Von Sascha Diehl
Öffentlicher Fahrtag der N-Bahn Freunde Worms / Viele Besucher im Sängerheim des GV 1845
PFEDDERSHEIM Das Backfischfest, der "Zirkus Krone" oder der Bahnhof des Stadtteils im Maßstab 1:160 - die zahlreichen Besucher, die am Wochenende den 3. öffentlichen Fahrtag der N-Bahn Freunde Worms im Sängerheim des GV 1845 besuchten, können vermutlich nachvollziehen, welche Faszination die kleine Modellbahnwelt auf die "N-Bahner" ausübt. Die Zugreise im Miniaturformat führte die staunenden Zuschauer durch eine rund 30 Meter lange, liebevoll gestaltete Miniaturwelt, die von bis zu vier Zügen, auf einer Gesamtgleislänge von 90 Metern gleichzeitig durchfahren wurde und vieles im Kleinen zeigte, was es auch in der großen Nibelungenstadt zu sehen gibt. Von der Altstadt, ein Modul das an den Wormser Stadtkern angelehnt ist, führte die Fahrt über Wiesen und Felder zum Zirkus Krone. Von dort aus ging´s weiter zum "Keltendorf", einem Modul, das der Vereinsnachwuchs gebastelt hat, dem Pfeddersheimer Bahnhof, den Herrnsheimer Windrädern und schließlich zum Backfischfest. Wie viel Zeit, Mühe und Arbeit die N-Bahn Freunde in ihr Hobby stecken, das wie Thomas Enders, 2. Vorsitzender des Vereins, erklärt, vor allem aus endlosen Bastelstunden besteht, wird insbesondere am Backfischfestmodul deutlich, das sich bis ins kleinste Detail am Original orientiert und sich wie die meisten ausgestellten Mini-Landschaften in Privatbesitz befindet. Sämtliche Fahrgeschäfte, etwa das Riesenrad oder der Autoscooter sehen ihren realen Vorbildern zum Verwechseln ähnlich. Selbst die Beleuchtung und die Lichtspiele wurden originalgetreu nachgebaut. Und wer einen genauen Blick ins Wonnegauer Weinzelt riskierte, konnte erkennen, dass sogar die winzigen Weinstände realitätsgetreu gestaltet sind und wie ihre großen Brüder Wein aus Pfedderheim, Herrsheim, Westhofen oder Monsheim anpreisen. Allerdings reichen, so Benno Sahre, 1. Vorsitzender der "N-Bahner", mühevolle Kleinarbeit und jede Menge Zeit bei weiten nicht aus, um ein derartiges Liliput auf die Beine zu stellen. Schon für die Steuerung der Züge, Lichtsignale und Weichen werde neben ausgefeilter Hardware eine spezielle Software benötigt, berichtet der Vereins-Chef. Die Wormser N-Bahner verwenden dabei dasselbe Programm, das auch im Hamburger "MiWuLa" (Miniatur Wunderland) eingesetzt wird, wo die weltweit größte Modelleisenbahn zu sehen ist. "Anders könnten wir das hier gar nicht machen", sagt Thomas Enders und deutet auf das an die Wand projizierte "Stellbild", das anzeigen soll, wo welcher Zug sich gerade befindet, für ungeübte Laienaugen aber nur als ein Sammelsurium aus hektisch blinkenden und schnell wechselnden Farben und Punkten erscheint. Mit der Steuerungssoftware ist es, so der Zweite Vorsitzende, aber noch lange nicht getan, zumal man natürlich nicht nur Züge und Weichen steuern muss. Auch die Licht- und Geräuscheffekte, beispielsweise der über der Mini-Altstadt grollende Donner oder das Backfischfest-Feuerwerk müssen koordiniert werden. Fragt man den Zweiten Vorsitzenden, was für ihn die Faszination N-Bahn ausmacht, stellt sich schnell heraus, dass es offensichtlich das Zusammenspiel von Geduld, Fingerfertigkeit und Technik ist, das der Pfeddersheimer an seinem Hobby liebt. "Wer genau hinschaut", sagt Thomas Enders und lacht, "merkt schnell, dass N-Bahner eben nicht nur erwachsene Männer sind, die mit Zügen spielen".
