Sonntag, 12. Februar 2012 07:17 Uhr
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Wormser Zeitung

Nibelungen-Festspiele 

Nibelungen-Festspiele: Medienprobe verspricht einiges

11.07.2009 - WORMS

Von Roland Keth

“Wir haben die ersten Wochen nur mit den Schauspielern geprobt. Jetzt legen wir die verschiedenen Schichten übereinander und sind dabei, die Brass-Band szenisch zu integrieren. Das alles ist also noch im Rohbau", erläuterte gestern Gil Mehmert in der geräumigen, modernen Bootshalle, die den Nibelungen-Festspielen jetzt schon im zweiten Jahr als Probenstätte dient. Der Andrang zur eigens angesetzten “Medienprobe" war wieder enorm, zahlreiche Fernseh- und Rundfunkteams, sowie Fotografen und Pressevertreter verfolgten aufmerksam das, was der Regisseur und seine gut aufgelegte Truppe in einer knapp halbstündigen “Vorführung" präsentierten.

Bekanntlich steht in diesem Jahr “Das Leben des Siegfried" auf dem Spielplan, keine Tragödie, sondern eine Komödie - also ganz bewusst die eher heitere Spielform des Theaters. Und dass die Zuschauer in diesem Jahr einiges zu lachen haben werden, das wurde gestern bei den beiden kurzen “Einspielern" schon recht deutlich.

“Kommt jetzt mal alle nach vorne und nehmt die Startposition ein", sagte Mehmert und startete dann die erste dargeboten Szene mit einem kurzen “Go!". Sofort setzt schmissige Musik der Brass-Band ein, Christoph Maria Herbst (Hagen) und Gustav Peter Wöhler (Gunther) simulieren einen Schwertkampf, an dessen Ende sie Rücken an Rücken und als Verlierer dastehen.

Wie einst “Majestix", der berühmte Gallier-Chef aus Asterix und Obelix, wird Tuborg, der grimme Dänen-König hereingekarrt. “Der wird später getragen", schmunzelt Gil Mehmert. Tuborg ist scharf auf Kriemhild, bedroht die beiden gefesselten Burgunder - eine Szene mit reichlich Situationskomik und witzigen Dialogen.

Seefred (Mathias Schlung), den Hagen und Gunther für Siegfried halten, befreit die beiden Recken. Seefred will den Seeweg nach Indien entdecken. “Und dafür willst du Kriemhild?" - das sich anbahnende Verwechslungsspiel stoppt der Regisseur abrupt, wohl vor allem deshalb, um nicht zu viel zu verraten.

Die zweite Szene spielt in Xanten. Christoph Maria Herbst ist hier nicht Hagen, sondern ein Hofmarschall, der dem Volk die Geburt Siegfrieds hoch vom Turm herab verkündet. Das Volk soll jubeln, tut es allerdings erst, als er Freibier für alle verspricht. Das Baby, das der Hofmarschall herzt, ist indes nicht Siegfried, sondern Seefred, verrät Christoph Maria Herbst anschließend im lockeren Plausch mit Journalisten.

Die Proben seien bisher super gelaufen, verrät der als “Stromberg" populär gewordene, schlagfertige Schauspieler, der immer für einen niveauvollen Gag gut ist. “Meine Erwartungen haben sich im Quantensprung potenziert. Die Brass-Band hat uns den Arsch aufgerissen", lobt Herbst den wirkungsvollen Einstieg der Musiker in die Probenarbeit.

“Das Leben des Siegfried" können dieses Jahr nicht nur die Besucher am Westchor des Domes verfolgen, sondern auch Fernsehzuschauer daheim am Bildschirm. 3SAT überträgt die Premiere am 31. Juli “live" ­ um eine halbe Stunde zeitversetzt.

Christoph Maria Herbst und Gustav Wöhler. Foto: Rudolf Uhrig

Christoph Maria Herbst und Gustav Wöhler bei der Probe der Nibelungen-Festspiele. Foto: Rudolf Uhrig

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