Von Margit Knab
LEITBILD Vor allem jüngere Pfeddersheimer monieren fehlendes Freizeitangebot
PFEDDERSHEIM. Der Ortsbeirat registrierte es mit Freude: 57 Prozent der erwachsenen Einwohner "fühlen sich als Pfeddersheimer". Dies teilte Stadtmanager Stefan Pruschwitz nach einer ersten groben Auswertung der Fragebogenaktion zur Erarbeitung einen Stadtteilleitbildes mit.
Während fünf Prozent der Befragten keinerlei Identitätsbindung haben, geben immerhin 38 Prozent an, sich als Pfeddersheimer "und" als Wormser zu fühlen. Solche Indikatoren stellten eine solide Basis für die angestrebte Bürgerzusammenarbeit dar, wertete der Stadtmanager bei der Sitzung im Rathaus. Auch der hohe Rücklauf von 848 Fragebögen, die von allen relevanten Bevölkerungsgruppen ausgefüllt worden waren, ließen auf die interessierte Mitarbeit der Bürger am Leitbild schließen. Nachdenkenswert hingegen empfand Stefan Pruschwitz die Antworten auf die Frage "Wohnen Sie gerne in Pfeddersheim?" Während 90 Prozent dies mit einem klaren "Ja" beantworteten, kam für fünf Prozent nur ein "Nein" in Frage. Vor allem jüngere Bürger stellten sich damit quer zur Ortsbindung.
Aus der gleichen Ecke wird auch das Fehlen eines abwechslungsreichen Freizeitangebotes moniert, das, im Gegensatz dazu, von den älteren Pfeddersheimern mit einem "sehr gut" bewertet wird. Generell stellte Stefan Pruschwitz fest, dass alle Befragten zwischen 70 und 90 Prozent in den Bereichen Soziales, Wirtschaft und Identität mit ihrem Wohnort zufrieden sind.
Eine detaillierte Auswertung der Fragebögen wird am 22.April in einer Bürgerversammlung in der Aula der Paternusschule erfolgen, kündigte der Stadtmanager an. In dieser Veranstaltung sollen sich auch die einzelnen Arbeitsgruppen formieren, "damit das Leitbild Pfeddersheim bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden kann", lautete das Wunschbild von Stefan Pruschwitz.
Die Mauereidechsen, die ihr Zuhause an der Pfiffligheimer Straße räumen mussten, weil dort ein Supermarkt gebaut wird, "werden sich an ihrem neuen Standort wohlfühlen" war sich Matthias Gall sicher. Ausführlich beschrieb der Diplom-Geograph die artgerechte Neuanlage auf einem rund 2500 Quadratmeter großen Ackergelände zwischen B47 (alt) und Bahndamm. Bis Anfang nächster Woche sollen hier ein Meter hohe, mit Schottersteinen gefüllte Drahtkörbe aufgestellt werden, die den Tieren einen Bahndamm suggerieren. Eine leicht abfallende Blumenwiese auf der einen und eine Schotteraufschüttung auf der anderen Seite der Käfigreihen sowie Wurzelstümpfe als Klettergerüste beziehungsweise Winterquartiere vervollständigen das neue Refugium. Mit der Umsetzung der Tiere werde man warten, bis die Außentemperaturen die 20-Grad-Marke überschritten haben, erläuterte Matthias Gall die weitere Vorgehensweise. Heidi Lammeyer (SPD) nannte diesen zukünftigen Standort ein "Luxusquartier für Eidechsen". Detlev Mengler, einer der Investoren des Edeka-Marktes am Bahnhof, konnte dazu nur bittersüß lächeln: " Diese Aktion kostet uns einen fast sechsstelligen Betrag". Die Eröffnung des Supermarktes kündigte Detlev Mengler für die zweite Hälfte des August an.
