Freitag, 03. September 2010 10:54 Uhr
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Wormser Zeitung

Herrnsheim 

Ein fruchtig-frischer Wein reift heran

28.02.2007 - HERRNSHEIM

Von Martina Klemm

Winzer erwarten gute Ergebnisse bei der Qualität des neuen Jahrgangs/Menge geringer

HERRNSHEIM/PFIFFLIGHEIM/PFEDDERSHEIM Die klimatischen Voraussetzungen im letzten Jahr waren alles andere als optimal. Dennoch reift in den Kellern derzeit ein guter Wein heran. Das zumindest ergab eine stichprobenartige Umfrage in einigen Wormser Weingütern.

Der Herrnsheimer Winzer Hans-Josef Schäfer setzt sogar noch eins drauf: "Ich denke, wir bekommen wieder einen Superjahrgang." Allerdings sei eine gute Kellereitechnik gefragt, da die Lese wesentlich schlechter ausgefallen sei als im Jahr davor. "Das Jahr 2006 war insgesamt ein schwieriges Jahr", erläutert der Herrnsheimer Winzer. "Der August war fast komplett verregnet und auch im Herbst war es streckenweise zu nass. Die Weinstöcke zogen zu viel Wasser, viele Trauben platzten auf." Trotzdem ist Schäfer überzeugt, dass in seinen Fässern wieder ein harmonischer Tropfen heranreift. Von einer sehr schnellen Lese im Herbst, einer intensiven Selektion und einem hohen Einsatz im Keller spricht auch Karl-Heinz Keller in Pfiffligheim. Ein Problem sei die Fäulnisbildung am Weinstock gewesen. Deshalb habe man noch im Weinberg, bevor der Vollernter eingesetzt werden konnte, faule Trauben wegschneiden müssen. "Man musste sich wirklich große Mühe geben in diesem Jahr. Wer das getan hat, wird aber auch dieses Mal wieder einen guten Jahrgang erhalten", ist Keller überzeugt. Die Weißweine werden zurzeit gerade in Flaschen abgefüllt, die roten Weine lagern noch im Fass - viele in Barrique - und reifen langsam aus. Weil die Weinberge genügend Regenwasser erhalten haben, erwartet auch er frisch-fruchtige Weißweine und elegante Rote. Allerdings, so Keller, falle die Menge in diesem Jahr noch einmal geringer aus als ein Jahr zuvor. Von einer bis zu 20 Prozent geringeren Menge spricht Frank Kaltenthaler vom gleichnamigen Weingut in Herrnsheim. Der Winzer, der sich dem Kaltgärverfahren verschrieben hat, befürchtet, dass der hohen Nachfrage gar nicht ausreichend nachzukommen ist. "Aufgrund der schlechten Witterung mussten wir in den Weinbergen einiges wegschneiden, das hat sich natürlich auf die Weinmenge ausgewirkt." Aufgrund der Angebotsverknappung erwartet Kaltenthaler eine leichte Preissteigerung. "Nicht nur bei den Weinen, auch die Sektkellereien haben etwas höhere Preise angekündigt", so der Winzer. Verluste muss auch Wulf Egelhof vom Weingut Wehrhof in Kauf nehmen. Mit der Qualität des 2006er Jahrgangs ist der Pfeddersheimer Winzer, der ausschließlich Flaschenweine vermarktet, dennoch sehr zufrieden. "Wir werden fruchtig-frische Weine bekommen", teilt Wulf Egelhof mit. Die Ergebnisse der Wormser Winzer bestätigen sich auch überregional. Laut deutschem Weininstitut "überzeugt der 2006er Jahrgang bei geringerer Menge mit Frucht und Fülle."


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