Von Ralf Schuster und Alexandra Dehne
Die IG Metall, die aktuell mit dem Zusatz „Wir sind Opel“ angetreten war, hat bei der Betriebsratswahl am Opel-Standort Rüsselsheim mit 86,6 Prozent der Stimmen das beste Wahlergebnis seit Bestehen dieses Arbeitnehmergremiums erreicht. Die Wahlbeteiligung lag am Dienstag bei 76 Prozent, eine Steigerung von rund 12 Prozentpunkten gegenüber 2006.
„Die harte Arbeit hat sich gelohnt“
Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) mit Spitzenkandidat Michael Cezanne erzielte 5,4 Prozent und verschlechterte sich damit im Vergleich zu 2006, während die Liste AUB (Arbeitnehmerorientiert Unabhängig Betriebsbezogen) mit Horst Schmitt auf Platz eins zulegen konnte auf jetzt 6,3 Prozent. Zwei Splittergruppen, eine davon eine Ein-Mann-Liste, verpassten den Einzug in die Arbeitnehmervertretung im Opelwerk.
Der Listenführer der Metaller und derzeitige Betriebsratsvorsitzende, Klaus Franz, sah gegenüber der „Main-Spitze“ in dem guten Abschneiden der IG Metall eine Bestätigung der Bemühungen im Ringen um die Zukunft Opels. „Die harte Arbeit hat sich gelohnt.“ Bei einem Standort wie Rüsselsheim mit vielen Angestellten sei ein gutes Ergebnis der IGM nicht traditionell, gerade aber im Entwicklungszentrum habe man mit das höchste Ergebnis erzielt.
IG Metall bei Opel „maßgebliche gestalterische Kraft“
Er sehe bei den Mitarbeitern „eine Sehnsucht nach Orientierung“, die vom Betriebsrat versucht werde zu geben. Man bemühe sich stets, über die traditionellen Betriebsratsthemen hinaus tätig zu werden, indem man auch einen gestalterischen Ansatz verfolge. Das gute Ergebnis sei für ihn „ein riesiger Ansporn und eine große Verantwortung“. Ganz wichtig sei aber auch das Signal an die Geschäftsleitung. „Die hohe Wahlbeteiligung und das hervorragende Abschneiden der IG Metall stärken unsere Position in den Verhandlungen mit dem Management um die Zukunft von Opel. Mit dieser Belegschaft im Rücken haben wir gute Chancen, tragfähige Lösungen zu finden.“
Die IG Metall sei bei Opel die „maßgebliche gestalterische Kraft“, so kommentierte die Vorsitzende der gewerkschaftlichen Vertrauensleute, Nicole Mey, das gute Ergebnis. Dieses stärke die Metaller und den Betriebsrat nun auch bei den noch ausstehenden Verhandlungen um die Sanierung.
Mey geht davon aus, dass Franz in der kommenden Woche erneut zum Vorsitzenden des Betriebsrats gewählt wird. Die Vize-Position soll künftig erstmals eine Frau übernehmen: Petra Deichmann (47).
Sie steht deshalb auf Platz zwei der IGM-Liste. Der derzeitige Vize-Vorsitzende, Peter Klein, ist auf Platz sechs platziert. Er hatte angekündigt, dass er im Laufe der Legislatur durch Altersteilzeit ausscheidet. Rang drei bei den Metallern belegt Dr. Wolfgang Schäfer-Klug (47), Referent des Betriebsrats für Europafragen. Er war bisher in dem Gremium nicht vertreten. Nicole Mey selbst ist auf Position vier platziert. Nach der Konstituierung im März nimmt der neue Betriebsrat erst im Mai seine Arbeit auf.
