TSG Pfeddersheim überrascht mit Behelfsstürmer

Von Reiner Philipp Koch

Mathias Tillschneider (in Weiß), Schütze des 1:0, setzt sich gegen Maximilian Rupp (vorne) und André Dalphin durch. (Foto: Christine Dirigo)

PFEDDERSHEIM - Daniel Wilde hatte einen Matchplan. Einen, wie sich zeigte, mit Knalleffekt. Der sich am Gegner orientierte. Und an der Tatsache, dass dem TSG-Trainer mit Sebastian Kaster (verletzt), dem jetzt für zwei Spiele nach der Roten Karte in Ludwigshafen gesperrten Marcel Öhler und dem angeschlagenen Reda Chkifa (saß auf der Bank) die aktuellen Offensivkräfte ausgingen. Es verwunderte aber doch, als zur Saison-Heimpremiere der Pfeddersheimer Oberliga-Kicker am Dienstagabend gegen den FV Eppelborn Mathias Tillschneider als zweite Sturmspitze neben Ali Bülbül auflief. Der Abwehrspezialist als potenzieller Torjäger – darauf musste man erst mal kommen. Den hatte der Saarland-Aufsteiger nicht auf der Agenda. Pfeddersheim siegte 2:1 (2:0).

Es war ein herrlicher Spätsommerabend im mit 230 Zuschauern besuchten Uwe-Becker-Stadion. Die Bäume rundum tragen schon ein herbstlich-braunes Blätterkleid. Die Sonne stand tief. Die Temperaturen waren angenehm. Bilderbuchwetter also. Und so kam die erste Chance in diesem Flutlichtspiel einem Blitz aus heiterem Himmel gleich: Gäste-Angreifer Marvin Kempf stand in Spielminute eins plötzlich aus kurzer Distanz vor Patrick Stofleth – der TSG-Keeper konnte abwehren. Eine Schrecksekunde und ein Weckruf für die Dreierkette zu später Stunde! Pfeddersheim agierte mit dem jungen Vincent Haber auf der Öhler-Position. „Er hat ein Bombenspiel gemacht“, lobte Wilde später bei der Nachlese. Auf der rechten Angriffsseite der Hausherren sorgte Linksfuß Fabio Schmitt für extra Druck. Das waren schon gute Ansätze.

Und dann kam der große Auftritt von Mathias Tillschneider: Bülbül hatte gepresst und dem Gegner den Ball abgejagt, passte zu dem „Behelfsstürmer“, der überlegt und flach zum 1:0 (17.) für die TSG einschob. Einmal in Fahrt, waren die Pfeddersheimer jetzt nicht zu bremsen. Vor allem hatten sie die Lufthoheit im gegnerischen Strafraum. Der wurde nach dem Ausfall von Eppelborns Bono Marjanovic (Kreuzbandriss) im Auftaktspiel gegen Diefflen (2:4) nicht konsequent genug verteidigt. „Man wird für alles bestraft, was man falsch macht“, konstatierte Gästecoach Sebastian Kleer nach dem Abpfiff. „Die TSG war am Ende einen Tick cleverer als wir.“ Dabei mag er wohl an das vorentscheidende 2:0 (26.) von Pfeddersheim nach Flanke des fleißigen Daniel Zolotarev und dem finalen Kopfball von Ali Bülbül (körperlich gute Präsenz) gedacht haben.

Mit einer 2:0-Führung zur Pause im Rücken schien die Partie gelaufen zu sein. War sie aber nicht. Weil die TSG von Beginn der zweiten Halbzeit an die Spielinitiative komplett an die Gäste abgab, „weil wir uns zu tief stellten, alles aus dem Stand lief und die Angriffe nicht gut vorbereitet waren“, haderte Daniel Wilde. Pfeddersheim funktionierte nicht mehr, auch die Kräfte schwanden zusehends wie bei Schmidt. Ein Querschläger von Benjamin Himmel (60.), der auf den Balken des eigenen Gehäuses tropfte, kündigte eine spannende Schlussphase an. Der eingewechselte Falk Dennert verkürzte schließlich (nach Fehlpass des für die TSG ebenfalls frisch ins Spiel gekommenen David Boateng) auf 2:1 (89.). Das war zwar verdient, aber es sollte für den Aufsteiger zu mehr nicht reichen.

Am kommenden Samstag bei der TSG Dudenhofen sind neue Überraschungen nicht ausgeschlossen.

TSG Pfeddersheim: Stofleth; Lutz, Himmel, Ludwig – Bräuner, Haber – Gopko (67. Bhatti), Schmidt, Zolotarev (71. Dietz) – Bülbül (85. Boateng), Tillschneider.