der erste Film noch mit satirischer Schärfe und frecher Originalität glänzte, verliert sich die Fortsetzung zu sehr in selbstreferenziellen Gags des Känguru-Schöpfers, -Autoren und Regisseurs Marc-Uwe Kling. Der nur so vor Kreativität sprudelnde Wortwitz seiner tierischen Hauptfigur ist zwar nach wie vor phänomenal unterhaltsam und überzeugt zum Beispiel bei jedem historischen Zitat, das das Känguru bewusst einer falschen Person zuordnet. Auch die Szene, die den Irrsinn von Verschwörungstheorien aufzeigt und in der die Behauptung aufgestellt wird, der Planet Erde sei quadratisch, ist geradezu brillant.

Doch Wortwitz alleine genügt nicht, um einen kompletten Spielfilm über die gesamte Handlung zu tragen. Auch die Liebesgeschichte, um die es doch eigentlich geht, gerät dabei zu sehr in den Hintergrund. Da wünscht man sich den erfahrenen Regisseur Dani Levy zurück, um die Dramaturgie zu retten und das Ganze filmisch auch etwas interessanter zu gestalten.