Kulturhistorischer Rundgang durch Pfeddersheim mit Weinprobe
woz. PFEDDERSHEIM "Für alle Zukunft erhalten!", lautete die Forderung des Hessischen Denkmalschutzgesetzes von 1902. Gemeint waren damit an die 20 Zeugnisse der Pfeddersheimer Stadtgeschichte, die bereits damals in großer Weitsicht als erhaltenswert eingestuft worden und nun Anlass für einen kultur-historischen Rundgang waren. Im Hof der ehemaligen Synagoge begrüßte Michaela Langner, Vorsitzende der Pfeddersheimer CDU, zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger und freute sich, dass neben vielen Einheimischen auch Bürger aus Herrnsheim und Pfiffligheim den Weg in die Kleine Amthofstraße gefunden hatten. Die Geschichte der Pfeddersheimer Synagoge von ihren Anfängen bis zum letzten Gottesdienst im Jahr 1921 ließ Felix Zillien vom Arbeitskreis für Kultur und Landschaftspflege lebendig werden. Nach gründlicher Restaurierung durch den jetzigen Eigentümer Herrn Streuber stellt sie ein weitgehend unverfälschtes Zeugnis einer typischen Landsynagoge Rheinhessens dar. Über den Amthof führte der Rundgang zu den Relikten der Pfeddersheimer Stadtbefestigung und ihrer wechselvollen Geschichte. Besonders Türturm und Pulverturm beeindruckten die Teilnehmer als prägende Elemente des Ortsbildes und Beispiele einer erfolgreichen Restaurierung unter privater Beteiligung. Die Geschichte des Aulturms als berüchtigtes Gefängnis untermauerte Felix Zillien mit Fakten: "Eineinhalb Laib Brot am Tag und in der Woche drei Teller Suppe und zwei Schoppen Wein - mehr gab´s nicht!" Über das barocke, katholische Pfarrhaus und das ehemalige evangelische Pfarrhaus mit seinem Gewölbekeller führte der Weg zum Kriegerdenkmal. Zur abschließenden Weinprobe in der ehemaligen Synagoge, dem heutigen Weinhaus Streuber konnte Langner auch die CDU-Landtagsabgeordnete Jeannette Wopperer begrüßen. Durch die Weinprobe führte Friedel Lahr vom Orden der Freunde des Pfeddersheimer Weins.
