Rasen betreten ausdrücklich erlaubt
03.08.2010 - HERRNSHEIM
Von Angela Zimmermann
WEINSCHNUPPERN Besucher genießen Kunst, Musik und und edle Kreszenzen im Herrnsheimer Schlosspark
Durch den Herrnsheimer Schlosspark schlendern, an verschiedenen Stationen Halt machen, Kunst, Musik und Wein genießen - das bietet das „Weinschnuppern im Schlosspark“. Auch das Wetter zeigte sich am Sonntag kooperativ, so dass diesmal wieder zahlreiche Bürger die Gelegenheit nutzten, um das besondere Ambiente zu genießen.
Die Besucherzahlen steigen offenbar von Jahr zu Jahr. „Es waren weit über 1 000 Bürger“, zieht Ortsvorsteherin Silvia Gutjahr am Ende eine erste Bilanz. Auch Arno Schembs kann sich nur anschließen. „Es waren überwältigende Besucherzahlen“, meint er. „Etwa 50 Prozent mehr als im Vorjahr“, wagte er eine Schätzung.
Kein Wunder, schließlich ist die Zeit familiengerecht gewählt, so dass auch viele Eltern mit Kindern die Gelegenheit nutzen, den sonntäglichen Spaziergang mit Kultur zu bereichern.
Und die Kinder kamen ebenfalls voll auf ihre Kosten. Selbstverständlich stand auch hier der künstlerische Aspekt im Vordergrund. Ursula Dexheimer und einige Helfer malten mit den jüngsten Besuchern. Die Kleinen ließen dabei ihrer Phantasie freien Lauf. Den Erwachsenen bot sich nicht nur Wein aus Herrnsheimer Weingütern als kulinarscher Genuss, sondern auch ein kulturelles Programm, das vielfältiger kaum sein könnte.
Ob Dudelsackpfeifer, Jazz oder das alternative Bläserensemble „Wood Worms“, musikalisch blieb kaum ein Wunsch unerfüllt. Mit Imker Geo Baaden konnten die Besucher über Bienenvölker und Honig plaudern, Künstler William Schanzer zeigte zudem Insekten aus Metall.
Inmitten all des Trubels hatte Künstler Michael Mahla seine Staffelei platziert. Wie auch schon in den vergangenen Jahren malte er wieder live. Diesmal widmete er sich dem Park, genauer gesagt: der Blickachse zum Teehäuschen, das er, auch wenn es nicht mehr an seinem Platz steht, in sein Gemälde integrieren möchte.
Mahla orientiert sich bei seinem neuen Werk am Landschaftsbild des Gartenarchitekten Friedrich Ludwig Sckell, das mit seiner Blickachse auf die Aufhebung landwirtschaftlicher Nutzung und gärtnerischer Planung zugunsten einer höheren Einheit zielt.
Nicole Borheier überraschte mit einem ganz besonderen Angebot. Sie führte ihre Gruppen barfuß durch den Park und den Bibliotheksturm. Trotz der hohen Qualität, die sich den Besuchern bietet, ist das Ambiente keineswegs steif. Viele machten es sich auf dem Rasen gemütlich oder lagerten, wie beim Stand von Familie Schembs, auf Strohballen.
Eine Besucherin hatte einen besonders weiten Weg auf sich genommen: Helga Rödel kommt aus Berlin und fühlt sich im Schlosspark rundum wohl. Wie beurteilt sie als Großstädterin die Qualität des Gebotenen? „Das ist eine super Veranstaltung“, versicherte sie.
Den musikalischen Schlussakkord setzten bei stimmungsvoller Abendsonne die Wonnegauer Alphornbläser.
