Von Martina Klemm
Hochheimer Ortsbeirat will weitere Mobilfunkanlage verhindern
HOCHHEIM Im Bereich der Binger Straße soll ein zweiter Mobilfunkmast installiert werden. Sehr zum Ärgernis vieler Anwohner im Stadtteil Hochheim, die schon den ersten Sendemast abgelehnt haben, aber nicht verhindern konnten.
Die Nachricht kam in der Ortsbeiratssitzung. Ortsvorsteher Bruno Heilig teilte mit, dass im Stadtteil ein zweiter Mobilfunkmast installiert werden soll. Manch einem verschlug das die Sprache. Denn als im vergangenen Herbst der erste Mast auf dem Dach des Anwesens der Binger Straße 41 aufgestellt wurde, gingen bereits viele Hochheimer auf die Barrikaden. Eine Protestwelle ging durch den Ort, verhindert werden konnte die Antenne indessen nicht. "Jetzt liegt bei der Stadt eine weitere Anfrage eines Mobilfunkbetreibers vor, der einen Sendemast in unmittelbarer Nachbarschaft zum ersten aufstellen möchte", teilte Bruno Heilig mit (wir berichteten). Der auserkorene Standort sei ihm nicht bekannt, laut Gesetz sei der Netzbetreiber aus Datenschutzgründen nicht dazu verpflichtet, ihn preiszugeben. Trotzdem will der Ortsbeirat nicht tatenlos zusehen, wie eine zweite Antenne in der Binger Straße Einzug hält, auch wenn das Gremium kaum Eingriffsmöglichkeiten habe, wie Heilig zugibt. "Die Angst vor gesundheitlichen Gefahren ist groß", sagte er. "Und bis heute ist nicht eindeutig erwiesen, wie groß die Gefahren einzuschätzen sind." Dass die Antenne unmittelbare Auswirkung hat, sei von Anwohnern festgestellt worden. "Eine Nachbarin teilte mir mit, dass sich das Bild ihres Fernsehgerätes verschlechtert hat, seitdem es die Funkantenne gibt." Oberbürgermeister Michael Kissel bestätigte auf Nachfrage der WZ, dass ein Antrag vorliegt. Und dass dieser nach Prüfung der Sachlage wohl auch genehmigt werden müsse. Kissel: "Wenn die Grenzwerte laut Bundesimmissionsschutzgesetz eingehalten sind und es auch aus baurechtlicher Sicht keine Einwände gibt, können wir die Antenne nicht verhindern." So sei die Sachlage. Die Mobilfunkbetreiber, so Kissel, "haben den gesetzlichen Auftrag, einen lückenlosen Empfang zu gewährleisten". Daher habe eine Kommune auch keine rechtliche Handhabe, dagegen vorzugehen. "Dennoch kann ich den Unmut und die Sorge der Menschen natürlich verstehen." Der Ortsbeirat will dennoch nicht einfach klein beigeben und seinem Protest Ausdruck verleihen. "Wir überlegen, ob wir eine Unterschriftenaktion gegen den Mast starten sollen", meinte Heilig. Nach Ostern soll dies entschieden sein.
