Von Susanne Müller
KÖDER Substanz ermittelt
Der Tierquäler, der im September im Bereich des Fahrwegs mit Gift präpariertes Tierfutter ausgelegt hatte, ist noch nicht gefasst. Die Polizei hat bislang keinerlei Hinweise oder gar eine heiße Spur, erklärte gestern Polizeisprecher Klaus Weinmann auf WZ-Nachfrage. Fünf Hunde unterschiedlicher Halter hatten nach dem Gassigang massive Vergiftungserscheinungen aufgewiesen, hatten aber dank tierärztlicher Hilfe überlebt. Zwei Katzen - wie auch einige Wildtiere - waren nach Aufnahme der Köder qualvoll verendet, weitere Samtpfoten werden seither vermisst.
Geklärt ist inzwischen, welches Gift der bislang Unbekannte verwendet hat: Endosulfan. Die Vorsitzende des Vereins "Menschen helfen Tieren", Waltraud Phul, hatte damals sowohl einige der Köder als auch eine tote Katze an ein Institut zur Untersuchung geschickt. Von hier wurde nun das Ergebnis bekanntgegeben.
"Endosulfan ist eine Substanz, die zu den chlorierten zyklischen Kohlenwasserstoffen zählt und früher hauptsächlich als Insektizid eingesetzt worden ist", so Phul. Endosulfan sei als "sehr giftig" eingestuft und als Nervengift klassifiziert. "Es ist in Europa seit dem Jahr 2000 nicht mehr zugelassen." Der Einsatz dieses Giftes zeige klar, so die Tierschützerin, dass hier gezielt und bewusst auf grausame Weise Tiere getötet werden sollten. "Darüber hinaus wurde eine Gefährdung des Menschen ebenfalls in Kauf genommen." Die Polizei, die ebenfalls Proben sichergestellt hatte, bestätigte die Ergebnisse der Tierschützerin: "Das Gift ist ein Schädlingsbekämpfungsmittel, es ist in Deutschland verboten", so Weinmann.
