Hochheim: Weingut Dienst

Thorsten und Martina Dienst mit Sohn Yannis. Foto: Wolfgang Blum

Die Grundlage für die Qualität seiner Weine legt Thorsten Dienst vom Dorotheenhof im Weinberg. Das Ergebnis sind Weine mit Auszeichnungen. Im Jahr 2010 gewann er mit dem...

Anzeige

Hochheim. Sie hat sich in Hochheim unsterblich gemacht: Oma Dorothea. Als sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Hermann Dienst 1964 aus der engen Altstadt auf die grüne Wiese am Weiher aussiedelte, nannten sie ihre neue Betriebsstätte Dorotheenhof. Längst haben sich Häuser an den Hof herangedrängt, aber nach Westen hin, zum Rheingau, blieb der Blick offen.

Heute heißt der Hausherr im Dorotheenhof Thorsten. Der Winzermeister und seine Ehefrau Martina haben den Betrieb 1999 von Hermann und Ingrid Dienst übernommen, die noch immer im Weingut mitarbeiten. Gemeinsam mit zwei Angestellten bewirtschaften sie in den Gemarkungen Hochheim sowie Kostheim elf Hektar Weinberg.

Goldmedaille auf der weltweit größten Weinbewertung

Anzeige

40 Prozent davon sind Erste-Gewächs-Lagen, auf denen Dienst mit dem Jahrgang 2007 erstmals einen solchen Spitzenwein erzeugte. Seitdem ist es jedes Jahr gelungen, die Hürde der sensorischen Prüfung zu überwinden.

Mit dem 2007er Riesling Erstes Gewächs aus der Hochheimer Hölle konnte er bei der international wine challenge vienna 2008, der weltweit größten Weinbewertung, sogar eine Goldmedaille gewinnen. Mit dem 2009er Riesling Erstes Gewächs errang er bei Mundus Vini 2010 ebenfalls eine Goldmeldaille.

Die Nummer eins auf der Karte muss schmecken

Das Lob für die Ersten Gewächse freut ihn, doch wichtiger ist ihm die Anerkennung, die er für seine "einfachen" Weine erhält. "Der Basiswein muss es bringen. Wenn die Nummer 1 auf der Karte nicht schmeckt, fragt keiner mehr nach weiteren Weinen.

Herzstück des Dorotheenhofes ist die Vinothek. Sie ist wie die übrigen Gebäude in mediterranem Stil gehalten. Was Dienst dort präsentiert, erntet nicht nur bei Kunden hohe Anerkennung. Davon zeugen die goldenen Preismünzen, die er regelmäßig bei der Landesweinprämierung erringt.

Anzeige

Gerade erst hat er sich mit seinem Literwein bei der Rheingauer Schoppen-Trophy unter den Top Ten platzieren können. Der trockene Riesling läuft auch in der Gutsschänke am besten, die von Februar bis Mitte Juni sowie ab dem 2. September bis zum 20. November geöffnet ist.

Verzicht auf Dünger

Die Grundlage für die Qualität seiner Weine legt Dienst im Weinberg. Seit vier Jahren düngt er nicht mehr, weil er den Eintrag von Nährstoffen in den Boden über unterschiedliche Graspflanzeneinsaaten oder Naturbegrünung in den Rebgassen regelt. Mit kulturtechnischen Maßnahmen gelingt es Dienst, so weit als möglich auch auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten, weil er will, dass sich in seinen Weinbergen Schmetterlinge, Fliegen, Käfer und Kleinsäuger wohlfühlen.

Wohlfühlen sollen sich natürlich vor allem die Weinfreunde. Seit 2006 arbeiten Thorsten und Martina Dienst daran, dass auf dem Dorotheenhof Jahr für Jahr ein bisschen mehr Mediterranien am Main entsteht.