Reformation im Untertaunus: Festgottesdienst auf dem Altenberg...

aus 500 Jahre Reformation

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Der heutige Eingang zum Klostergut Gronau.Foto: Thorsten Stötzer  Foto: Thorsten Stötzer

HEIDENROD - Mit einem ökumenisch gestalteten Festgottesdienst in der Kirche auf dem Altenberg in Grebenrother Gemarkung werden am Sonntag, 5. November, ab 10.30 Uhr zwei...

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HEIDENROD. „Der denkwürdige Tag der Sonnenwende für unsere Gegend im Sinne des Spruches: ‚Siehe dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir‘“ falle vermutlich auf den 19. Dezember 1527. Nicht nur wegen der terminlichen Nähe zur Wintersonnenwende hat vor 90 Jahren der Autor Gottfried Berger viel Pathos verbraucht. Das Datum ist in der Tat markant, denn es darf als der Beginn der Reformation im Untertaunus angesehen werden.

Der heutige Eingang zum Klostergut Gronau.Foto: Thorsten Stötzer  Foto: Thorsten Stötzer

Mit einem ökumenisch gestalteten Festgottesdienst in der Kirche auf dem Altenberg in Grebenrother Gemarkung werden am Sonntag, 5. November, ab 10.30 Uhr zwei Jubiläen gefeiert. Natürlich stehen 500 Jahre Reformation im Blickpunkt. Dekan Klaus Schmid predigt über „490 Jahre Evangelische Kirche im Untertaunus“, die in einer Synode im Dezember 1527 ihren Ursprung hat. Berger berichtete davon in seinem Büchlein „Vierhundert Jahre Evangelisch 1527 – 1927“, das er seinerzeit als „Denkschrift für das Kirchenvolk des Kirchenkreises Langenschwalbach“ verfasst hat. Ort der Versammlung war das damalige Kloster Gronau, unweit der Kirche auf dem Altenberg gelegen. Ausschlaggebend für den reformatorischen Elan war Landgraf Philipp von Hessen. Der Landgraf war innerhalb der Obrigkeit einer der frühen Unterstützer Luthers und seiner Weggefährten. Er besaß laut Berger das Recht, Pfarrstellen zu besetzen, und ordnete eine Visitation auch für die Niedergrafschaft Katzenelnbogen an. Die hatte Hessen geerbt, als 1479 der letzte Katzenelnbogener Graf starb. Die meisten Dörfer in der Region gehörten in diesen Herrschaftsbereich.

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Wo die Grafen von Nassau dominierten, dauerte es etwas länger, bis sich die Reformation durchsetzte. An der Spitze der zuständigen Kommission stand der Magister Adam Krafft, der selbst in aktueller Literatur als der „hessische Reformator“ bezeichnet wird. Zwar trat er im linksrheinischen St. Goar auf, ins Kloster Gronau ist er aber offenbar nicht gereist. Wie Berger schreibt, leitete dort der Magister Gerhard Eugenius die Versammlung. Er unterwies „an die 33 Geistliche“ aus der Umgebung in Luthers Lehren in Bezug auf Themen wie Gottesdienst, Abendmahl oder Feiertage.

Teils seien die Pfarrer „ungelehrt, ungeschickt, untauglich“ gewesen, einige sollten an der neuen Universität in Marburg nachstudieren. Wenig ist über die einzelnen Ortspfarrer bekannt. Mathias Limburger wird als „ein sehr begabter und eifriger Prediger“ in Langenschwalbach erwähnt. Hermann Dahlheimer wirkte in Egenroth, Johannes Heimann in Niedermeilingen, Johannes Wagner in Laufenselden, Mathias Schielemann in Kemel und Bernhard Rücker in Bärstadt.

Eugenius wurde derweil 1531 Superintendent der Niedergrafschaft, Berger vergleicht seine Befugnisse mit denen eines Bischofs.