Freitag, 10. September 2010 12:53 Uhr
URL: http://www.wormser-zeitung.de/region/worms/stadtteile/herrnsheim/6536171.htm

Wormser Zeitung

Herrnsheim 

"Asthma-Pflanze" auf dem Vormarsch

21.09.2006 - HERRNSHEIM

Von Thorsten Richter

Beifuß-Ambrosia im Stadtgebiet entdeckt / Gewächs ist für Allergiker großes Problem

HERRNSHEIM Sie ist ein unscheinbares Gewächs, dass sich langsam in unserer Region breit macht. Tückisch an ihr ist, dass sie bei Allergikern Bindehautentzündung, Heuschnupfen oder Asthma auslösen kann. Die Rede ist von der Beifuß-Ambrosia, die auch in Worms zu finden ist.

Franz-Otto Brauner hat sie in Herrnsheim entdeckt. Der Vorsitzende des Fachbeirates Naturschutz der Stadt reagierte dabei auf einen Aufruf der Nabu-Landeszentrale, die die Standorte der aus Nordamerika eingeschleppten Pflanze ermitteln will. "Zwei Stellen habe ich in Herrnsheim gefunden, eine davon am Hessenweg", meldet er. Nur drei Standorte sind dem Nabu bei der Erhebung aus Worms mitgeteilt worden. "In Rheindürkheim, am Handelshafen und in Herrnsheim", bestätigte Friedrich Wulf, Mitarbeiter der Nabu-Landeszentrale in Mainz. Lediglich 20 Fundorte wurden aus ganz Rheinland-Pfalz gemeldet. Im Vergleich zu den Nachbarbundesländern ist Rheinland-Pfalz noch kaum von der "Asthma-Pflanze", wie sie in Australien genannt wird, betroffen. "Vor allem Bayern, Baden-Württemberg und Hessen haben große Vorkommen", weiß Dr. Beate Alberternst. Die Wissenschaftlerin und ihr Kollege Dr. Stefan Nawrath vom Institut für Ökologie der J. W. Goethe-Universität Frankfurt am Main forschen seit 2003 über Wirkung und Ausbreitung der Pflanze. Immerhin zwischen 17 und 47 Millionen Euro an Kosten entstehen dem Gesundheitswesen nach Angaben des Umweltbundesamtes wegen der Ambrosia-Pflanze schon jetzt jährlich. In einigen Ländern der Erde leiden bis zu 20 Prozent der Bevölkerung unter den Pollen der Ambrosia. "Aber noch gibt keinen Grund zur Panik", beruhigt Dr. Alberternst. Doch das zusehends wärmere Klima fördere die Ausbreitung stark. Ein großes Problem sei außerdem Vogelfutter. "Das kommt oft aus Ungarn oder Slowenien. Darin sind häufig Ambrosia-Samen, die dann in den Gärten anwachsen", so die Ökologin. Auch die Naturschutzbehörde der Nibelungenstadt ist auf die Ambrosia-Gefahr aufmerksam gemacht worden, wie Jutta Zimmermann, Diplom-Ingenieurin für Landschaftspflege, berichtet. "Das ist ein Thema bei uns", bekräftigt sie. Die Struktur- und Genehmigungsbehörde (SGD) in Neustadt hatte die Kommunen auf die Ambrosia-Pflanze hingewiesen. Allerdings wird die Pflanze in Worms noch nicht bekämpft. "Im Moment werden die Vorkommen kartiert", so die Landschaftsarchitektin. Zwei Standorte waren der Stadt bisher bekannt, beide in Herrnsheim. Neu dazu kamen für die Naturschutzbehörde nach dem WZ-Gespräch Handelshafen und Rheindürkheim. Die Bekämpfung wird ähnlich wie bei der Herkulesstaude laufen. "Das wird dann systematisch gemacht", erläutert Zimmermann. "Wurzeln rausreißen, dann entsorgen", rät Nabu-Mitarbeiter Wulf. Entsorgt wird die Ambrosia im Restmüll. "Sie darf nicht auf den Kompost oder in die Biotonne, dann breitet sie sich neu aus", warnt Dr. Alberternst.


Wetter

Mehr Wetter

Themenabo: Denken.Lernen.Erinnern

Abstimmung

Ist die Kritik an Sarrazin berechtigt?




Videos

Specials

Svens Schnellschuss

Logo zum Special "Svens Schnellschuss"

Opel

opel

Kruschel

Flughafenausbau

Flughafen Frankfurt am Main

Klimawandel

Klimawandel

Druckbar

Foto: Jonny Lye/fotolia.com

14 Tage kostenlos Probelesen










Fuß Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zurück zum Inhalt | Zurück zur rechten Spalte
Ende der Seite Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zurück zum Inhalt | Zurück zur rechten Spalte
0.436071872711 Sekunden