Zusage für Finanzierung steht
12.07.2011 - WORMS
LANDESZUSCHUSS Ministerin Doris Ahnen verspricht für die Zukunft „substanzielle“ Beteiligung
Die Nibelungen-Festspiele sind am Sonntagabend zu Ende gegangen. Die rheinland-pfälzische Kulturministerin Doris Ahnen (SPD) hat das Stück um Joseph Süß Oppenheimer selbst gesehen - und war sehr angetan.
Sie waren bei der Premiere in Worms: Welchen Eindruck haben Sie mit nach Mainz genommen?
Ich habe von diesem Abend einen sehr positiven Gesamteindruck: Das Thema, die Inszenierung, die schauspielerischen Leistungen - das alles macht die diesjährigen Festspiele zu einem in sich stimmigen und eindrucksvollen Theaterabend.
Man hat Dieter Wedel vorgeworfen, er habe die Thematik zu sehr als Unterhaltungsstück, als „Tatort“, behandelt, der Titelfigur Jud Süß fehle es an Tiefgang. Wollte er möglichen Konflikten aus dem Weg gehen?
Es ist sehr mutig von Dieter Wedel, den Stoff für Worms zu bearbeiten. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass er möglichen Konflikten aus dem Wege gehen will. Man muss genau hinhören auf das, was Joseph Oppenheimer sagt, insbesondere auf die Gespräche mit dem Herzog und auch die mit seinem Onkel Landauer, um seine Entwicklung, seine Motivationen, zu erkennen und zu begreifen. Und damit ist diese Inszenierung deutlich entfernt von einer filmisch-plakativen, auf Effekte angelegten Unterhaltung ohne Tiefgang.
Mit „Jud Süß“ hat Wedel den Nibelungenstoff verlassen - ein richtiger Weg?
Darüber ist in den letzten Jahren auch im Kuratorium der Festspiele immer wieder diskutiert worden: Kann man den Nibelungenstoff verlassen, die Festspiele thematisch erweitern, und wenn ja: wie? Nach meiner Überzeugung haben die diesjährigen Festspiele gezeigt, dass eine solche thematische Ausweitung mit dem richtigen Stoff und der richtigen Inszenierung möglich ist.
Die Nibelungen-Festspiele bestehen jetzt im zehnten Jahr: Wie wichtig ist diese Kulturveranstaltung für Rheinland-Pfalz?
Die Nibelungen-Festspiele strahlen weit über die Landesgrenzen hinaus. Sie sind ein wichtiges Kulturereignis für das Land. Das zeigt sich auch an der bundesweiten Medienresonanz und den zahlreichen Besuchern aus ganz Deutschland. Besonders freut mich auch, dass sich jedes Jahr so viele Wormser ehrenamtlich für die Nibelungen-Festspiele engagieren.
Jedes Jahr aufs Neue stellt sich die Frage der Finanzierung. Die Landesregierung hat die Festspiele in diesem Jahr mit 700 000 Euro unterstützt. Bleibt es bei diesem Betrag?
Wie bei allen Projekten, für die das Land einen Zuschuss gibt, stellt sich auch für die Nibelungen-Festspiele die Frage der Finanzierung jedes Jahr aufs Neue - das ist richtig. Die Zuschusshöhe richtet sich nach dem Umfang des Projekts, den Gesamtkosten und den verschiedenen Finanzierungsbeiträgen, die die Kommune als Veranstalterin sowie Sponsoren und sonstige Förderer aufbringen. Gerade weil wir wissen, dass die Nibelungen-Festspiele ein für Stadt und Land bedeutendes Kulturereignis darstellen, wird sich das Land auch in Zukunft substanziell beteiligen.
Das Gespräch führte Roland Keth
