Von Bardo Rudolf
Marco Kurz hat offenbar eine Zwei-Minuten-Regel eingeführt. So viel Zeit benötigten nämlich gegen den SC Paderborn alle drei vom Trainer eingewechselten Spieler des 1. FC Kaiserslautern, um auf sich aufmerksam zu machen und dafür zu sorgen, dass die Pfälzer die Partie 3:0 (0:0) gewannen. Ein Sieg, der vom Spielverlauf her zu hoch ausgefallen war, den Lauterern aber die am Freitag an St. Pauli verlorene Tabellenführung zurückbrachte.
Schlusspunkt von Hornig
Nach einer schwachen Leistung in der ersten Halbzeit war es für den FCK auch dringend nötig, dass die Einwechselspieler Schwung brachten. Den Anfang machte Erik Jendrisek, der in der 47. Minute im Anschluss an eine Ilicevic-Flanke freistehend zum 1:0 einköpfte. „Ich denke, das war eine gute Antwort für den Trainer“, sagte er zu der Tatsache, dass bis zur Pause an seiner Stelle Srdjan Lakic in der Anfangself stand. „Lakic hat vergangene Woche seine Sache sehr gut gemacht, und ich wollte mit ihm und Adam Nemec zwei sehr ballsichere Spieler im Sturm aufstellen“, begründete Kurz seine Entscheidung.
Doch Jendrisek machte noch mit einem weiteren Treffer Werbung für sich. Am 2:0 war der in der 84. Minute eingewechselte Markus Steinhöfer mit der Vorarbeit entscheidend beteiligt. „Ich glaube, dass ich heute einen guten Einstand ins Spiel hatte“, sagte der Winterzugang, der nach der Fürth-Partie seinen Platz in der Startelf an Ilicevic verloren hatte.
Am meisten freute sich aber der dritte Joker. In der 89. Minute ins Spiel gekommen, schoss Manuel Hornig den Ball aus zehn Metern ins Tor. „Es war unglaublich. Nennen wir es Stürmerblut“, sagte der Defensivmann, der schon seinen ersten Zweitliga-Treffer 2008 gegen Ahlen nach einer Einwechslung in der 89. Minute erzielt hatte.
FCK-Sieg verdient
Euphorisch kehrte Hornig in die Kabine zurück. Schließlich haben die Lauterer durch den zweiten Sieg und das dritte Zu-Null-Spiel in Serie ihren Durchhänger beendet. Allerdings hatten die Pfälzer in der einen oder anderen Situation auch Glück gehabt. So zeigte bei den Gastgebern in den ersten Minuten vor allem FCK-Innenverteidiger Rodnei ungewohnte Unkonzentriertheiten, die dem Ex-Mainzer Nejmeddin Daghfous eine gute Chance (4.) und dem Ex-Wehener Enis Alushi nach einem Zweikampf mit Rodnei fast einen Elfmeter gebracht hätten (11.).
Doch nicht nur in dieser Szene entschied das Schiedsrichter-Gespann um Frank Willenborg gegen Paderborn, sondern auch in der 68. Minute, als Mahir Saglik eine gute Chance fälschlicherweise wegen Abseits abgepfiffen wurde. Trotzdem war der FCK-Sieg, wenn auch nicht in der Höhe, verdient. „Nach dem schwachen Anfang haben wir gesehen, dass sich die Mannschaft im Spiel steigern musste, und das haben wir getan“, lautete Kurz’ Fazit.
